Raus aus der Schule – Alternativen zum Lehrerberuf

Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, das Lieblingsfach unterrichten oder Wissen vermitteln – die Gründe, Lehrer zu werden, sind vielfältig. Viele Lehrerkräfte oder Lehramtsanwärter merken aber nach einiger Zeit, dass sie im Berufsalltag nicht glücklich sind. Wir verraten, wo die Gründe für Unzufriedenheit liegen und welche Alternativen zum Lehrerberuf es gibt.
Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, das Lieblingsfach unterrichten oder Wissen vermitteln – die Gründe, Lehrer zu werden, sind vielfältig. Viele Lehrerkräfte oder Lehramtsanwärter merken aber nach einiger Zeit, dass sie im Berufsalltag nicht glücklich sind. Wir verraten, wo die Gründe für Unzufriedenheit liegen und welche Alternativen zum Lehrerberuf es gibt.
Raus aus der Schule – Alternativen zum Lehrerberuf
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Gründe für die berufliche Unzufriedenheit

Laut der Studie „Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik“ der Vodafone Stiftung haben bereits 23 Prozent der im Berufsleben stehenden Lehrer darüber nachgedacht, ihre Profession zu wechseln. Bei den Pädagogen, die die Belastungen in ihrem Alltag als unerträglich empfanden, waren es sogar 35 Prozent. Nicht befragt wurden allerdings Absolventen eines Lehramtsstudiums, die sich bereits gegen den Beruf entschieden hatten. Die Unsicherheit unter Lehramtsstudenten dürfte also noch deutlich höher sein.

Doch woher rührt die Unzufriedenheit? Zumindest in Teilen könnte sie darin begründet liegen, dass viele Anwärter mit detaillierten Vorstellungen und hohen Erwartungen an den Beruf gehen. Viele glauben, dass sie den Alltag eines Lehrers aus der eigenen Schulzeit kennen und die Belastungen daher einschätzen können. Zugleich haben viele den Anspruch, es besser zu machen als die früheren Lehrer. Das verdeutlicht zumindest eine Interviewstudie im Auftrag des Deutschen Philologenverbands, die im Fachmagazin „Profil“ erschienen ist. In halbstandardisierten Interviews schilderten die Befragten ihre Motivation beispielsweise wie folgt:

„Ich wollte es besser machen, als ich es von meinen Lehrern erlebt habe. Ich habe sehr viele Beispiele für schlechten Unterricht erlebt – von der Grundschule an.“ „Meine Mutter ist zwar Lehrerin, meine Oma und mein Opa auch. Aber ich wollte es mal selber ausprobieren. Ich hatte gehofft, was ich so höre, diese Unzufriedenheit bzw. wie die Schüler auf einen reagieren, dass es anders ist.“

In der Studie schilderten viele der Befragten, dass sie im Berufsleben einen Praxisschock erlebt hätten und sich zwischen unmotivierten Schülern, anspruchsvollen Eltern und administrativen Aufgaben zerrieben gefühlt hätten. Weitere Gründe für die Unzufriedenheit können jedoch auch die spezifischen Arbeitsbedingungen an der Schule sein oder das Gefühl, keinen Zugang zu den Schülern zu bekommen.

Lesetipp

Im schlimmsten Fall entwickeln Lehrer im Laufe ihres Berufslebens das Gefühl, ausgebrannt zu sein. Weitere Infos zu Anzeichen und Therapiemöglichkeiten eines Burnouts haben wir in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.

Abgesicherter Berufswechsel

Wer dauerhaft mit seinem Lehrer-Dasein unzufrieden ist, sollte sich auf die Suche nach den tiefergehenden Ursachen machen und herausfinden, ob die spezifischen Arbeitsbedingungen an der jeweiligen Schule das Problem sind. Falls vor allem der hohe Leistungsdruck oder das Kollegium als Belastung empfunden werden, ist ein Wechsel der Schule oder der Schulform möglicherweise eine Lösung. Um diese Frage zu klären, sollten Lehrer gegebenenfalls den Rat befreundeter Kollegen (im Referendariat der Mentoren) einholen. Empfinden sie die Situation ähnlich oder haben vergleichbare Erfahrungen an anderen Schulen gemacht? Eine weitere Anlaufstelle für Beratungen sind Bildungsgewerkschaften, der Personalrat oder schulpsychologische Beratungsstellen. Informationen dazu hat das Münchener Zentrum für Lehrerbildung hier zusammengefasst.

