„Fridays For Future“

Seit Monaten schwänzen Schüler in vielen deutschen Städten freitags den Unterricht, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die „Fridays For Future“-Bewegung.

„Fridays For Future“

Seit Monaten schwänzen Schüler in vielen deutschen Städten freitags den Unterricht, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die „Fridays For Future“-Bewegung.
Blick in eine Demonstrantenmenge. Eine Mädchen hält ein Schild in die Höhe auf dem steht "System change - not climate change"
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„Fridays For Future“ – Darum geht es den Jugendlichen

Seit vielen Monaten schwänzen in ganz Europa Schüler freitags den Unterricht, um unter dem Motto „Fridays For Future“ für besseren Klimaschutz zu protestieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie ist die Protestbewegung „Fridays For Future“ entstanden?

„Skolstrejk för klimatet“, zu Deutsch Schulstreik für das Klima, steht auf dem Plakat, mit dem die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg bekannt geworden ist. Anstatt zur Schule zu gehen, stellte sich die heute 16-Jährige vor das Parlament in Stockholm und protestierte meist alleine für eine bessere Umweltpolitik. Einem größeren Publikum wurde sie unter anderem bekannt, weil sie einen Schreibwettbewerb einer schwedischen Tageszeitung gewann.

Inzwischen haben sich auf der ganzen Welt Jugendliche und junge Erwachsene „Fridays For Future“ angeschlossen. In Deutschland gibt es rund 100 Ortsgruppen der Bewegung, die sich als basisdemokratisch versteht. Die größten und aufsehenerregendsten Veranstaltungen fanden bislang in Aachen statt, wo im Juni Zehntausende Menschen aus 17 Ländern gemeinsam protestierten, sowie in Köln. Dort streikten Schüler fünf Tage lang am Stück und weigerten sich, in der letzten Woche vor den Ferien die Schule zu besuchen.

Wer sind die Mitglieder von „Fridays For Future“?

Wie oben erläutert, versteht sich „Fridays For Future“ als basisdemokratische Bewegung, in der es keine feste Mitgliedschaft gibt. Jedoch organisieren sich die Schüler in Ortsgruppen, die unter anderem über Gruppenchats miteinander kommunizieren, sich gegenseitig beraten und Demonstrationen planen. Deutschlandweit nimmt „Fridays For Future“ Stellung über Medien wie Twitter. Die Demonstranten haben außerdem drei Monate lang in Arbeitsgruppen Forderungen zum Klimaschutz erarbeitet. In diesem Arbeitsprozess waren auch Wissenschaftler diverser Fachgebiete eingebunden.

Analog zu „Fridays For Future“ haben sich mittlerweile andere Protestgruppen wie „Parents For Future“, „Grannys For Future“ oder „Scientists For Future“ zusammengefunden.

Was fordern die Schüler?

Die Schüler geben auf der offiziellen Internetseite von Fridays For Future an, dass sie sich am Ziel des Pariser Klimaabkommens orientieren. Demnach wollen die Staaten Anstrengungen unternehmen, um den Temperaturabstieg auf 1,5° Celsius beschränken. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, haben die Demonstranten verschiedene Forderungen formuliert.
Zu den Zielen von „Fridays For Future“ gehören unter anderem der Kohleausstieg bis 2030, ein Ende der Subventionen für fossile Energieträger und eine CO2-Steuer bis Ende 2019. Grundsätzlich sagen die Schüler, dass sie klimaschädliches Handeln wie Fliegen nicht verbieten wollen, ihm jedoch einen Preis verleihen wollen, um Verbraucher zu einem umweltfreundlicheren Verhalten zu bewegen.

Was ist mit der Schulpflicht?

Diese Frage wurde seit Beginn der Proteste kontrovers diskutiert. Viele Schüler antworteten gegenüber Medienvertretern darauf, dass sie keinen Sinn dahin sähen, in der Schule zu lernen, wenn sie ohnehin keine Zukunft sähen. Sie glauben, dass ihr Protest nur deshalb etwas bewegen könne, weil sie durch ihr Schwänzen Aufmerksamkeit für das Thema Umweltschutz generieren würden.

Schulen und Kultusministerium sahen die regelmäßigen Fehlstunden jedoch deutlich kritischer. Sie verweisen auf einen Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 1973. Diese hatte sich damals mit Schülerstreiks befasst und festgestellt, dass es sich dabei um „organisiertes unentschuldigtes Fernbleiben“ handele. Die Meinungsfreiheit werde nicht verletzt, weil sie in der unterrichtsfreien Zeit ausgeübt werden könne.

Einige Landesregierungen wie die nordrhein-westfälische wiesen die Schulen in den vergangenen Monaten in Briefen darauf hin, dass die Schulpflicht notfalls durch Zwangsmaßnahmen sichergestellt werden müsse. Ministerpräsident Armin Laschet sagte dazu, dass die Sorge der Jugendlichen um das Klima glaubwürdiger sei, wenn sie in der Freizeit protestieren würden.

Lehrervertretungen wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft rieten hingegen von Zwangsmaßnahmen ab. Die Personalrätin und Biologielehrerin Antje Wolf sagte dazu:

„Unser Auftrag besteht ja darin, die Jugendlichen zu kritischen und autarken Persönlichkeiten zu erziehen. Wenn sie für ihren Protest Ärger in der Schule auf sich nehmen, kann ich nur sagen: Ziel erreicht.“ Das sage sie jedoch nicht ihren eigenen Schülern im Arbeitsalltag.

Lesetipp

In unserem Blogbeitrag zum Thema "Was darf der Lehrer und was nicht".

Welche Konsequenzen gab es bislang für schwänzende Schüler?

Trotz der Androhungen von Zwangsmaßnahmen hatten die Schüler im vergangenen Schuljahr offenbar kaum mit Problem zu kämpfen. Die Anwältin Sibylle Schwarz, die Schüler nach eigenen Angaben schon häufig zu schulrechtlichen Fragen beraten hat, sagte gegenüber Spiegel Online: „Schulen haben im Frühjahr mit drastischen Konsequenzen regelrecht geprahlt, passiert ist aber nicht wirklich etwas.“ Auch die Kultusministerien von Nordrhein-Westfalen und Berlin gaben an, dass ihnen keine Zahlen zu erzieherischen und disziplinarischen Maßnahmen vorlägen. Dem Ministerium in München war außerdem keine Schule bekannt, die ein Bußgeldverfahren eingeleitet habe.

Wie können Lehrer reagieren?

Einzelne Schulen wie ein Münchener Gymnasium haben die protestierenden Schüler bislang aufgefordert, Aufsätze zu ihrem Engagement zu schreiben. Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Bereich Schule, sieht zudem Anknüpfungspunkte zum Unterricht: „Die Streiks können ein Anlass sein, die Bildung für nachhaltige Entwicklung auf politischer Ebene in den Fokus zu rücken.“ Auch Lehrer könnten ihre eigene Arbeit hinterfragen und herausfinden, welche Materialien sie im Alltag verwenden, ob diese sozial verträglich und nachhaltig produziert sind.

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