Förderungsmöglichkeiten für Klassenfahrten

Förderungsmöglichkeiten für Klassenfahrten

Eine Klassenfahrt hat nicht nur pädagogische Ziele, sondern soll die Klasse auch als Gemeinschaft stärken. Von dieser Erfahrung soll kein Schüler ausgeschlossen werden, weil die finanziellen Möglichkeiten der Familie zur Teilnahme an der Klassenfahrt nicht ausreichen.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Klassenfahrt fördern oder bezuschussen zu lassen? Wir stellen einen nützlichen Überblick über Anlaufstellen für die finanzielle Unterstützung von Klassenfahrten bereit.

Unterstützung durch das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung

Klassenfahrt

Ob wohlhabend oder nicht – durch das Bildungs- und Teilhabepaket sollen alle Schüler die gleichen Chancen haben.

Studien- und Klassenfahrten sind ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung, nicht nur in pädagogischer, sondern vor allem auch in sozialer Hinsicht. Der Zugang zu Bildung darf nicht von der finanziellen Situation der Eltern abhängig sein. Aus diesem Grund wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Bildungs- und Teilhabepaket ins Leben gerufen. Darin ist festgelegt, dass Klassenfahrten von Kindern aus finanziell benachteiligten Familien nicht mehr aus dem Familienbudget bezahlt werden müssen, sondern übernommen werden. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Bildungs- und Teilhabepaketes ist, dass die Eltern

  • nach dem SGBII leistungsberechtigt sind, weil sie Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen oder/und
  • Leistungen nach § 2 AsylbLG, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.

Weiterhin muss der Schüler an einer allgemein- oder berufsbildenden Schule gemeldet sein und jünger als 25 Jahre sein.

Somit soll vor allem bedürftigen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Klassenfahrten ermöglicht werden, indem die Kosten für Fahrt, Unterkunft, Verpflegung, Programm und Reiserücktrittsversicherung übernommen werden. Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel hat zudem die Entscheidung gefällt, dass eine Begrenzung der Kostenerstattung von Klassenfahrten nicht vom Gesetz gedeckt ist (AZ: B 14 AS 36/07 R). Das heißt, dass die Kosten der Klassenfahrt in der vollen Höhe übernommen werden, die von der Schule angegeben werden. Allerdings gibt es für die  Schulen Höchstkostensätze für Klassenfahrten, die in der Regel in den jeweiligen Richtlinien der Bundesländer festgelegt sind. Lediglich das Taschengeld wird nicht getragen.

Hinweis
Hier findet sich ein Überblick über die Richtlinien der einzelnen Bundesländer zur Durchführung von Klassenfahrten.

Familien, die Leistungen nach Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, wenden sich an das vor Ort zuständige Jobcenter. Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach AsylblG erhalten, wenden sich an die Kreisverwaltung, das städtische Rathaus oder das Bürgeramt. Familien, die nur Wohngeld oder den Kinderzuschlag erhalten, können ebenfalls die Familienkasse kontaktieren.

Damit die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets den Kindern möglichst unbürokratisch zu Gute kommen, gibt es dafür nur einen einzigen Antrag, der aus nur einem Blatt besteht. Wichtig ist, den Antrag rechtzeitig zu stellen, am besten sofort, nachdem die Klassenfahrt bekanntgegeben wurde, aber in jedem Fall bevor der Bedarf geltend gemacht wird. Die entsprechenden Formularvordrucke sind bei den oben genannten Stellen erhältlich.

Hinweis
Nähere Informationen zum Bildungs- und Teilhabepaket erhalten Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales oder bei Ihrem zuständigen Jobcenter.
Tipp
Buchen Sie das HEROLÉ-Servicepaket, dann erhält jeder Schüler einzeln eine Rechnung von uns. Diese Rechnung können die Schüler mit einreichen und demnach eine Zahlung direkt an uns veranlassen. Buchen Sie kein Servicepaket und sammeln das Geld von den Schülern ein, kann das Geld durch die jeweilige Institution entweder direkt auf das Schul-/Klassenkonto überwiesen werden, oder an die Familie selbst. Nähere Informationen zum Servicepaket können Sie hier nachlesen.

Fahrtkostenzuschuss des Bundesrates für Klassenfahrten nach Berlin

Klassenfahrt Berlin Highlight Fernsehturm

Für die Fahrt nach Berlin gibt es verschiedene Förderungsmöglichkeiten.

