Öffentliche Fördermittel für Gedenkstättenfahrten

Öffentliche Fördermittel für Gedenkstättenfahrten

Erinnern, nachdenken, nicht vergessen – Klassenausflüge zu Gedenkstätten stehen an vielen Schulen fest auf dem Lehrplan. Für die Vorbereitung und Durchführung einer solchen Exkursion ist es nützlichen zu wissen, wie bzw. ob eine solche Fahrt finanziell gefördert werden kann. Verschiedene Möglichkeiten der öffentlichen Förderung für Gedenkstättenfahrten haben wir für Sie zusammengefasst.

Neben dem Bund fördern die Länder Fahrten zu Gedenkstätten durch teils sehr unterschiedliche Strukturen und Programme. Internationale Begegnungsprojekte werden vorrangig durch die internationalen Jugendwerke unterstützt, aber auch eine Förderung durch die Europäische Union ist im Kontext größerer Projekte möglich.

In sämtlichen Bereichen der Bildungsförderung in Deutschland – so auch im Bereich der Förderung von Gedenkstättenfahrten – dominieren nach wie vor öffentliche antragsbasierte Fördermittel. Meist wird unterschieden zwischen multi- bzw. bilateralen Fördermitteln (beispielsweise durch eine EU-Förderung oder vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk), nationaler Förderung (durch die Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur) und landesweiter (Landeszentralen für politische Bildungsarbeit) oder regionaler / kommunaler Förderung. Daneben können Bildungseinrichtungen Fördermittel bei Stiftungen beantragen. Im Idealfall lassen sich diese Fördermittel durch eine gezielte Spendenakquise ergänzen und zu einem „Fördermix“ kombinieren. Je professioneller die Einrichtung hier aufgestellt ist, desto erfolgreicher wird die Mittelbeschaffung ausfallen. Gut entwickelte Standards und Routinen können den Zeitaufwand erheblich reduzieren.

Tipp
Hier finden Sie eine Checkliste zur Entwicklung eines Antragskonzepts.

Förderung auf Landesebene

Die Förderung von Fahrten zu Gedenkstätten der SED-Diktatur ist in den 16 Bundesländern sehr unterschiedlich organisiert. Ebenso wie sich individuelle Schwerpunkte ausprägt haben, lässt sich auch keine übergreifende Regel bei möglichen Ansprechpartnern oder Geschäftsbereichen feststellen. Nicht berücksichtigt werden im untenstehenden Katalog die Möglichkeiten kommunaler Förderung. Die Möglichkeiten, in denen die Landesbehörden als Zentralstellen für bundesweite Förderprogramme (internationaler Jugendaustausch, Kinder- und Jugendplan usw.) agieren, sind hier ebenfalls nur teilweise dargestellt. Angesichts der Fülle der Förderprogramme besteht trotz intensiver Recherche kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Gewähr auf Korrektheit der Angaben.

Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg fördert keine Fahrten zu Gedenkstätten der DDR-Geschichte. Auf Basis des „antitotalitären Konsenses“ des Grundgesetzes unterstützt die Landeszentrale für politische Bildung jedoch aus Landesmitteln die „Sammlung zur Geschichte der DDR“ des Vereins „Gegen Vergessen e.V.“ in Pforzheim. Der Verein kann damit interessierten Besuchergruppen einen kostenlosen Besuch und eine Betreuung durch ihr Personal anbieten. Ein Besuch der Sammlung sollte vorher abgestimmt werden.

Hinweis
Auf der Homepage des Museums finden Sie weitere Informationen.

Bayern

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit fördert Klassenfahrten zu den bayerischen KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg sowie zum Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth.

  • Kriterien: Mittel-, Haupt- und Förderschulen ab der 8. Jahrgangsstufe, Gymnasien, Realschulen und berufliche Schulen ab 9. Jahrgangsstufe.
  • Gruppengröße: Die Förderung erfolgt je „angefangene 60 teilnehmende Schüler“
  • Förderhöhe: 1 Euro pro Kilometer zur nächstgelegenen Gedenkstätte.
  • Abgabefristen: bis zu einem Monat nach der Fahrt, der Besuch muss von der Gedenkstätte bestätigt werden.

