Tipps für konstruktive Elterngespräche

Elterngespräche haben den Ruf, schwierig zu sein: Wenn es um eine gefährdete Versetzung, schlechte Noten oder die vermeintlich ungerechte Behandlung ihres Kindes geht, werden Eltern schnell emotional. Sie interpretieren Kritik am Schüler leicht als einen Angriff auf ihre Erziehungsfähigkeiten und werden unsachlich. Lehrer fühlen sich in dieser Situation wiederum leicht in ihrer Kompetenz angegriffen, sodass sich die Fronten verhärten. Das muss jedoch nicht sein! Wir verraten Tipps, damit das nächste Elterngespräch konfliktfrei über die Bühne geht.
Elterngespräche haben den Ruf, schwierig zu sein: Wenn es um eine gefährdete Versetzung, schlechte Noten oder die vermeintlich ungerechte Behandlung ihres Kindes geht, werden Eltern schnell emotional. Sie interpretieren Kritik am Schüler leicht als einen Angriff auf ihre Erziehungsfähigkeiten und werden unsachlich. Lehrer fühlen sich in dieser Situation wiederum leicht in ihrer Kompetenz angegriffen, sodass sich die Fronten verhärten. Das muss jedoch nicht sein! Wir verraten Tipps, damit das nächste Elterngespräch konfliktfrei über die Bühne geht.
Tipps für konstruktive Elterngespräche
Letzter Nächster Lesezeit 3 Min.

1. Innere Haltung überprüfen

Lehrer haben oftmals bereits Erfahrungen mit den Eltern ihrer Schüler gemacht und können daher einschätzen, wie problematisch das Gespräch verlaufen wird. Das kann zugleich ein Vor- und Nachteil sein: Bei mutmaßlich unkomplizierten Eltern gehen Lehrer entspannter ins Gespräch. Wenn die Eltern jedoch in der Vergangenheit schwierig waren, ist die Atmosphäre von Beginn an angespannt. Wichtig ist daher, vor einem Gespräch noch mal die eigene Haltung zu überprüfen und zu versuchen, den Erziehungsberechtigten möglichst neutral zu begegnen. Nur unter dieser Voraussetzung begegnen sich die Gesprächspartner auf Augenhöhe.

2. Das Gespräch vorbereiten

Im Lehreralltag bleibt neben Korrekturen, Unterrichtsvorbereitungen und Administration oft nicht viel Zeit. Dennoch ist es wichtig, vorbereitet in ein Elterngespräch zu gehen. Hilfreich sind Notizen zum Verhalten des Schülers, Klassenarbeiten und Tests sowie das Klassenbuch. Anhand dieser Unterlagen lässt sich Kritik leichter formulieren.

3. Den Gesprächsfaden in der Hand halten

Gerade wenn Eltern aufgebracht sind, übernehmen sie schnell die Führung des Gesprächs und lassen den Lehrer kaum zu Wort kommen. Dem sollten Pädagogen bewusst entgegenhalten und von Anfang an versuchen, den Gesprächsfaden in die Hand zu nehmen. Das gelingt beispielsweise, indem sie den Eltern einen Platz anbieten, kurz den Anlass und den Ablauf des Gesprächs erklären: Bei einem Erstgespräch geht es zunächst um die schulische Situation, um eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und Ziele zu formulieren. Bei einem konkreten Anlass liegt der Fokus sofort auf der Situation. Danach ist Zeit, um Fragen zu klären und konkrete Maßnahmen zu besprechen.

4. Aktiv zuhören

Wenn Eltern unfair sind und den Unterricht harsch kritisieren, besteht schnell Gefahr, dass der Lehrer irgendwann aus der Fassung gerät und entsprechend aufgebracht antwortet. Um nicht in diese Falle zu geraten, sollte die Lehrkraft so gut es geht aktiv zuhören und Kritik erst einmal zulassen. Nur so fühlen sich Eltern ernstgenommen und ein konstruktives Gespräch kann beginnen.

5. Notizen machen

Eltern und Lehrer treffen sich in der Regel mindestens einmal im Jahr, oft sogar mehrfach im Schuljahr. Damit die Lehrkraft jederzeit weiß, auf welchem Entwicklungsstand sich das Kind zuletzt befunden hat und welche Maßnahmen besprochen wurden, sind bei einem Elterngespräch unbedingt Notizen notwendig. Sie bilden eine wichtige Grundlage für Folgegespräche und verhindern, dass die Gesprächsteilnehmer unterschiedliche Erinnerungen haben.

6. Lernstand des Kindes erklären

Wie entwickelt sich der Schüler? Diese Frage ist für Elterngespräche zentral und wird zugleich hitzig diskutiert. Um nicht im Streit zu enden, sollte die Lehrkraft möglichst sachlich, sensibel und konkret formulieren, was aktuell im Unterricht noch nicht optimal läuft. Anstatt pauschale Aussagen zu treffen, ist es besser, konkret an einzelnen Beispielen aufzuzeigen, wo aktuell die Probleme liegen und wie sich das Kind perspektivisch weiterentwickeln kann.

7. Grenzen ziehen

Trotz bester Absichten kann es passieren, dass die Gesprächsatmosphäre stark überhitzt ist und Eltern unfair werden. Wenn die Lehrkraft dies bemerkt, sollte sie offen ansprechen, dass der Tonfall unangemessen ist. Im Zweifelsfall ist es besser, das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen und gegebenenfalls einen zweiten Lehrer des Kindes, den Sozialarbeiter oder Schulpsychologen um Unterstützung zu bitten.

8. Kompromisse finden

Nicht in jedem Fall ist es möglich, mit den Eltern auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. In einigen Fällen kann es einfach sein, dass Lehrer andere Ansichten und Herangehensweisen haben als die Erziehungsberechtigten ihrer Schüler. Manchmal besteht die beste Lösung darin, einen Kompromiss einzugehen und sich mit einem Teilergebnis zufrieden zu geben. In diesem Fall ist es allerdings wichtig, die Lernziele schriftlich festzuhalten und ein weiteres Elterngespräch zu vereinbaren.

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