Mehr Nachhaltigkeit im Klassenzimmer: So geht es

Klimaerwärmung, Umweltschutz, Nachhaltigkeit: Ein Themenkomplex, der Jugendliche heute stark beschäftigt und Lehrern vielfältige Ansatzmöglichkeiten für den Unterricht bietet: Dies beginnt bei der Vermittlung des theoretischen Wissens um den Einfluss von CO2 auf das Weltklima und kann bei Aktionstagen mit Spendensammlung in der Schule enden.
Klimaerwärmung, Umweltschutz, Nachhaltigkeit: Ein Themenkomplex, der Jugendliche heute stark beschäftigt und Lehrern vielfältige Ansatzmöglichkeiten für den Unterricht bietet: Dies beginnt bei der Vermittlung des theoretischen Wissens um den Einfluss von CO2 auf das Weltklima und kann bei Aktionstagen mit Spendensammlung in der Schule enden.
Ein Mädchen steht auf dem Wurzelwerk eines Ahornbaums
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Bereits 2017 wurde der Nationale Aktionsplan verabschiedet, der Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen des deutschen Bildungssystems verankern will. Das Bundesumweltministerium hat zu diesem Zweck eine Linksammlung zusammengestellt. Diese führt zu zahlreichen Materialien für die pädagogische Bildungsarbeit rund um das Thema Nachhaltigkeit (Nachhaltigkeit im Unterricht).

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Der Begriff ist derzeit in aller Munde und wird in verschiedenen Kontexten verwendet. Ursprünglich stammt er aus der Forstwirtschaft. Mit „nachhaltigem Wirtschaften“ war dort gemeint, dass Förster nicht mehr Bäume fällten als nachwuchsen. Mittlerweile wird dies auf alle Bereiche des menschlichen Lebens ausgedehnt: Die heutigen Generationen sollen so wirtschaften, dass auch folgende Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden.

Derzeit ist die Menschheit davon weit entfernt: In diesem Jahr fiel der „Earth Overshoot Day“ bereits auf den 29. Juli. Dies bedeutet, dass an diesem Tag alle Ressourcen aufgebraucht waren, die die Erde im ganzen Jahr selbst wiederherstellen kann: Ozeane werden schneller leergefischt als sich Fischbestände erholen können, Wälder schneller gerodet als sie nachwachsen können. Noch 1987 fiel der „Earth Overshoot Day“ übrigens auf den 19.Dezember. Seither ist der Ressourcenverbrauch dramatisch angestiegen. Der Spruch „Wir gehen mit der Erde um, als ob wir eine zweite im Keller haben“ ist bittere Wirklichkeit geworden.​

Zwar interessieren sich viele Jugendliche ohnehin schon für umweltpolitische Fragen, die großen Einfluss auf ihre eigene Zukunft haben und würden sich gerne stärker engagieren. Doch oft fehlt es ihnen an Hintergrundwissen und seriösen Informationsquellen. Hier sind Schulen und Lehrer gefragt. Sie können Schülern in zahlreichen Schulfächern verschiedene Aspekte des Umweltschutzes nahe bringen und umfangreiches Wissen vermitteln. 

Nachhaltigkeit im Schulunterricht

Soweit machbar, wäre es sinnvoll, das Themenfeld Nachhaltigkeit und Umweltschutz fächerübergreifend im Unterricht zu behandeln und eventuell durch Aktionstage und Ausflüge abzurunden. Für einzelne Schulfächer bieten sich folgende Themen an:

  • Biologie: Ökoysteme, Artenvielfalt und -schutz
  • Chemie: Chemikalien und ihr Einfluss auf die Umwelt (Plastik!)
  • Physik: Energie, Mobilität, Klima
  • Politik: Globalisierung, Klimapolitik
  • Wirtschaft: Konsum & Lifestyle (Einwegbecher, Fast Fashion, etc.)
  • Geographie: Lebensräume, Klimazonen, Weltwirtschaft
  • Geschichte: Entwicklung der Wirtschaft (Industrie), Ressourcenverbrauch
  • Ethik/Philosophie: Lebensstile, Menschenrechte, Ressourcenverteilung
  • Deutsch: Werbung, Kommunikation, manipulative Sprache