Hinweis
Weitere Informationen und Antragstellung finden Sie hier.
Tipp
In unserem Blogbeitrag „Exkursionen zu Konzentrationslagern“ geben wir wertvolle Hinweise zur Vorbereitung und pädagogischen Durchführung einer Fahrt zu einer Gedenkstätte nationalsozialistischen Unrechts, u.a. zum KZ Dachau.

Berlin

Förderung Gedenkstättenfahrten

Gedenkstättenfahrten sind ein zentraler Teil der politischen Schulbildung in Deutschland.

In Berlin werden keine Fahrten zu Gedenkstätten der SED-Diktatur gefördert. In der Gedenkstätte Hohenschönhausen (ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit) finanziert der Berliner Senat drei halbe Lehrerstellen für die Entwicklung und Durchführung der pädagogischen Arbeit. Für Schulklassen ist die Durchführung eines Projekttages in Hohenschönhausen bei einer Kostenbeteiligung von 75,- Euro möglich. Dieses Angebot können auch Schulklassen außerhalb Berlins zum gleichen Preis buchen. In der ca. 5-stündigen Veranstaltung sind eine Führung, die pädagogische Betreuung der jeweiligen Projektarbeit und Arbeitsmaterialien enthalten. Außerdem werden ein 3-stündiges Seminar (Führung und Zeitzeugengespräch, Kosten 50,- Euro) und eine 2-stündige Führung (25,- Euro) angeboten.

Hinweis
Hier finden Sie weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung.

Für Schulen bietet der Berliner Landesbeauftragte für Stasiunterlagen die Durchführung von Seminaren und Projekttagen zur DDR-Geschichte an. Er informiert über Angebote an Gedenkstätten, berät Multiplikator/innen bei der Vorbereitung von Gedenkstättenfahrten oder eigenen Rechercheprojekten, begleitet einschlägige Qualifikationsarbeiten von Schüler/innen und vermittelt Kontakte für mögliche Zeitzeugengespräche. Der Unterstützung in methodischen Fragen der oral history und allgemein der Quellenarbeit gilt besonderes Augenmerk. Anfallende Kosten für Fahrten oder Honorare an Zeitzeugen/innen können nur in besonderen Fällen übernommen werden. Grundsätzlich ist im Vorfeld eine Kontaktaufnahme mit der Behörde erforderlich.

Brandenburg

Laut Bildungsministerium unterstützt Brandenburg ab Februar 2016 Schulfahrten nach Polen, wenn sie den Besuch mindestens einer Gedenkstätte zu den Gewaltverbrechen des NS-Regimes beinhalten. 2016 stehen dem Haushalt des Bildungsministeriums dafür insgesamt 100.000 Euro für die öffentlichen und freien Schulträger oder die Schulfördervereine zur Verfügung. Pauschal bedeutet das für jeden Schüler 40 Euro Unterstützung für eine Gedenkstättenfahrt.

Hinweis
Die Förderung wird durch die vier staatlichen Schulämter in Brandenburg vergeben, die weitere Informationen geben können.

In Brandenburg gibt es für Fahrten zu Gedenkstätten der SED-Diktatur keine Zuschüsse. Im Rahmen der Förderung der außerschulischen Jugendbildung und Jugendbegegnung ist jedoch die Förderung von historisch-politischen Projekten möglich, die sich mit der SED-Diktatur auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang können auch Fahrten zu entsprechenden Gedenkstätten finanziert werden. Ansprechpartner ist für landesweit arbeitende Einrichtungen das Landesjugendamt des Landes Brandenburg, Hans-Wittwer-Straße 6, 16321 Bernau, Telefon 03338 – 701 801. Die zugrundeliegende Richtlinie wurde Anfang 2012 überarbeitet und ist auf der untenstehenden Website verlinkt:

Hinweis
Weitere Informationen, unter anderem über die Richtlinie zur Förderung der Jugendbildung und Jugendbegegnung, finden Sie hier.

Auf lokaler Ebene können Träger einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Jugendamt (Sachgebiet Jugendförderung) stellen.

