Lebenslanges Lernen: Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer

Lebenslanges Lernen ist das Stichwort in vielen Berufen. Auch Lehrer müssen nach dem Zweiten Staatsexamen hin und wieder selbst die Schulbank drücken – Fortbildungen sind laut den meisten Landesschulgesetzen nämlich Pflicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer.
Lebenslanges Lernen ist das Stichwort in vielen Berufen. Auch Lehrer müssen nach dem Zweiten Staatsexamen hin und wieder selbst die Schulbank drücken – Fortbildungen sind laut den meisten Landesschulgesetzen nämlich Pflicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer.
Lebenslanges Lernen: Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer
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Welche Fortbildungsmöglichkeiten werden unterschieden?

So vielfältig wie die Lehrer und ihre Fächerkombinationen sind, so vielfältig ist auch das Fortbildungsangebot für Pädagogen. Grundsätzlich wird zwischen Fort- und Weiterbildungen unterschieden. Fortbildungen setzen sich in der Regel mit einem konkreten Thema auseinander und dauern meist nur wenige Stunden oder Tage. Mit einer Weiterbildung qualifizieren sich Lehrkräfte jedoch grundsätzlich für neue Aufgaben im laufenden Schulbetrieb, zum Beispiel als Seelsorger oder Lehrer für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache (DaF/ DaZ).

Unterschieden wird zudem zwischen schulinternen Fortbildungen (SchiLf) und Fortbildungen, für die ein externer Organisator zuständig ist (ScheLf). Während Schulen mit internen Fortbildungen alle Lehrkräfte auf den gleichen Stand bringen, richten sich externe Fortbildungen meist an die speziellen Interessen und Bedürfnisse einzelner Lehrer.

Müssen Lehrer an Fortbildungen teilnehmen?

Die oben beschriebenen schulinternen Fortbildungen sind in aller Regel verpflichtend für das gesamte Kollegium einer Schule. Aber auch abgesehen von diesen wenigen Veranstaltungen besteht für Lehrer eine Fortbildungspflicht.

Wie diese gestaltet ist, hängt vom jeweiligen Bundesland und seinem Schulgesetz ab. Einige Bundesländer wie Bayern geben sehr klare Regeln zur Anzahl der notwendigen Fortbildungen vor, andere Bundesländer überlassen ihren Lehrern einen größeren Entscheidungsspielraum. Ob die Lehrkräfte dieser Pflicht nachgehen, wird nicht in jedem Fall überprüft. Einige Bundesländer wie Berlin wollen ihre Kontrollen aber verschärfen und ein Punktesystem einführen, mit dem die besuchten Fortbildungen dokumentiert werden.

Alle neuen Lehrkräfte sollten sich daher vorab über die Regeln zu Fortbildungen in ihrem jeweiligen Bundesland erkundigen. Empfehlenswert ist es auch, Bescheinigungen von besuchten Workshops aufzubewahren.

Wie finde ich eine geeignete Fortbildung?

Erste Anlaufstelle für Fortbildungen sind die offiziellen Internetseiten der Bundesländer. Diese veröffentlichen in der Regel Kataloge mit den Fortbildungsangeboten auf ihren Internetseiten oder den Bildungsservern. Eine Übersicht haben wir hier zusammengefasst:

Neben diesen öffentlichen Trägern bieten jedoch auch zum Beispiel Lehrerverbände, Gewerkschaften, Stiftungen oder Schulbuchverlage Fortbildungen an. Diese Angebote können zwar ebenfalls sehr hilfreich für Pädagogen sein, dienen aber zum Teil auch dem Zweck, die eigenen Publikationen unter die Lehrerschaft zu bringen. Im Fall privater Anbieter sollten Lehrer zudem sicherstellen, dass die Schulleitung die Weiterbildung auch anerkennt.

Wie entscheide ich mich für eine Fortbildung?

Erstes Kriterium für eine Fortbildung ist natürlich in jedem Fall: Wird sie von der Schulleitung bewilligt? Grundsätzlich sollten Fortbildungen nämlich nicht den regulären Unterricht eines Lehrers tangieren und müssen daher außerhalb seiner Unterrichtszeit stattfinden. Ausnahmen kann die Schulleitung jedoch auf Antrag des Lehrers bewilligen. Eine solche Bewilligung ist auch deshalb wichtig, damit Lehrer einen Kostenzuschuss beantragen können.

Lesetipp

Lehrer können Fortbildungskosten als Werbungskosten in ihrer Steuererklärung geltend machen, wenn sie eine schriftliche Bestätigung vorlegen. Weitere Steuertipps für Lehrer haben wir hier zusammengefasst.

Überlegen sollten sich Pädagogen zudem, wie viel Hilfsbedarf sie hinsichtlich eines Themas haben. Natürlich bietet ein dreistündiger Workshop kaum Möglichkeiten, ein Thema tiefgreifend zu besprechen. Wer sich im Schulbetrieb regelmäßig überfordert fühlt, zum Beispiel im Umgang mit Inklusionsschülern, sollte sich nach mehrtägigen Seminaren oder langfristigen Weiterbildungsmaßnahmen umsehen.

Oftmals sind Lehrer überlastet und haben daher wenig Zeit, neben ihrem regulären Unterricht auch noch langfristige Seminare zu besuchen. Einige Anbieter wie zum Beispiel das Goethe-Institut haben hierfür eine Lösung gefunden: Das Institut bietet zum Beispiel Online-Kurse für Lehrer an, die sich in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache bilden möchten.

Gibt es ausreichend Angebote zur Lehrerfortbildung?

Leider nicht, sind sich viele Lehrer einig. Bereits eine Studie der Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) aus dem Jahr 2009 zeigte, dass sich 58 Prozent der befragten 4000 Lehrer mehr Fortbildungen wünschen. 80 Prozent von ihnen sagten, dass es keine passenden Angebote für sie gebe.

Eine Vodafone Studie aus dem Jahr 2016 verdeutlicht zudem, dass die überwiegende Mehrheit der Lehrer lebenslanges Lernen als einen elementaren Bestandteil ihrer Arbeit ansieht. Jedoch scheitern dabei viele Lehrer an ihrer eigenen Überlastung: 52 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen schwer falle, Lernen in ihren Arbeitsalltag zu integrieren. Zudem fanden nur 27 Prozent, dass Weiterbildung und Innovationsfähigkeit an ihrer Schule gelebte Werte seien.

Im Internet berichten zudem einige Lehrer davon, dass sie von den Fortbildungen sehr frustriert seien. Lange Vorstellungsrunden, nur wenig pädagogischer Input und schlechte Methodik gehören zu oft genannten Kritikpunkten.

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