Unsere Reisebloggerin Nina im Interview

Unsere Reisebloggerin Nina im Interview

Nina Hüpen-Bestendonk (30) aus Berlin liegt das Reisen im Blut. Mit Videoproduktionen und Reisefotografie für verschiedene Online Medien kann Sie Ihr Fernweh ganz professionell ausleben. Als Bloggerin für unser #klassenfahrtdiary wird Sie mehrere Klassen an unterschiedliche Orte begleiten. Zuvor gab Sie uns in einem Interview ein paar Einblicke in das Leben als Reisebloggerin und teilte einige Erinnerungen mit uns.

Fernweh, Reisen, Bloggen

Erzähl uns von deinem ersten eigenen Urlaub – ohne Eltern oder auf Klassenfahrt.

Es gab diesen einen Sommer als ich gerade 15 geworden war, ich trat mit einer Freundin eine sehr lang geplante Reise mit einem Jugenreiseveranstalter nach Griechenland an und verbrachte dort 2 Wochen in einem riesigen Camp. Das hat mir einerseits super gefallen, es gab immer irgendwelches Happening und die Besichtigungen der schönsten antiken Orte in Griechenland. Allerdings war ich vermutlich auch schon ein bisschen zu alt für diese spezielle Gruppe. Kaum war ich zurück Zuhause schnappte ich mir deshalb spontan ein paar Mädels und Jungs aus meinem Freundeskreis und wir ließen uns von unseren Eltern auf einen Zeltplatz nach Holland bringen und verbrachten dort eine Woche mit Campingkocher, Lagerfeuer am Strand und Radtouren entlang der Dünen. Das war das erste Mal die ultimative Freiheit. Ich muss aber dazu sagen, dass die Phase, in der ich nicht mit den Eltern in den Urlaub wollte, nur sehr kurz war. Ich fahr auch gern mit Mama und Papa weg.

Nina in IslandWie bist du auf die Idee gekommen, über deine Reisen zu bloggen? Wie wird man eigentlich professioneller Reiseblogger und kann das jeder werden?

Natürlich habe ich damals nicht die Schule verlassen und gedacht „ich werde Reisebloggerin“, denn damals gab es Blogs noch nicht und ich hatte auch erst einmal einen ganz anderen Berufswunsch: Designerin. Ich bin aber schon immer viel gereist und habe nicht nur durch das Studium schon immer leidenschaftlich gerne fotografiert und war auch schon immer viel im Internet unterwegs. So kam irgendwann eines zum anderen. Während meines Auslandssemesters in Barcelona habe ich meinen ersten Blog erstellt, damals noch nur für Freunde und Familie und ab 2009 habe ich dann am Aufbau eines großen Blogprojekts mitgewirkt. 2011 kam mein eigener Reiseblog „Smaracuja“, der ziemlich schnell relativ erfolgreich wurde und es mir möglich machte meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Es gibt nicht „den einen Weg“ Reiseblogger zu werden. Das wichtigste ist Leidenschaft, ein bisschen Talent (Für Fotos, Texte oder Videos), Geduld und Durchhaltevermögen. Es kann unter Umständen sehr lange dauern, bis die ersten Leser außerhalb deines Freundeskreises auf deinen Blog kommen und bis das passiert muss man eben immer dran bleiben und nicht aufgeben. Das Ganze geht nicht von jetzt auf gleich!

Was sind deine Top3-Reiseziele?

Island
Glasgow
Melbourne

An welche Orte willst du unbedingt noch reisen?

Ich will natürlich eigentlich überall hin. Im Moment reizt mich Südafrika besonders stark.

An welche Orte willst du vielleicht gar nicht reisen?

„Sag niemals nie!“ sagt man ja bekanntlich. Ich habe aber tatsächlich nicht die geringste Ambition nach Indien zu reisen, auch wenn mir das ständig empfohlen wird. Es reizt mich einfach nicht und ich glaube es wäre keine Reise, die mir gefallen würde, dazu kenn ich mich inzwischen gut genug.

Welches ist deiner Meinung nach das am meisten unterschätzte Reiseziel? Und warum lohnt es sich doch?