Hinweis
Die Adressen der Jugendämter sind hier zu finden.

Zuwendungen für Gedenkstättenbesuche und -fahrten können von der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur gewährt werden, falls diese in ein Projekt eingebettet sind, z.B. der Suche nach den Hintergründen eines/r Namensgebers/in einer Straße, Schule etc. Es besteht die Möglichkeit, bei der Vorbereitung eines Projektes auf die Expertise der Behörde zurückzugreifen.

Bremen

Die Bremer Landeszentrale für politische Bildung fördert keine Gedenkstättenfahrten von Schulen oder Jugendgruppen an Orte der SED-Diktatur. Im Rahmen der eigenen Tätigkeiten werden jedoch Veranstaltungen in dem Kontext DDR-Geschichte durchgeführt, beispielsweise auch im Rahmen von Fahrten nach Berlin. Hier steht in der Regel auch ein Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen auf dem Programm.

Hamburg

Gefördert werden Gedenkstättenfahrten im Rahmen der allgemeinen Förderung politischer Bildungsarbeit durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Hinweis
Zuständige Antragsstelle ist die Landeszentrale für politische Bildung. Der Antrag muss spätestens vier Wochen vor der geplanten Durchführung gestellt werden.

Hessen

Gefördert werden zum einen Fahrten hessischer Schülergruppen in die beiden Grenzmuseen „Point Alpha“ (Rasdorf) und „Schifflersgrund“ (Asbach-Sickenberg). Es können Zuschüsse zu Fahrtkosten, Eintrittsgeldern und Führungen gewährt werden.

Hinweis
Antragsstelle ist die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Referat Direktor. Zugelassene Träger sind hessische Schulklassen und Träger der Jugendarbeit.

Außerdem wird der Besuch hessischer Schülergruppen in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen unterstützt mit der Förderung eines Projekttages.

Hinweis
Zuständige Antragsstelle ist die Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Schwerpunkt Politisch-Historische Aufarbeitung der SED-Diktatur. Zugelassene Träger sind hessische Schulklassen, Lehrerinnen und Lehrer.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Förderung von Gedenkstättenfahrten im Bereich der außerschulischen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern erfolgt nach der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur politischen Bildung vom 22.11.2005. Kriterien dafür sind:

  • Alter: mind. 14 Jahre
  • Gruppengröße: Mind. 10 Teilnehmende, davon mind. 80% mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern. Ausgaben für Teilnehmer/innen aus anderen Bundesländern werden nicht als zuwendungsfähig anerkannt.
  • Förderung: Die Förderung beträgt bis zu 50% der als zuwendungsfähig anerkannten Gesamtausgaben. Max. werden 50,- Euro pro Teilnehmender/Tag als zuwendungsfähig anerkannt. Es wird eine Eigenbeteiligung des Antragstellers von mindestens 20% erwartet, die verbleibenden 30% können durch Dritte erbracht werden.
  • Abgabefristen: Mindestens vier Wochen vor Fahrtbeginn, spätestens zum 31. August des laufenden Jahres.
  • Zugelassen sind Träger der politischen Bildung sowie Kommunen, Institutionen, Vereine oder Einzelpersonen.

Hinweis

Die Förderung schulischer Gedenkstättenfahrten erfolgt auf Grundlage einer eigenen Richtlinie über die zuständigen staatlichen Schulämter. Kriterien sind hier:

  • Alter: Klassenstufe 8-10 allgemein bildender Schulen
  • Förderung: Festbetrag, bis zu 10 Euro pro Teilnehmer/in
  • Abgabefristen: Mindestens zwei Monate vor der geplanten Fahrt beim zuständigen Schulamt. Die Abrechnung soll in den zwei auf die Fahrt folgenden Monaten erfolgen.
  • Zugelassene Träger: Schulen.

Hinweis
Antragstelle sind die zuständigen Schulämter. Weitere Informationen, Antragsformular und ein Leitfaden zur Vorbereitung von Gedenkstättenfahrten finden Sie im Portal der Landesregierung.

