Tipps für einen gelungenen Praktikumsbericht

Tipps für einen gelungenen Praktikumsbericht

Täglich die Schulbank zu drücken und trockenen Lernstoff zu pauken, ist für viele Schüler auf Dauer langweilig. Willkommene Abwechslung bietet ein Praktikum, bei dem Jugendliche erste Einblicke in den Arbeitsalltag sammeln. Hinterher winkt allerdings wieder die Arbeit am Schreibtisch: Fast alle Schulen verlangen, dass die Jugendlichen ihre Erfahrungen in einem Bericht zusammenfassen. Wir geben Tipps für einen gelungenen Praktikumsbericht!

Tipp
Du bist noch auf der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle? In diesem Artikel geben wir dir Tipps für erfolgreiche Bewerbungen.

Vorbereitung

Was habe ich noch mal in den ersten Tagen meines Praktikums gemacht? Wenn Schüler ein mehrwöchiges Praktikum absolviert haben und sich keine Notizen gemacht haben, stehen sie hinterher vor einem Rätsel. Sie müssen einen detaillierten Praktikumsbericht schreiben, haben aber schon wieder alles vergessen. Das kannst du ganz leicht vermeiden: Mache dir während des Praktikums jeden Tag Notizen! Wenn du jeden Tag zehn Minuten in einen kurzen Tagesbericht investierst, ersparst du dir hinterher viel Stress!

Wer sich während des Praktikums Notizen macht, ist schneller mit dem Bericht fertig!

Am besten legst du dir ein Heft oder ein Dokument im Computer an. Schreibe auf, welche Aufgaben du am Tag erledigt hast und ob du etwas Neues gelernt hast. Gab es Herausforderungen oder Überraschungen? Was war anders, als du es dir vorgestellt hast?

Damit dir für den Praktikumsbericht keine Infos fehlen, solltest du außerdem rechtzeitig Infos über den Betrieb sammeln. Große Unternehmen haben in der Regel Internetseiten oder Broschüren, in denen du alle wichtigen Daten findest. Ansonsten kannst du deine Kollegen ansprechen und dich nach den wichtigsten Infos erkundigen: Wie viele Menschen arbeiten in dem Betrieb? Wann wurde er gegründet? Im Praktikumsbericht musst du deinen Leser das Unternehmen gut vorstellen.

Vorgaben deines Lehrers beachten

Wie du deinen Praktikumsbericht gestaltest, hängt maßgeblich von deinem Lehrer ab. Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du daher genau abklären, was der Pädagoge von dir verlangt. Halte dich genau an die formalen Kriterien wie Seitenzahl, Schriftgröße oder Seitenabstand. Möglicherweise hat dein Lehrer auch genaue Vorstellungen vom Inhalt, die du beachten solltest.

Ein normaler Praktikumsbericht ist dir zu langweilig? Dann frage deinen Lehrer, ob du vom Standard abweichen darfst! Auch ungewöhnliche Formate wie zum Beispiel ein Video-Tagebuch sind sinnvoll, wenn sie zu deinem Praktikum passen. Du kannst auf ungewöhnliche Weise zeigen, was du im Unternehmen gelernt hast. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass dein Lehrer einverstanden ist. Sonst erhältst du womöglich eine schlechte Note, weil du die Anforderungen nicht erfüllst!

Aufbau deines Berichts

Wenn dein Lehrer genaue Vorgaben zum Inhalt macht, bist du fein raus: Du kannst einfach die vorgegebene Gliederung übernehmen. Ist das nicht der Fall, solltest du dir in einem nächsten Schritt Gedanken um den Aufbau deines Praktikumsberichts machen. Folgende Gliederung hat sich in den meisten Fällen bewährt:

  1. Einleitung: An dieser Stelle nennst du die wichtigsten Eckdaten deines Praktikums. Dazu gehören die Dauer des Praktikums, das Unternehmen und dessen Standort. Der wichtigste Punkt sind deine Erwartungen. Welche Vortellungen hast du von dem Beruf, den du kennenlernen möchtest? Diesen Punkt solltest du etwas ausführlicher bearbeiten, da du im Fazit noch einmal darauf zurückkommen wirst.
  2. Unternehmens- und Berufsporträt: Stelle zunächst das Unternehmen vor, in dem du dein Praktikum absolvierst. Wenn es sich um eine große Firma handelt, sind Informationen zu den einzelnen Geschäftsbereichen und vor allem deiner Abteilung wichtig. Für den Leser ist es auch interessant zu erfahren, wie sich das Unternehmen verändert hat. Gab es in den vergangenen Jahren Veränderungen in der Branche? Auch Informationen zu dem Beruf, den du kennenlernst, sind wichtig. Besonders interessant und authentisch wird der Bericht, wenn du Interviews mit deinen Kollegen führst. Frage Sie, welche Ausbildung man für den Beruf benötigt und wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Darauf kannst du in deinem Fazit ebenfalls Bezug nehmen.
  3. Ablauf des Praktikums: Wie du diesen Teil gestaltest, hängt stark von den Erwartungen deines Lehrers ab. Üblich sind Wochen- oder Tagesberichte, die du bereits während des Praktikums anfertigst. Eine gute Alternative dazu ist es, dass du beispielhaft einige Aufgaben beschreibst, die du in den vergangenen Wochen übernommen hast. Auf diese Weise kannst du besonders gut erläutern, wie dein Praktikumsalltag ausgesehen hat und ob du Verantwortung übernehmen durftest.