Ganz klar Deutschland! Als Deutsche vergessen wir ganz gerne immer wieder, in was für einem wunderschönen Land wir leben. Wir haben wundervolle Gebirge, tolle alte Städte und Schlösser, hübsche Wälder, hippe Großstädte, Wintersport, Inseln… alles da! Ich versuche eigentlich mindestens einmal im Jahr mir etwas in Deutschland anzusehen, was ich noch nicht kenne. Dieses Wochenende geht´s  für mich zum ersten Mal an die Ostsee und ich freue mich wie ein kleines Kind!

Nina on the RoadDu hast auf deinen Reisen ja schon viele Winkel der Erde gesehen. An welchem könntest du dir vorstellen, sesshaft zu werden?

Obwohl mein erster Gedanke Island war, weil das einfach das schönste Land der Erde ist, könnte ich mir nicht vorstellen dort 4 Monate im Jahr im Dunkeln zu leben. Deshalb wäre es wohl etwas, das ähnlich ist wie bei uns, nur mit wärmeren Wintern. Melbourne vielleicht?

Heimweh vs. Fernweh – Was lässt sich besser ertragen?

Im Prinzip sind beides für mich Dinge, an die ich mich total gewöhnt habe. Sie gehören zu meinem Alltag als Vielreisende. Was allerdings schlimm ist, ist wenn sie gleichzeitig auftreten. Ich habe einen Artikel auf meinem Blog darüber geschrieben, wie sich das anfühlt, wenn man gleichzeitig Heimweh hat, aber noch nicht nach Hause will. Das Gefühl hat mich damals total umgehauen und war ganz neu für mich.

Der Klassiker: drei Dinge, die du mit auf eine einsame Inseln nehmen würdest. Was würdest du einpacken?

Ganz ehrlich? Ich will überhaupt nicht auf eine einsame Insel. Da würde ich mich vermutlich nach 5 Minuten langweilen. Deshalb, wenn es unbedingt sein muss: 3 Freunde!

Back to school – Als Blogger auf Klassenfahrt

Was können die Schüler von einer Reisebloggerin, die mit auf Klassenfahrt fährt, erwarten?

Das Klischee, des umherwuselnden Bloggers, der immer an seinem Smartphone oder der Kamera hängt, stimmt in meinem Fall leider durchaus. Was aber nicht heißt, dass man sich mit mir nicht unterhalten kann. Ich habe viele witzige Reisegeschichten auf Lager…

Worauf freust du dich schon am meisten?

Ich finde das immer total spannend, in die Gesichter anderer Reisenden zu sehen. Zu beobachten, wie sie einen Ort gerade erleben oder erfahren, ob sie überhaupt dafür offen sind und wie es ihnen gefällt. Darauf freue ich mich. Und auf Rom. In Rom war ich nämlich noch nie!

Nina in EnglandWenn du an deine Klassenfahrten zurückdenkst – welche Erlebnisse haben sich besonders eingeprägt?

Ich hatte wirklich viele tolle Klassenfahrten, die uns als Klasse oder Stufe meistens enger zusammengeschweißt haben. Grundsätzlich war mir das, was wir uns auf Klassenfahrten gesehen haben meistens nicht genug. Ich wollte eigentlich am liebsten immer noch mal alleine durch Florenz  oder Pisa laufen und die Kirchen und Paläste fotografieren, was natürlich bei einer großen Gruppe nicht ging. Noch heute fällt mir das bei Gruppenreisen in meinem Beruf manchmal schwer mich an das Rudel zu halten. Das schöne an solchen Klassen- oder Gruppenfahrten ist aber, dass man mit Leuten Zeit verbringt, mit denen man ansonsten vielleicht gar nicht so viel Zeit verbringen würde und sie so besser kennenlernt. Für mich haben sich dadurch sehr viele tolle Freundschaften ergeben.

Zum Abschluss: Was für ein Typ warst du auf Klassenfahrten? Hatten es die Lehrer leicht mit dir?

Ich glaube, grundsätzlich war ich schon ein nettes Mädchen. Wenn ich aber eins nicht leiden konnte, waren es unlogische Regeln oder wenn jemand unfair behandelt wurde. Da konnte ich dann auch schonmal ein bisschen renitent werden

Monique Schmieder

Ihre Reiseexpertin für Tschechien.

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