In Mecklenburg-Vorpommern sind direkte Zuwendungen für Gedenkstättenfahrten über die Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR nicht möglich. Falls aber diese Fahrten innerhalb eines größeren Projektes zur Aufarbeitung des Unrechts in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. der DDR stattfinden sollen, kann eine Zuwendung gewährt werden. Eine vorherige Absprache ist erforderlich.

Hinweis
Hier finden Sie mehr Informationen zur Projektförderung.

Niedersachsen

Fahrten zu Gedenkstätten des SED-Unrechts können im Rahmen eines internationalen Jugendaustausches stattfinden. Es gilt die Richtlinie des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.

Nordrhein-Westfalen

Für Gedenkstättenfahrten kann derzeit finanzielle Förderung aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplanes (KJFP) beantragt werden. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Landesjugendamtes. Darüber hinaus wird die internationale Jugendarbeit an Orten der Erinnerung in Europa für Jugendbegegnungen an Orten, wo im Zweiten Weltkrieg Verbrechen an der Zivilbevölkerung geschahen, gefördert.

Rheinland-Pfalz

Gedenkstättenfahrten für Schulklassen können in Rheinland-Pfalz über eine Fördermöglichkeit des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert werden, das Projekte des demokratischen und sozialen Lernens unterstützt. Dabei unterscheidet das Ministerium nicht zwischen Gedenkstättenarbeit zum Nationalsozialismus oder zur SED-Diktatur, sondern fördert nach den pädagogischen Angeboten. Eine Nachhaltigkeit der Maßnahmen und die Verankerung der Thematik im Schulunterricht sind verpflichtend. Fahrten können mit bis zu 1000,- Euro unterstützt werden, womit entstehende Sachkosten, Fahrtkosten oder Honorare beglichen werden können. Das Ministerium weist auf die guten Kontakte zur Stiftung Aufarbeitung und der Gedenkstätte Hohenschönhausen hin, die für eine Vorbereitung und Ergänzung einer Maßnahme genutzt werden können.

Hinweis
Weitere Informationen und das entsprechende Antragsformular finden Sie hier.

Saarland

Das saarländische Landesjugendamt unterstützt Bildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche, zu denen auch Fahrten zu Gedenkstätten der SED-Diktatur zählen können, über das Kinder- und Jugendförderungsgesetz.

  • Alter: Zwischen 6 und 27 Jahren
  • Gruppengröße: Max. 40 Teilnehmer/innen
  • Förderung: 11,28 Euro pro Tag und Teilnehmer/in als Fehlbetragsfinanzierung für Fahrt-, Sach- oder Honorarkosten
  • Zugelassen sind Träger der Kinder- und Jugendarbeit, die ihren Sitz im Saarland haben.

Hinweis
Zuständige Antragsstelle ist das Landesjugendamt im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport. Weitere Details zum Antragsverfahren und Sonderregelungen entnehmen Sie bitte direkt dem Gesetzestext.

Sachsen

Das Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert Projekte und Maßnahmen, die eine besondere jugendpolitische Bedeutung haben bzw. einen sogenannten „überörtlichen Bedarf“ erfüllen. Gefördert werden Projekte mit Schülern ab 6 Jahren.

Hinweis
Zuständige Antragsstelle ist der Kommunale Sozialverband Sachsen (KSV). Zugelassen sind Träger der freien Jugendarbeit.

Da sich die Richtlinien auf das gesamte Spektrum der jugendpolitischen Förderungen bezieht, ist es ratsam, direkt Kontakt mit dem KSV aufzunehmen, um eine auf den eigenen Bedarf ausgerichtete Antwort zu erhalten.

In Sachsen ist die pädagogische Arbeit in Gedenkstätten eng mit den schulischen Lehrplananforderungen verknüpft. Entsprechend haben sächsische Gedenkstätten Bildungsmaterial und Seminarkonzepte passend aufbereitet. Für Schulklassen sind Eintritt und Führung kostenfrei, eine weitergehende finanzielle Unterstützung besteht nicht. Eine Kontaktaufnahme mit den Gedenkstätten im Vorfeld wird erwartet. Für die außerschulische Bildung bietet die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung selbst Seminare in der Gedenkstättenarbeit an. Veranstaltungen in diesem Kontext werden auch von der Stiftung Sächsischer Gedenkstätten durchgeführt.