Bei einer Klassenfahrt nach Berlin, bei der das Thema Politik im Fokus stehen soll, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Fahrtkostenzuschuss beim Bundesrat zu stellen. Dies setzt voraus, dass es sich um Klassenstufe 9 oder höher handelt. Die Gewährung eines Fahrkostenzuschusses ist nur möglich, wenn die Gruppe an einer Informationsveranstaltung beim Bundesrat (zum Beispiel in Verbindung mit einem Rollenspiel oder dem Besuch einer Plenarsitzung – Besuchsdauer jeweils ca. 90 Minuten) und zusätzlich an mindestens einer weiteren staatspolitischen Informationsveranstaltung in Berlin teilnimmt.

Die Höhe des Zuschusses beläuft sich dabei auf 0,04€ pro Kilometer und Person. Je nach Budget werden auch nur einige Personen pro Klasse gefördert. Vom förderfähigen Betrag wird ein Eigenanteil von 10,00€ pro Person abgezogen.

Rechenbeispiel: Klassenreise von München nach Berlin
Die Entfernung München – Berlin beträgt ca. 580km x 2 (Hin- und Rückfahrt)
= 1.160km  x 0,04€ = 46,40€ pro Person – 10€ Eigenanteil
36,40€ Förderung pro Person.

Die Festsetzung des Fahrtkostenzuschusses erfolgt, wenn die Teilnahme der Klasse an den erforderlichen politischen Veranstaltungen und die Fahrtkosten anhand einer Rechnungskopie nachgewiesen sind.

Der entsprechende Antrag muss elektronisch über eine entsprechende Eingabemaske auf der Website des Deutschen Bundesrates gestellt werden. Für das Jahr 2018 können Anträge im Zeitraum vom 19. September – 2. Oktober 2017, 17 Uhr gestellt werden. Außerhalb dieser Frist kann man jedoch jederzeit einen Antrag bei seinem Bundestagsabgeordneten stellen.

Hinweis
Die genauen Richtlinien für die Gewährung eines Fahrtkostenzuschusses finden sich auf der Website des Deutschen Bundesrates. Es besteht kein Rechtsanspruch auf derartige Zuschüsse, aber der Versuch lohnt sich!

Fahrtkostenzuschuss durch Abgeordnete für Klassenfahrten nach Berlin und Brüssel

Wird der Antrag beim Bundesrat abgelehnt, empfiehlt es sich, Bundestagsabgeordnete des jeweiligen Wahlkreises um Unterstützung zu bitten. Jeder Abgeordnete verfügt über ein gewisses Kontingent an Fahrtkostenzuschüssen, die er Schulklassen und anderen Gruppen gewähren kann. Gleichzeitig hat man über die Einladung des Abgeordneten die Möglichkeit, mit diesem ins Gespräch zu kommen und einen Einblick in eine Plenarsitzung zu erhalten.

Hinweis
Auf der Website des Deutschen Bundestags erhält man genauere Informationen über den Besuch auf Einladung eines Abgeordneten. Hier kann außerdem nach dem jeweils zuständigen Abgeordneten gesucht werden.

In ähnlicher Weise besteht die Möglichkeit, Zuschüsse für eine Klassenfahrt nach Brüssel zu erhalten. Dabei nimmt man Kontakt zu dem jeweiligen Abgeordneten des Europäischen Parlamentes auf.

Hinweis
Hier können die entsprechenden Zuständigen im Europäischen Parlament gefunden werden.

Unterstützung für Gedenkstättenfahrten in Brandenburg

Laut Bildungsministerium unterstützt Brandenburg ab Februar 2016 Schulfahrten nach Polen, wenn sie den Besuch mindestens einer Gedenkstätte zu den Gewaltverbrechen des NS-Regimes beinhalten. 2016 stehen dem Haushalt des Bildungsministeriums dafür insgesamt 100.000 Euro für Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft oder die Schulfördervereine zur Verfügung. Pauschal bedeutet das für jeden Schüler 40 Euro Unterstützung für eine Gedenkstättenfahrt nach Polen. Die Förderung ist vorerst auf das Jahr 2016 beschränkt. Ab 2017 will man dann eine neue Richtline erarbeiten, die auf den Erfahrungen von 2016 aufbaut. Verwaltet und abgewickelt wird die Förderung durch die vier staatlichen Schulämter in Brandenburg.