Alternativen zum Lehrerberuf

Trotz aller Belastungen bietet der Lehrerberuf insbesondere im Fall einer Verbeamtung sichere Arbeitsbedingungen und eine vergleichsweise hohe Besoldung. Wer einen Berufswechsel anstrebt, sollte sich daher im Vorfeld gut informieren und mit den Kosten bzw. Arbeitsbedingungen abseits des Schuldienstes vertraut machen. Es gibt zahlreiche, wenn auch nicht offensichtliche Berufsfelder, in denen lehrerspezifische Qualifikationen gefragt sind:

  • Bildungsreferenten sollten in der Regel ein Pädagogik- oder Lehramtsstudium mitbringen. Sie arbeiten meist in Stiftungen, Verbänden, an der Volkshochschule oder in ähnlichen Organisationen. Dort befassen sie sich mit Themen rund um Bildung, Wissenschaft und Forschung und übernehmen beispielsweise die Planung und Koordination von Weiterbildungsprogrammen oder erarbeiten didaktische Konzepte. Oft sind sie ach für die Durchführung von Seminaren und Veranstaltungen zuständig.
  • Wer gerne lehrt, sich aber ein erwachsenes Publikum wünscht, ist als Dozent in der Erwachsenenbildung richtig. Als Arbeitgeber kommen ebenfalls Volkshochschulen oder Handwerkskammern in Frage, die fachspezifische Kurse oder zu Themen wie Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und Rhetorik anbieten.
  • Ihr Interesse an wissenschaftlichen Themen können Lehrer an Universitäten ausleben. Lehrern, die noch zu Studienzeiten als Mitarbeiter an einem Lehrstuhl tätig waren, fällt die Rückkehr möglicherweise leichter. Auch eine Promotion als Qualifizierungsmaßnahme ist denkbar.
  • Lektoren/ Redakteure für Lehrmittel fungieren als Bindeglied zwischen Redaktion und Autoren. Sie kontrollieren Manuskripte für Schulbücher und übernehmen das Qualitätsmanagement. Einen Einstieg in die Verlagsbranche bietet oftmals ein Volontariat.​
  • Mitarbeiter in Kinder- und Jugendeinrichtungen betreuen ebenfalls Heranwachsende, jedoch in einem freien Umwelt wie einem Jugendzentrum. Fort- und Weiterbildungen ermöglichen Lehrern den Quereinstieg.
  • Lernberater unterstützen Menschen jeden Alters bei ihren individuellen Lernprozessen und ihrer Entwicklung. Lerntherapeuten fokussieren sich spezifisch auf Jugendliche oder Kinder, die an einer Lernstörung wie einer Lese- und Rechtschreibschwäche leiden. Die Therapeuten analysieren beispielsweise das Lernverhalten ihrer Schützlinge, stellen einen Therapieplan auf und fördern die Betroffenen individuell. Häufig finden sie in lerntherapeutischen Praxen oder psychologischen Beratungsstellen Arbeit. Eine Zusatzausbildung ist für dieses Berufsbild in der Regel jedoch verpflichtend.

Die Alternative zur Alternative: Eine temporäre Auszeit

Häufig scheuen Lehrer vor einem endgültigen Ausstieg aus ihrem Beruf zurück und wünschen sich eine Auszeit, die Klarheit verschaffen soll. Eine Alternative zum Berufswechsel ist es daher, sich eine temporäre Auszeit zu gönnen. Oft hilft bereits ein Ortswechsel dabei, die Vorzüge am Lehrerberuf wieder klarer zu erkennen. Das ist zum Beispiel an einer deutschen Schule im Ausland möglich.

Lesetipp

Wie Bewerbungen für den Auslandsdienst ablaufen, haben die HEROLÉ-Experten hier zusammengefasst.

Eine langfristig angelegte Alternative ist das Sabbatical. Dafür erhalten Lehrer beispielsweise vier Jahre lang nur vier Fünftel ihres regulären Gehalts und können dann im fünften Jahr eine bezahlte Freistellung vom Unterricht nehmen. Diese Zeit können sie beispielsweise zum Reisen nutzen oder um sich finanziell abgesichert neu zu orientieren.

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