Eine Förderung von Gedenkstättenfahrten durch den Sächsischen Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen ist grundsätzlich möglich und erfolgt als Zuwendung nach vorheriger Absprache mit der Behörde. Die Mittel sind beschränkt.

Hinweis
Kontakt und weitere Informationen gibt es hier (Ansprechpartnerin: Frau Dr. Aris).

Sachsen-Anhalt

Gedenkstättenfahrten werden im Rahmen der Maßnahmen allgemeiner politischer Bildung gefördert. Kriterien und Kontaktmöglichkeit:

  • Alter: Mind. 15 Jahre
  • Gruppengröße: Mind. 10 Teilnehmer/innen
  • Förderung: Maximal 50% der entstehenden Kosten als Fehlbedarfsfinanzierung. In der zugrunde liegenden Richtlinie sind maximale Bemessungshöhen festgelegt. Es wird die Erhebung eines Teilnahmebeitrages erwartet.
  • Abgabefristen: Bis zu acht Wochen vor Beginn der Fahrt
  • Zugelassen sind Träger der Freien Jugendarbeit.

Schleswig-Holstein

Gedenkstättenfahrten zu Orten des SED-Unrechts werden in Schleswig-Holstein nicht gefördert. Auf Anfrage bietet der zuständige Referent der Landeszentrale für politische Bildung Vorträge in diesem Themenbereich an.

Thüringen

In Thüringen ist im schulischen Bereich für die Förderung von Gedenkstättenfahrten die „Richtlinie zur Förderung von unterrichtsbegleitenden und außerunterrichtlichen schulischen Maßnahmen an Thüringer Schulen“ vom 19. April 2008 (ABl.TMBWK 7/2008) maßgeblich.

  • Inhaltlicher Hintergrund für schulisches Handeln sind neben dem „Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ vom Dezember 2010 auch die Vorgaben der Thüringer Lehrpläne.
  • Zugelassene Träger: Antragsteller für derartige Projekte und Maßnahmen können neben den Schulträgern auch eingetragene Schulfördervereine oder öffentliche und freie Träger sein. Förderfähig sind nur Thüringer Schüler/innen mit Maßnahmen in Thüringen.
  • Förderung: Sachmittel, Honorare oder auch Fahrtkosten. Die Förderung beträgt in der Regel höchstens 80% der als zuwendungsfähig anerkannten Gesamtkosten.

Hinweis
Antragstelle ist das Staatliche Schulamt Weimar. Hier finden Sie weitere Details.

Von der Landeszentrale für politische Bildung werden Projekttage an Gedenkstätten Thüringens für schulische und außerschulische Bildungsträger gefördert. Kriterien und Kontaktmöglichkeit:

  • Zugelassene Träger: Schulen und Träger der Jugendarbeit
  • Alter: Mind. Klassenstufe 9
  • Abgabefristen: 2x jährlich, aber auch zwischendurch wird die Kontaktaufnahme empfohlen.

Hinweis

Schulen bietet die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen in Thüringen Quellen-Zeitzeugen-Projekte, die Betreuung von Seminarfacharbeiten, projektbezogenes Arbeiten im Rahmen des Unterrichtes an (auf Anfrage). Hier wird zunächst Quellenstudium anhand von Dokumenten vermittelt, anschließend können für die teilnehmenden Schülergruppen Zeitzeugengespräche organisiert werden. Das Angebot ist kostenfrei, möglicherweise anfallende Fahrtkosten werden von den Schülergruppen selbst übernommen. Zur Vorbereitung wird um Kontaktaufnahme mit der Landesbeauftragten gebeten. Weitere Informationen gibt es hier.