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Fachübergreifend können Sie die folgenden Themen in Ihrem Unterricht vorstellen:

Mülltrennung

In Deutschland fallen jedes Jahr rund 40 Millionen Tonnen Abfall in privaten Haushalten an. Sehr viele Abfälle lassen sich recyceln, d.h. aus ihnen entstehen neue Rohstoffe, die wiederum zu neuen Produkten verarbeitet werden. Dadurch kann der Verbrauch endlicher natürlicher Ressourcen gesenkt werden. Leider ist das deutsche Recyclingsystem mit seinen vielen verschiedenfarbigen Mülleimern und anderen Entsorgungsarten immer komplizierter geworden. Dazu sind viele Menschen nur unzureichend über die richtige Mülltrennung informiert. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung stellte in manchen Bereichen bis zu 60 Prozent Fehlwürfe fest. Soll heißen: Mehr als die Hälfte des Mülls wurde falsch entsorgt. Hier kann schulische Bildung bereits früh ansetzen.

Ein Klassiker ist der Pizzakarton, der meist ins Altpapier entsorgt wird. Dies ist jedoch falsch: Da die Kartons meist beschichtet sind und obendrein Pizzareste darin kleben, gehören sie in den Restmüll!

Zum Einstieg in das Thema Mülltrennung kann ein Quiz gespielt werden, bei dem die Schüler raten, wie welche Abfälle entsorgt werden. Anschließend werden die einzelnen Müllsorten wie Restmüll, Papier und gelber Sack näher erläutert.

Viele örtliche Entsorgungsbetriebe bieten für Schulklassen zum Beispiel Führungen durch Abfallsortierungsanlagen an.

Plastik vermeiden

Plastikmüll ist eines der größten Probleme der Welt. Erst seit einigen Jahren engagieren sich die Regierungen weltweit für die Reduzierung von Plastik. Seit der Einzelhandel 2016 anfing, Gebühren für Plastiktüten zu erheben, ging der Verbrauch stark zurück (siehe Abbildung).
Der Umstieg von Einwegplastiktüten auf vielfach verwendbare Einkaufstaschen und –beutel ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten der Plastikvermeidung. Viele Supermärkte bieten heute schon die Möglichkeit, geschnittene Wurst oder Käse direkt in mitgebrachte Behälter zu füllen und stellen wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse bereit.

In den letzten Jahren ist der Verbrauch von Einwegbechern enorm gestiegen: Coffee-to-go lässt grüßen. Auch Jugendliche lieben den samt den Plastikbechern verkauften Lifestyle und tragen so zu fast drei Milliarden Einwegbechern pro Jahr im deutschen Müll bei. Dazu ist der Absatz an Einwegwasserflaschen in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen. Tranken die Deutschen 1980 knapp 40 Liter pro Person im Jahr waren es 2014 sagenhafte 144 Liter. Ein großer Teil wird in Einwegflaschen verkauft. Auch hier lässt sich der Plastikverbrauch leicht durch den Umstieg auf Thermobecher und –flaschen reduzieren.

Vielfältige weitere Möglichkeiten zur Plastikvermeidung können die Schüler im Rahmen des Unterrichts recherchieren und später in der Klasse präsentieren.

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Bäume pflanzen

Wälder sind unverzichtbar für das Weltklima: Sie binden das schädliche CO2 und setzen dafür gesunden Sauerstoff frei. Um das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für die Bedeutung der Wälder zu stärken, gibt es zahlreiche Baumpflanzaktionen. Die Deutsche Umweltstiftung fördert beispielsweise seit Jahren die Aktion „Ein Baum für jedes Kind„. Jeder Schüler erhält einen eigenen Setzling, den er im Schulgarten hegt und pflegt. Dazu wird das Thema anhand einer kostenlosen Aktionsmappe im Unterricht erörtert.

Viele Lehrer setzen auch auf Eigeninitiative und regen das Pflanzen neuer Bäume auf dem Schulgelände bei der zuständigen Stadtverwaltung an. Dazu können Spenden für die Setzlinge gesammelt werden. Vielleicht tritt auch eine Baumschule oder ein Gartencenter mit einer großzügigen Spende als Sponsor auf.