Tipp
Weitere Informationen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten und internationalen Begegnungsprojekten auch in anderen Bundesländern finden sich in unserem Artikel „Öffentliche Fördermittel für Gedenkstättenfahrten„.

Unterstützung durch Fördervereine der Schule

In vielen Schulen gibt es Fördervereine, die sich um die Belange von hilfsbedürftigen Schüler und Eltern kümmern. Oft ist eine Voraussetzung für eine Förderung durch den Förderverein, dass der Schulleitung die finanzielle Lage offen gelegt wird. Es gilt der Grundsatz, dass jede Familie so viel zu einer Klassenfahrt beitragen soll, wie sie kann, auch wenn dies nur ein kleiner Teil des Gesamtpreises ist. Den Restbetrag übernimmt dann der Förderverein. Dieser Vorgang wird selbstverständlich vertraulich behandelt. Hat die Schule keinen Förderverein, kann man sich auch an den Elternbeirat wenden.

Hinweis
Hier gilt es, sich an die Schulleitung zu wenden, um die Existenz eines Fördervereins und Möglichkeiten der Bezuschussung zu erfragen.

Unterstützung durch Stiftungen und Sponsoren

Eine weitere Fördermöglichkeit, die in Betracht gezogen werden sollte, besteht durch Stiftungen in den Bundesländern. Ein Beispiel hierfür ist das Oskar-Karl-Forster-Stipendium, das bedürftige Schüler an Gymnasien, Fach- und Oberschulen in Bayern unterstützt. Hier können Beihilfen von bis zu 300 € vergeben werden.

Hinweis
Die jeweils passende Stiftung kann auf den Internetseiten des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen recherchiert werden.

Außerdem ist es immer einen Versuch wert, örtliche Unternehmen als Sponsoren anzuwerben. Für die Firmen kann ein solcher Vorschlag nicht unattraktiv sein, wenn sie im Gegenzug beispielsweise ihr Firmenlogo neben einem Bericht über die Klassenfahrt in der Schülerzeitung oder auf der Schulwebsite veröffentlichen dürfen. Eine Spendenquittung reduziert außerdem die Steuerlast des Unterstützers.

Tipp
Die Auswahl des richtigen Sponsors sollte sich an der thematischen Ausrichtung der Klassenfahrt orientieren. So könnte der Fokus bei einer Klassenfahrt nach Berlin z.B. auf Medien, politischer Bildung oder Kunst und Kultur liegen und der passende Sponsor so gezielt angesprochen werden.

Engagement durch die Klassengemeinschaft

Sollten alle Versuche nichts genützt haben, ist die letzte Möglichkeit, das Budget der Klassenfahrt zu erhöhen, das Geld selbst aufzutreiben. Nach Absprache mit der ganzen Klasse können verschiedene Aktionen geplant werden, um die Klassenkasse aufzubessern. Das dabei verdiente Geld kann so aufgeteilt werden, dass die Kosten für die Klassenfahrt für jeden einzelnen sinken. Dabei muss also nicht einmal offen gelegt werden, welche Schüler sich die Teilnahme an der Klassenfahrt ansonsten nicht leisten könnten. Ganz nebenbei wird dabei auch der Gemeinschafts- und Sozialsinn der Schüler geprägt.

Klassische Geldsammelaktionen

Klassenfahrt finanzieren

Die Klassenfahrt wird noch mehr Spaß machen, wenn sich die Schüler selbst dafür eingesetzt haben!

Einer der beliebtesten Klassiker ist der Verkauf von Kuchen oder anderen selbstgemachten Kleinigkeiten (z.B. Waffeln, belegte Brötchen, Würstchen). Kuchenbasare sind besonders zum Schulfest oder Weihnachtsmarkt eine lukrative Idee, denn hier sind die Besucherzahlen und demnach auch die Einnahmen höher. Doch es muss nicht immer Essen verkauft werden. Auf dem Schulfest kann z.B. auch ein Flohmarktstand mit alten Sachen der Schüler aufgebaut werden.

Eine andere schöne Idee ist es, eine Sonderausgabe der Schülerzeitung zu gestalten und diese unter Schulkameraden, Lehrern, Eltern und Freunden zu verkaufen. Dieses Modell benutzen oft höhere Jahrgangsstufen, die mit der Abi-Zeitung das Budget für ihre Abschlussfahrt aufstocken wollen.

