Klassenfahrten für Grundschüler

Klassenfahrten für Grundschüler

Die erste Klassenfahrt ist für junge Schüler ein aufregendes Ereignis – aber auch für Eltern und Lehrer! Deshalb geben wir Antworten auf die meist gestellten Fragen rund um das Thema „Klassenfahrten für Grundschüler“.

Was ist das richtige Reiseziel für Grundschüler?

Sich in der Natur austoben, auf Nachtwanderung gehen oder sich auf tierische Expedition auf dem Bauernhof begeben – Für Grundschüler eignen sich Klassenfahrten besonders gut, bei denen kreative Abenteuer, der Spaß am Entdecken und körperliche Bewegung im Vordergrund stehen. Fernab von Schulbank und Elternhaus sollen sie auf spielerische Weise eine neue Umgebung erkunden und etwas Neues über sie erfahren, ohne dass es sich wie Lernen anfühlt. Bei Schatzsuchen, Schnitzeljagden, Höhlenwanderungen oder Fahrradtouren können sich die Kinder aneinander messen und gleichzeitig ein Gemeinschaftsgefühl als Klasse entwickeln. Neue Freundschaften bilden sich, welche die Schüler auch über die Klassenfahrt hinaus noch weiter pflegen.

Für solch schöne Erlebnisse muss man garnicht weit fahren. So kann eine Vogelerkundungstour im Spreewald spannend sein, bei der die Schüler lernen, auf ihr Gehör zu vertrauen. Auch der Schwarzwald lädt zu vielfältigen Abenteuern ein, wenn die Schüler zum Beispiel auf dem Naturerlebnispfad in Hinterzarten wandern oder die berühmten Triberger Wasserfälle und den Hochseilgarten von Todtmoos besuchen.

Abenteuer pur! Die Sächsische Schweiz ist als Ausflugsziel gerade für jüngere Schüler sehr gut geeignet.

Auch Klassenfahrten in die Sächsische Schweiz sind ein beeindruckendes Erlebnis gerade für jüngere Schüler. Wenn sie auf der alten Burg Hohnstein bei Bad Schandau übernachten, können sie sich wie Ritter und Burgfräulein fühlen. Im Zirkelstein Resort bei Schöna werden viele spannende Projekte angeboten, darunter das gemeinsame Pizza backen, eine Einführung in das Körbeflechten oder eine aufregende Schatzsuche.

Auf dem Speiseplan der Unterkünfte steht altersgerechtes Essen, das den Kindern genug Energie für die Erlebnisse des Tages spendet. Am Abend fallen die Schüler dann ausgetobt in ihre Betten. Wenn sie wieder zuhause sind, haben sie ihren Eltern garantiert viel zu erzählen!

Wie wird eine Klassenfahrt geplant?

In der Regel plant der Klassenlehrer eine Klassenfahrt. Wenn das Reiseziel feststeht, wird die Fahrt durch die Schulleitung genehmigt. Die Eltern werden dann informiert und um eine schriftliche Einverständniserklärung und Kostenübernahme gebeten.

Einige Wochen vor der Klassenfahrt führt der Lehrer einen Elternabend durch. Diese Versammlung gibt ihm nicht nur die Möglichkeit, die Eltern über alle Details der Reise zu informieren und ihnen wichtige Formulare und ggf. Packlisten auszuteilen. Zur Sicherheit wird der Lehrer sich hier auch noch einmal genaueste Informationen zu Allergien, Beschwerden, Diabetes oder nötigen Medikamenten der Kinder einholen, sowie die schriftliche Erlaubnis, ob das Kind schwimmen gehen darf. In der Regel müssen die Eltern für alle wichtigen Angaben ein Formular ausfüllen und unterschreiben. Dort geben sie auch ihre Kontaktdaten und Informationen zur Erreichbarkeit bei Problemen oder Heimweh an.

Eltern haben beim Elternabend außerdem die Möglichkeit, ihre eigenen Bedenken zu besprechen. So kann der Lehrer beispielsweise gefragt werden, wie bei Heimweh des Kindes vorgegangen wird. Es ist außerdem empfehlenswert, zu diskutieren, ob ein einheitliches Taschengeld sinnvoll ist oder ob die Mitnahme von Handys erlaubt sein sollte. Über die Handymitnahme entscheidet jedoch letztendlich die Lehrkraft.

Muss jeder Schüler mit auf Klassenfahrt fahren?

Niemand kann Eltern dazu zwingen, ihr Kind an der Klassenfahrt teilnehmen zu lassen. Die Gründe, warum manche Eltern ihre Kinder lieber daheim behalten, können vielfältig sein: Finanzielle Engpässe, Krankheiten, Angst vor Heimweh – doch die meisten dieser Probleme lassen sich lösen. Es ist unbedingt ratsam, dem Kind das Gemeinschaftserlebnis Klassenfahrt zu ermöglichen! Denn andernfalls kommen die Mitschüler von der Klassenfahrt zurück und erzählen von ihren tollen Erlebnissen, doch das zuhause gebliebene Kind kann nicht mitreden und fühlt sich als Außenseiter.

Sollte sich die Familie einmal in einer finanziell schwierigen Situation befinden, muss auch das kein Grund sein, das Kind zuhause zu behalten. Für Familien, die Arbeitslosengeld II beziehen, bezahlt beispielsweise die Agentur für Arbeit im Rahmen der Regelung für erhöhten Bedarf die gesamten Kosten für die Klassenfahrt einschließlich Taschengeld. Es gibt weitere Fördertöpfe und Sozialfonds, daher lohnt es sich, sich vertrauensvoll an die Schulleitung zu wenden und sich beraten zu lassen. Manchmal lassen sich die Kosten für einzelne Schüler auch durch den Förderverein der Schule decken.

