High-Fives in Pisa – #klassenfahrtdiary Toskana

High-Fives in Pisa – #klassenfahrtdiary Toskana
Gruppenbild in San Gimignano #klassenfahrtdiary 2016

Lachende Gesichter vor den Türmen in Sam Gimignano

Ein Novum beim #klassenfahrtdiary: Der 12. Jahrgang des Christoph-Jacob-Treu-Gymnasiums aus dem mittelfränkischen Lauf verbringt seine Studienfahrt in der Toskana auf einem Campingplatz. Ja, ihr habt richtig gehört. Das hat’s hier in den letzten Jahren bisher noch nicht gegeben. Funktioniert im Falle des Campeggio Paradiso in Viareggio hervorragend, da der Campingplatz Fünfer- und Sechser-Holzbungalows als Unterkünfte für Schulklassen anbietet. So bezieht jede Klasse ein eigenes kleines „Bungalowdorf“. Und das Beste: Jede Hütte hat eine Holzveranda zum Chillen. Das macht die Angelegenheit besonders gemütlich.

Auf geht’s in die 3. Runde

„Dürfen wir Sie duzen?“, lautet Janas erste Frage in meine Richtung, als ich an einem sommerlich warmen Septembermontag das erste Mal auf die Gruppe treffe. Jana sitzt gerade mit Magdalena, Anna-Lea und den anderen Mädels auf ihrer Veranda. Ich antworte, was ich immer antworte: „Ihr müsst sogar, sonst bin ich beleidigt.“ Von weiter hinten höre ich Saitengezupfe. Tobi, Georg und Alex sitzen vor ihrem Bungalow, haben Gitarren auf dem Schoß und spielen „Ain’t No Sunshine“. Das könnte eine ziemlich lässige Woche werden.

Was die Sache mit dem Campingplatz abrundet: Das Mittelmeer ist nur ungefähr fünfzehn Minuten zu Fuß entfernt. Wir verabreden uns gleich zu Beginn, einen der kommenden Abende mit Lagerfeuer und Singen am Strand zu verbringen.

Ein Hoch auf unseren Busfahrer - #klassenfahrtdiary 2016

Ein Hoch auf Busfahrer Raphael

Tagsüber sind wir stets mit dem Bus unterwegs, mit dem die Gruppe auch aus Lauf angereist kam. Unseren eigenen Fahrer haben wir entsprechend dabei – und der entspricht so gar nicht dem üblichen Klischee: Raphael trägt Sidecut und Sonnenbrille, ist braungebrannt und gerade erst 22 Jahre alt. Das geht schlimmer, denken sich einige der Mädels und grinsen.

Wir besuchen das mittelalterliche Bergdorf San Gimignano, laufen durch die alten Gassen von Florenz und schauen uns selbstverständlich auch Pisa an. Weltberühmt durch den Schiefen Turm – und seit Jahren auch durch Millionen von Instagram-Fotos, auf denen Menschen ihre Hände im richtigen Winkel ausstrecken und sich so gegen den Turm zu lehnen scheinen. Ihr wisst, was ich meine. Die lustigste Szene unseres Pisa-Ausflugs liefert Leonie: „Mach mal die Videokamera an“, ruft sie und rennt anschließend gemeinsam mit Helin durch die Gasse posender Touris, um jeder ausgestreckten Hand ein High-Five zu verpassen.

Das letzte Mal zusammen auf Klassenfahrt

Das neue Schuljahr hat gerade angefangen, es wird für die Laufer Schülerinnen und Schüler das letzte sein. Viele machen sich bereits Gedanken darüber, wie es mit ihnen nach dem Abi weitergehen wird. Das merke ich in diesen Tagen deutlich. „Ich finde die Entscheidung wahnsinnig schwer“, erzählt Jana, als wir abends durch den Wald zum Strand laufen. „Sie wird mein gesamtes weiteres Leben bestimmen.“ International Management und Medizin stehen bei ihr gerade hoch im Kurs, ein Jahr nach Südafrika möchte sie außerdem. Die Gitarrenjungs haben auch Pläne: „Wir wollen nächsten Sommer nach dem Abi mit unseren Gitarren unterwegs sein“, erzählt Georg. „Einfach von einer Stadt in die nächste reisen, ein bisschen Straßenmusik machen und abends vielleicht mal in ’nem Club spielen.“

Gruppenbild mit schiefem Turm - #klassenfahrtdiary 2016

Obligatorisch: Ein Gruppenbild vor dem schiefen Turm in Pisa

An diesem Abend steht erstmal das geplante Strandkonzert an. Ein paar Schüler spielen mit den Lehrern Beachvolleyball, auf einem Patchwork aus Picknickdecken und Badehandtüchern sitzen die restlichen Jungs und Mädels und singen gemeinsam einen Welthit nach dem anderen. „Wonderwall“, „Stand By Me“, „I See Fire“ – die Stimmung ist wunderschön, ich kann meine Gänsehaut nicht verbergen.

Ja, es stimmt: Wenn das letzte Schuljahr anbricht, beginnt eine besondere Zeit. Man schaut zurück auf seine Schulzeit, die nun langsam zu Ende geht, und weiß noch gar nicht so genau, wie das Leben eigentlich ohne Schule aussehen soll. Was wird kommen? Was werde ich mit meinem Abi anstellen können? Was will ich überhaupt? Möglichkeiten gibt es tausendfach, eine Entscheidung wird dadurch bei manchen umso schwerer.

Vielleicht ist eine Klassenfahrt zu diesem Zeitpunkt genau deshalb etwas sehr Wertvolles. Eine Woche lang geht es mal nicht um den Schulalltag, nicht um Hausarbeiten oder die Gedanken um den anstehenden Abistress. Bevor das alles so richtig losgeht, ist endlich mal Zeit, um Ideen sprudeln zu lassen. Gedanken, wie das Leben werden könnte.

Fotokunst in der Toskana - #klassenfahrtdiary 2016

Ein bisschen Kunst muss auch sein: Anna-Lenas Sonnenbrille eignet sich dafür besonders gut

Die Sonne ist inzwischen im Meer versunken, der Mond steht hell überm Wald, unten im Sand knistert ein Lagerfeuer. Mit jeder Welle rauscht eine neue Idee heran – oder vielleicht auch nicht. Ist nicht schlimm, dann singen wir einfach noch ein Lied zusammen. Die Nacht ist ja noch jung – und das Leben erst.

Und hier könnt ihr euch das Video unseres #klassenfahrtdiary in die Toskana anschauen: herole.de/klassenfahrtdiary/la-dolce-vita-auf-klassenfahrt-toskana

Christoph Karrasch

Reiseblogger und Abenteurer.

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