Ist es nicht möglich, selbst Bäume vor Ort zu pflanzen, können die Schüler Patenschaften für Bäume übernehmen, zum Beispiel beim südafrikanischen Precious Tree Project.

Spenden sammeln

Ideal zum Abschluss des Themenkomplexes Nachhaltigkeit im Unterricht ist ein Aktionstag auf dem Schulhof: Dabei präsentieren die Schüler die vielen Ergebnisse der im Unterricht erarbeiteten Themen und geben sie an Schüler anderer Jahrgangsstufen, Eltern und Lehrer weiter. Der Aktionstag ist weiterhin die ideale Möglichkeit, um Spenden für Projekte zu sammeln. Es muss dabei nicht die klassische Sammelbüchse sein.

Immer gern gesehen ist der Verkauf von selbstgebackenen Keksen, Cupcakes und anderen Leckereien. Zusätzlich kann im Rahmen des Aktionstages ein Flohmarkt veranstaltet werden: Schüler verkaufen Kleidung, altes Spielzeug und viele andere Dinge, die sie nicht mehr benötigen und spenden den Erlös für das Projekt.

Die NEUE MASCHE Aktion

Eine neue Form des Spendensammelns bietet NEUE MASCHE aus Freiburg: Schulklassen wählen aus dem Produktkatalog bestimmte Produkte (z.B. Socken, Schmuck oder Grußkarten) und richten eine Verkaufsseite ein. Freunde, Eltern und Bekannte bestellen die Produkte dann online. Ein Teil des Verkaufserlöses fließt dann als Spende in das Projekt. So funktioniert es:

Spendenläufe

Ein Spendenlauf ist der perfekte Höhepunkt eines Aktionstags, kann aber auch separat veranstaltet werden. Dabei sucht sich jeder Schüler einen „Sponsor“ (z.B. die Eltern), die einen festen Betrag für jede gelaufene Runde oder jeden gelaufenen Kilometer spenden. Neben dem klassischen Dauerlauf auf dem Sportplatz oder rund um das Schulgelände gibt es viele weitere Möglichkeiten: Vielleicht haben die Schüler mehr Freude an Fortbewegungsmitteln wie Skateboards, Inline-Skates oder Tretroller. Wettbewerbe wie Sackhüpfen und Schubkarrenfahren sind ein Vergnügen für die Zuschauer und erlauben es auch weniger sportlichen Schülern, sich beim Spendenlauf zu engagieren.

Das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft am Leben erhalten

Lehrer haben natürlich nur begrenzten Einfluss darauf, inwiefern die Schüler ihre Eltern zu mehr Nachhaltigkeit im eigenen Haushalt bewegen können. Im Unterricht erarbeitete Erkenntnisse, z.B. zur richtigen Mülltrennung oder zur Vermeidung von Plastik können grafisch und textlich zu einem Infoposter verarbeitet werden. Dies hängen die Schüler dann zu Hause in der Küche auf.

Nach einigen Monaten kann das Thema noch einmal im Unterricht aufgegriffen werden: Hier berichten die Schüler dann, wie viel Plastik in ihrem Haushalt vermieden wurde oder welche anderen Möglichkeiten des Umweltschutzes sie zu Hause umsetzen konnten.

Linksammlung

Bildnachweis

  • Statistik „Auslaufmodell Plastiktüte“ / Statista 
  • Baumriese / Wilderness International
  • Schülerinnen und Schüler im Wald: Sami Fayed / Wilderness International
  • Mülltonnen / pixabay
  • Schülerin und Schüler mit Zertifikat: Sami Fayed / Wilderness International
  • Zwei Läuferinnen beim Training / pixabay

Über HEROLÉ

HEROLÉ mit Sitz in Dresden wurde 2002 gegründet und ist heute einer der drei größten Veranstalter von und Spezialist für Klassenfahrten in Deutschland. Dafür sprechen auch über 140.000 Teilnehmer, die jedes Jahr mit HEROLÉ auf Klassenfahrt gegangen sind. Mit der unternehmenseigenen Flotte von 18 modernen Reisebussen werden über 140 weltweite Reiseziele angesteuert.

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