Eine andere Situation ensteht, wenn das Kind selbst sich weigert, auf Klassenfahrt mitzufahren. In diesem Fall ist es ratsam, sich erst einmal genau anzuhören, was der Grund für das Zögern sein könnte. Wenn es an der Situation in der Klasse liegt, das Kind beispielsweise mit einigen Mitschülern nicht auskommt oder sogar gemobbt wird, hilft vielleicht ein Klassenwechsel.

Klasse Gemeinschaft

24 Stunden lang gemeinsam Zeit zu verbringen, stärkt das Gruppengefühl im Klassenverband oft enorm!

In vielen Fällen sind Vorbehalte gegenüber Klassenkameraden jedoch vorübergehend und können sich ins Positive ändern. Dann ist eine Klassenfahrt sogar hilfreich, um sich besser kennen zu lernen und neue Beziehungen aufzubauen. Das Kind sollte also ermutigt werden, die Klassenfahrt mitzumachen. Es hilft dem Kind manchmal, Vorbehalte und Ängste abzubauen, wenn Eltern von ihren eigenen Erlebnissen oder ähnlichen Situationen aus ihrer Grundschulzeit berichten, die sich ins Positive verändert haben. Zusätzlich können die Eltern die Lehrkraft darum bitten, die Gruppensituation genauer im Auge zu behalten und im Ernstfall einzugreifen. Doch Vorsicht: Wenn die Lehrkraft sich zu sehr vor das betreffende Kind stellt, kann das Unmut in der Gruppe erzeugen und den gegenteiligen Effekt haben.

Was kann getan werden, um Heimweh zu vermeiden?

In aller Regel freuen sich Kinder auf eine Klassenfahrt. Doch gerade bei jüngeren Schülern, die zum ersten Mal länger von zuhause weg sind, kommt es vor, dass sie unterwegs beginnen, an Heimweh zu leiden. Das ist ganz normal und verständlich, schließlich ist plötzlich alles ungewohnt und sie sind 24 Stunden lang mit ihren Mitschülern zusammen.

Um die Ängste des Kindes abzubauen, hilft es, mit dem Kind im Vorfeld in einer positiven Weise über alle Programmpunkte der Klassenfahrt zu sprechen und Fragen offen zu beantworten, so dass es sich später nicht überrumpelt fühlt. Auch kann es tröstlich sein, dem Kind für alle Fälle ein kleines Kuscheltier oder einen Brief mitzugeben, damit das Kind bei Heimweh etwas Persönliches dabei hat. Dem Kind sollte klar sein, dass es sich bei allen Problemen jederzeit an den Klassenlehrer wenden kann. Als letzte Instanz sollte dem Kind versichert werden, dass es abgeholt wird, falls das Heimweh doch zu stark werden sollte. Doch keine Angst: Dazu kommt es meistens nicht!

Um dem Kind zu vermitteln, dass eine Klassenfahrt etwas Positives ist, auf das es sich freuen kann, sollten Eltern vermeiden, beim Abschied zu weinen oder während der Reise ständig anzurufen. Denn trotz aller gut gemeinter Sorge wird dem Kind so vermittelt, dass es mit neuen Situationen alleine nicht gut zurecht kommt. Stattdessen sollte man das Selbstvertrauen des Kindes fördern, indem man ihm das Gefühl gibt, dass man nicht an seiner Selbstständigkeit zweifelt!

Lesetipp

In unserem Artikel „Heimweh auf Klassenfahrt – Was tun?“ geben wir ausführliche Ratschläge für Lehrer und Eltern zum Umgang mit Heimweh auf Klassenfahrt.

Was muss eingepackt werden?

In der Regel teilt der Klassenlehrer bei der allerersten Klassenfahrt eine Packliste aus. Sollte das nicht der Fall sein, kann die Packliste von Herolé als Orientierungshilfe dienen. In der Regel richtet sich der Bedarf an Kleidung nach Ausflugsort, Jahreszeit und Wettervorhersage sowie Dauer der Klassenfahrt.

Es ist ratsam, die Tasche gemeinsam mit dem Kind zu packen, damit es später genau weiß, was es dabei hat und wo es sich befindet. Zuviel einzupacken ist hier nicht immer die beste Strategie! Die Tasche sollte nur so groß sein, dass sie vom Kind später auch selbst getragen werden kann. Zusätzlich zur großen Tasche sollte das Kind einen kleinen Rucksack für Unternehmungen dabei haben.

Die Sachen und die Wäsche des Kindes sollten gekennzeichnet werden. Auch an der Tasche sollte sich ein Schild mit dem Namen des Kindes befinden, bevor die Reise losgeht. So kommt es später nicht zu Verwechslungen.

Es lohnt sich meistens nicht, dem Kind zu viele Anweisungen mit auf den Weg zu geben, was es jeden Tag anziehen soll. In der neuen Situation wird es sich an solche Details wahrscheinlich nicht erinnern. Außerdem ist es auch überhaupt nicht schlimm, wenn dieselbe Jeans mal eine ganze Woche lang getragen wird. Was wirklich zählt, ist das positive Erlebnis, an das sich das Kind noch lange erinnern soll.

Romy Herold

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Dänemark

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