Zum politischen Bildungsangebot der Landesbehörde gehören Wanderausstellungen zur Thüringer Zeitgeschichte, deren Spektrum jährlich mit einem aktuellen Thema erweitert wird (2009 – Friedliche Revolution/Open Air, 2011 – Mauerbau/Open Air, 2012 – Zwangsaussiedlung/Rollup, 2013 – Volksaufstand 17.Juni). Zur Verbreitung setzt sie dabei auf die Kooperationen mit Schulen und anderen Einrichtungen: Diese sind eingeladen, ihre Räumlichkeiten als Ausstellungsort zur Verfügung zu stellen. Dies ist für die Kooperationspartner kostenlos. In der Regel organisiert die Landesbeauftragte Transport, Versicherung, Info-Material und Begleitprogramm für Schüler bzw. Besucher der Einrichtung, während die Partner vor Ort durch Raumbereitstellung und Medieninformation unterstützen.

Förderung auf Bundesebene

Berlin Klassenfahrt

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin zählt zu einem der meist besuchten Gedenkstätten für Schulklassen.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb fördert über ein breit strukturiertes Trägernetz Projekte und Aktivitäten der politischen Bildungsarbeit und des zivilgesellschaftlichen Engagements. Die finanzielle Unterstützung erfolgt auf der Basis der Förderrichtlinien und kann von Bildungseinrichtungen  in Anspruch genommen werden, die zuvor ein sogenanntes Anerkennungsverfahren durchlaufen haben. Das Veranstaltungsangebot der externen Bildungseinrichtungen ist breit gefächert und umfasst auch Gedenkstättenfahrten, die in der Verantwortung der jeweiligen Trägereinrichtung durchgeführt werden. Eine finanzielle Unterstützung von Gedenkstättenfahrten ist nur über einen anerkannten Träger auf der Grundlage der Richtlinienförderung möglich.

Förderung der Europäischen Union

Im Rahmen des Förderprogramms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ fördert die EU die Erinnerungsarbeit von Stätten, Mahnmalen und Archiven, die sich mit Massendeportationen und Massenvernichtung sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch des Stalinismus befassen. Diese Projekte sollten der Erhaltung bestehender Gedenkstätten, der Reflexion oder der Bildung von Netzwerken dienen.

  • Förderfähig sind entweder Veranstaltungen oder die Produktion und Verbreitung von Websites, Publikationen, Studien oder anderen Bildungsmaterialien, die diesen Zielen dienen. Veranstaltungen werden mit Pauschalbeträgen pro Teilnehmer/in bezuschusst, die je nach Land, in dem die Veranstaltung stattfindet, variieren. Bei Publikationen oder anderen Produktionen wird der Zuschuss auf der Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplanes berechnet. Er kann bis zu 70% der förderfähigen Kosten betragen und muss zwischen 10.000,- und 100.000,- Euro liegen.
  • Abgabefrist: Pro Jahr gibt es in der Regel eine Antragsrunde. Die Projektlaufzeit kann bis zu 18 Monate betragen. Die aktuellen Antragsfristen finden Sie hier.

Hinweis
Weitere Informationen und Beratung finden Sie hier.

Das Förderprogramm „Jugend für Europa“ hat kein eigenständiges Budget zur Förderung von Gedenkstättenfahrten. Besuche von Gedenkstätten können aber Programmbestandteil von Jugendbegegnungen sein. In diesem Fall sind sie im gesamten Förderantrag der Jugendbegegnung zu berücksichtigen und zu budgetieren.

Hinweis
Die genaueren Details der Antragstellung für Jugendbegegnungen finden sich unter www.jugendfuereuropa.de.

Vom Förderprogramm „Jugend für Europa“ wurde auch eine entsprechende Handreichung publiziert:

Seit 2014 gibt es ein von der EU beschlossenes Programm zur allgemeinen und beruflichen Bildung der Jugend. „Erasmus for all“ ist auf sieben Jahre ausgelegt und verfügt über ein Gesamtbudget von 14,7 Mrd. €, mit dem Freiwilligentätigkeiten, Studium, Ausbildung und grenzübergreifende Partnerschaften gefördert werden.

Tipp
Viele Informationen zu weiteren Finanzzuschüssen für Klassenfahrten finden Sie in unserem Artikel „Förderungsmöglichkeiten für Klassenfahrten„.

 

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Carsten Herold

Geschäftsführer HEROLÉ Reisen

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