Sehr engagierte Klassenverbände können ein Theaterstück inszenieren und bei der Aufführung mit Hilfe von Eintrittsgeldern, Spendenboxen und Pausenhäppchen und -getränken etwas für die Klassenfahrt dazuverdienen. Die Geschäftsideen sind unbegrenzt und bringen neben Geld vor allem viel Spaß!

Neue Masche: Geld einsammeln leicht gemacht

Um das Geldsammeln für die Klassenfahrt noch effektiver zu machen, hat sich NEUE MASCHE ein innovatives Konzept ausgedacht. Das Freiburger Start-Up bietet Schulklassen hochwertige und nachhaltig hergestellte Produkte an, die sie verkaufen können. Dafür meldet die Schulklasse ihre Sammelaktion auf der NEUE MASCHE-Website an und bekommt dann ein Starterpaket mit Produktkatalogen und Bestelllisten kostenlos zugeschickt.

Unter dem Motto: „Wir haben ein tolles Projekt, habt ihr Lust uns durch den Kauf einer Box zu unterstützen?“ machen sich die Schüler dann daran, Bestellungen zu sammeln. Weil jeder die Produkte (z.B. Socken, T-Shirts, handgemachte Seifen) gebrauchen kann, lassen sich leicht Unterstützer finden und die Gruppe sammelt durch jede Bestellung automatisch Spenden für die Klassenfahrt. Denn pro bestellter Box gehen 4€ direkt in die Klassenkasse. Natürlich gibt es keine Mindestabnahmemenge, damit die Aktion komplett risikofrei für die Klasse ist.

Hinweis
Mehr Informationen zum NEUE MASCHE-Konzept findet ihr in unserem Blogbeitrag „NEUE MASCHE: So finanzieren Schüler ihre Klassenfahrt selbst“ oder direkt unter www.neuemasche.com.

mamooble: Gruppenzahlungen einfach verwalten

Ein anderer Anbieter hilft mit nur wenigen Klicks beim Geldsammeln für die Abschluss- oder Klassenfahrt: Dafür legt die Klasse auf der Website des Online-Bezahldienstes mamooble einfach ein so genanntes „Mooble“ mit den Namen aller Spender an. Die potentiellen Finanzgeber werden dann per E-Mail kontaktiert und automatisch – unter Umständen sogar mehrmals – darum gebeten, einen kleinen Beitrag einzuzahlen. Natürlich können sie dabei selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe sie sich an der Verwirklichung der Klassenfahrt beteiligen möchten! Alle eingegangenen Einzahlungen werden dann sofort im Mooble markiert. So verliert die Klasse nie den Überblick über ihre aktuellen Finanzen. Das Geld kann natürlich jederzeit aus dem Mooble auf ein Bankkonto transferiert werden.

Doch nicht nur beim Spendensammeln kann mamooble eine große Hilfe sein. Der Lehrer kann den Gruppenbezahlservice genauso gut dazu nutzen, die Klassenfahrtbeiträge seiner Schüler einzusammeln. Weil alle Eltern und Schüler automatisch an die Zahlung erinnert werden, muss der Lehrer dem Geld nicht mehr „hinterherrennen“ und kann sich in der Zeit um andere organisatorische Dinge kümmern.

Hinweis
In unserem Blogbeitrag „mamooble: So einfach können Gruppenbezahlungen sein“ geben wir weitere Informationen zu den Anwendungsmöglichkeiten, Funktionsweisen und Sicherheitsstandards von mamooble.

Egal ob klassischer Kuchenverkauf oder Online-Sammelaktion – wenn sich die Klasse dazu entschließt, sich gemeinsam für das Zustandekommen der Klassenfahrt zu engagieren, kann sie hinterher ein tolles Erfolgserlebnis feiern. Das wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Klasse schon vor Beginn der Reise stärken und sich unterwegs sicher positiv auf die Atmosphäre auswirken.

Tipp
Im Blog geben wir Antworten auf viele weitere Fragen rund um das Thema „Klassenfahrt finanzieren“ (z.B. Reisekostenerstattung, steuerliche Absetzbarkeit). Eine Übersicht über thematisch passende Beiträge findet sich hier.

Bilder: HEROLÉ, Shutterstock


 

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Carsten Herold

Geschäftsführer HEROLÉ Reisen

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