Kleine Klischees auf Klassenfahrt – #klassenfahrtdiary London

Kleine Klischees auf Klassenfahrt – #klassenfahrtdiary London

Es gibt ein paar Dinge, auf die man sich verlassen kann. Zum Beispiel, dass Frauen morgens in der Regel ein bisschen länger im Bad brauchen. Oder dass es in London regnet. Aber ist das wirklich wahr? Oder doch bloß Klischee? Unsere Klassenfahrt in die Hauptstadt Großbritanniens liefert gleich zu Beginn überraschende Erkenntnisse.

Sommerwetter und Mehr

London Tower Bridge - #klassenfahrtdiary 2016

Immer ein beliebtes Fotomotiv

In der U-Bahn vom Flughafen in die Stadt schüttele ich mein Smartphone zur Sicherheit noch mal. Sonne in London? Bei 25 Grad? Irgendwas stimmt doch mit der Wetter-App nicht. Noch nie vom typisch englischen Wetter gehört? Oder ist der Empfang hier unten in der Underground so schlecht, dass sich die Daten gerade nicht aktualisieren lassen? Doch tatsächlich: Als ich aus dem U-Bahn-Schacht nach oben laufe und zum ersten Mal ans Londoner Tageslicht gelange, werde ich von strahlend blauem Himmel begrüßt. Wow!

Ich habe damit offenbar genauso wenig gerechnet wie die Schülerinnen und Schüler der Gewerbeschule Bühl, die ich auf ihrer Studienfahrt begleiten werde. Vor dem Smart Hostel nördlich des Hyde Park treffe ich sie zum ersten Mal – einige haben Sonnencreme in der Hand, andere bereits rote Nacken.

Aussehen ist eben alles…

Fast alle sind pünktlich versammelt, nur eine Person aus der Gruppe ist bisher noch nicht aufgetaucht. Die Schüler rollen mit den Augen, sie wissen schon, was los ist. Klar, denke ich – eins der Mädels ist halt noch nicht fertig. Aber weit gefehlt: Sein Name ist Ersan und er arbeitet oben im Zimmer noch an seiner Frisur. Die Gruppe versichert mir, dass der hübsche junge Mann jeden Morgen der letzte sein wird. Es wird applaudiert, als er endlich da ist.

Die Schüler bei der Arbeit - #klassenfahrtdiary 2016

Ersan auf Klassenfahrt: Zeit für Schönheit muss sein

Es besteht ein grober Plan für die kommenden Tage: Einige Programmpunkte sind fest eingeplant, so zum Beispiel eine Walking Tour, die sich um den Londoner Serienkiller Jack The Ripper dreht, Führungen durch Shakespeare’s Globe Theatre und die Fuller’s-Brauerei sowie ein Besuch der Tower Bridge Exhibition. Moment – eine Ausstellung zur Tower Bridge? „Ist das nicht total langweilig?“ möchte da der ein oder andere übermüdete Schüler rufen. Aber spätestens beim Gang über den Glasboden rund 50 Meter über der Themse sind die letzten Zweifel wie weggeblasen und alle Kameras im Selfie-Mode.

Jeder kommt auf seine Kosten

Neben diesen wenigen fixen Programmpunkten haben die 19 Schüler und zwei Schülerinnen (die Gewerbeschule Bühl ist ein Technisches Gymnasium, und einige Klischees bestätigen sich halt nach wie vor) jede Menge Gelegenheit, ihre eigenen Wünsche zu äußern. Theresa und Sophie wollen gerne in das alte Kaufhaus Harrod’s, Ersan, Manu, Niclas und einige weitere Jungs eine Tour durchs Fußballstadion von Arsenal London machen. Klassenlehrerin Frau Fritz hat den Wunsch, den Schülern Covent Garden und Camden Town zu zeigen – und Herr König weiß mit einem absoluten Geheimtipp zu punkten, den er auf seiner letzten Klassenfahrt nach London kennengelernt hat: Eine fantastische Aussicht über London vom Primrose Hill aus.

Blick vom Primerose Hill - #klassenfahrtdiary 2016

Fantastischer Blick vom Primerose Hill

Übrigens ist es an fast allen Tagen bei den sommerlichen Verhältnissen geblieben – nur einmal hat sich das englische Wetter dann doch noch gezeigt. Als wir gerade den Gauklern und Händlern in Covent Garden zugeschaut haben, prasselten plötzlich wie aus dem Nichts cats and dogs vom Himmel. Ersans Frisur hat’s leider nicht überlebt.

Und hier könnt ihr euch den Film anschauen: herole.de/klassenfahrtdiary/keep-calm-and-go-to-london-2016/

Christoph Karrasch

Reiseblogger und Abenteurer.

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