Mit Selfie-Stick durch München – #klassenfahrtdiary München

Mit Selfie-Stick durch München – #klassenfahrtdiary München

München, 7. bis 11. September 2015

„Von welchem Fußballverein bist du Fan?“ lautet eine der ersten Fragen, die mir die Jungs aus der 10. Klasse der Nikolaus-Kopernikus-Realschule stellen. „BVB“, sage ich wahrheitsgemäß und kann damit sofort punkten. Warum? Weil die Schülerinnen und Schüler aus Dortmund kommen. Eine hervorragende Basis für die kommenden Tage!

Ich treffe die 22 Jugendlichen im A&O Hostel in München-Laim, ein bisschen müde sehen sie aus – sie haben gerade die erste Nacht auf Klassenfahrt hinter sich. „Ich konnte erst um halb vier einschlafen“, erzählt Assad. „Das war endkrass!“ Auf meine Frage nach dem Warum sagt er: „Einer in meinem Zimmer hat die ganze Zeit Videospiele gezockt, ein anderer geschnarcht.“ Nach einer kurzen Pause fügt er – ein wenig kleinlaut – hinzu: „Na ja, und ich hab mir abends noch drei Red Bull reingepfiffen.“ Alles klar!

 

Stadtführung durch München - #klassenfahrtdiary

Noch etwas müde, aber mit Elan geht es lam Morgen los zur Stadtführung.

Ja, die erste Nacht ist immer ein bisschen aufregend. Trotzdem stehen die Jungs und Mädels aufrecht und pünktlich um 10 Uhr am Fischbrunnen auf dem Marienplatz, wo die gebuchte Stadtführung beginnt. Zugegeben: Ein Stadtspaziergang gehört in der Regel nicht zu den allergrößten Highlights für Schüler – zu viel Laufen, zu viele Kirchen, zu wenig Freizeit. Aber es kommt immer darauf an, was unterwegs so passiert.

So zögern Kadir und Elyesa auf dem Odeonsplatz keinen Moment und erklimmen die beiden Löwen, die am Treppenaufgang zur Feldherrnhalle thronen. Erst als er es geschafft hat, ruft Kadir mir zu: „Darf man hier überhaupt hoch?“ Ich weiß die Antwort nicht, aber das Erinnerungsfoto ist schon im Kasten.

Erklimmen des Löwen am Odeaonsplatz - #klassenfahrtdiary

Akrobatische Höchstleistungen stehen neben der Stadtführung auch auf dem Programm.

Wie das auf Klassenfahrten immer so ist: Pompöse Treppen haben eine enorme Anziehungskraft auf Schulklassen – weil sie sich hervorragend für ein Gruppenfoto eignen. Deshalb bleiben wir noch etwas länger, und die Schülerinnen und Schüler positionieren sich auf den Stufen. Dann trennt sich Thanesika von ihrer Gruppe, geht ein paar Schritte nach vorne und fummelt etwas aus ihrer Handtasche hervor.

Das ist der Moment, an dem ich merke, dass auch ich auf Klassenfahrt immer noch was lernen kann. Ich war bisher nämlich der Meinung, dass Selfie-Sticks ein Phänomen sind, das sich in seiner Beliebtheit auf den asiatischen Raum beschränkt und dort auch nach kurzer Hochzeit irgendwann wieder untergehen wird – so ähnlich wie die südafrikanische Vuvuzela zur Fußball-WM 2010. Ihr erinnert euch… Aber weit gefehlt! Thanesika liefert mir den Beweis, dass Selfie-Sticks längst auch in Deutschland angekommen sind.

Gruppenfoto mit Selfie-Stick in München - #klassenfahrtdiary

Der Selfie-Stick darf auch auf Klassenfahrt nicht fehlen.

Die Klasse hat in dieser Woche in München so einiges auf dem Programm: Ein Besuch im Deutschen Museum, eine Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Dachau, ein freier Nachmittag im Olympiapark, ein Abend in der Jugenddisco D-Light und ein Tag in den Bavaria-Filmstudios.

 

Ziemlich viel und vor allem: Ziemlich viel Gutes! Aber mit einer Aktivität haben sie alle nicht gerechnet…

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Christoph Karrasch

Reiseblogger und Abenteurer.

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