    Egal ob du ein Praktikum im Einzelhandel oder Chemielabor absolvierst – im Bericht beschreibst du deinen Arbeitsalltag!

  4. Auswertung in Bezug auf die Schule: Dein Unterricht soll dich vor allem auf das spätere Berufsleben vorbereiten. In diesem Kapitel deines Praktikumsberichts kannst du nun feststellen, ob dich die Schule angemessen auf den Beruf deiner Wahl vorbereitet. Es kommt nicht nur auf das Fachwissen an, sondern auch auf grundsätzliche Kompetenzen. Musstest du dich zum Beispiel schnell in verschiedene Themen einarbeiten oder eigene Ideen einbringen? Wenn du dich schlecht auf das Berufsleben vorbereitet fühlst, darfst du auch das in deinen Praktikumsbericht schreiben.
  5. Fazit/ Reflexion: Die wichtigen Fakten zu deinem Praktikum hast du bereits genannt. Jetzt thematisierst du deine persönliche Sicht auf dein Praktikum. Wie viel hat dir das Praktikum in Bezug auf deine Berufswahl gebracht? Orientiere dich dabei am besten an der Einleitung und den Erwartungen, die du an das Praktikum hattest. War der Arbeitsalltag in dem Unternehmen ungefähr so, wie du ihn dir vorgestellt hast? Schreibe auf, ob du dir vorstellen könntest, später einmal in dem Beruf zu arbeiten. Du darfst auch deinen Praktikumsgeber kritisch, aber fair bewerten. Würdest du anderen Schülern ein Praktikum in dem Betrieb empfehlen oder war die Betreuung nicht gut? In der Reflexion darfst du auch streng sein. Wichtig ist allerdings, dass du deine Meinung gut begründest und ebenfalls positive Aspekte nennst. Was hat dir das Praktikum in Bezug auf deine Persönlichkeit gebracht? Konntest du neue Stärken an dir entdecken?
  6. Literaturverzeichnis/ Anhang: Nach der Reflexion fehlt nur noch ein Literaturverzeichnis, in dem du deine verwendeten Quellen auflistest, und der Anhang. Dazu gehören zum Beispiel eine Praktikumsbescheinigung, Arbeitsproben aus deinem Praktikum und eine Erklärung, dass du den Bericht selbständig verfasst hast. Diese übernimmst du am Ende des Berichts und unterschreibst sie:Hiermit erkläre ich, dass ich diesen Praktikumsbericht selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe .

Schreibprozess

Wenn du noch nie einen Praktikumsbericht geschrieben hast, fallen dir die ersten Seiten womöglich schwer. Das muss aber nicht sein, denn schließlich sollst du in dem Bericht vor allem von deinen persönlichen Erfahrungen berichten. Grundsätzlich schreibst du den Bericht natürlich in der 1. Person. Das Unternehmensporträt sollte hingegen objektiv verfasst sein.

Denke beim Schreiben daran, dass du während des Praktikums viele neue Fachausdrücke gelernt hast, die deine Leser vermutlich nicht kennen. Im Zweifelsfall solltest du daher Fußnoten mit Erklärungen anfügen, damit auch Laien deinen Bericht verstehen. Wichtig: Plagiieren ist tabu! Wenn du Fachliteratur verwendest oder Informationen von der Internetseite des Unternehmens aufgreifst, solltest du deine Quellen angeben. Frage deinen Lehrer am besten, ob du ein Literaturverzeichnis anlegen sollst, wie es auch für Facharbeiten üblich ist.

Am Ende solltest du jemanden finden, der deinen Text auf Fehler überprüft. Manche Unternehmen möchten sich den Praktikumsbericht, den du anfertigst, noch einmal durchlesen. Es wäre peinlich, wenn dein Text voller Fehler ist.

Formalia

Dein Praktikumsbericht ist fast fertig – jetzt fehlen nur noch die Formalia. Grundsätzlich solltest du bei deinem Bericht darauf achten, dass dein Leser auf einen Blick alle wichtigen Informationen findet.

Falls du deinen Text mit Bildern ergänzen möchtest, solltest du diese zunächst nummerieren und Beschreibungen einfügen, zum Beispiel: „Abbildung 3: Die Arbeitsgeräte im Chemielabor“. Anschließend fügst du Seitenzahlen in dein Dokument ein. Das kannst du in Word ganz einfach unter dem Menüpunkt Einfügen>Seitenzahl erledigen. Auch das Inhaltsverzeichnis kannst du in Word automatisch anlegen lassen. Wie die verschiedenen Funktionen des Schreibprogramms funktionieren, zeigt dieses Youtube-Video:

Wenn deine Seiten formatiert sind, fehlt jetzt nur noch das Deckblatt. Auch hier hast du die Wahl zwischen einer klassischen Variante oder einem kreativen Layout. Folgende Informationen dürfen auf keinen Fall fehlen:

  • Groß auf dem Deckblatt sollte natürlich der Hinweis sein, dass es sich um einen Praktikumsbericht handelt. Kleiner darunter schreibst du das Datum deines Praktikums und deinen Arbeitgeber.
  • Auf der unteren Hälfte des Deckblatts notierst du deine persönlichen Daten. Dazu gehören dein Name, deine Anschrift, Telefonnummer, deine Schule, das Schuljahr und deine Klasse.
  • Angaben zum Unternehmen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Schreibe dazu am besten dein Tätigkeitsfeld und deinen Ansprechpartner im Unternehmen.

Wenn das Blatt für deinen Geschmack noch zu leer ist, kannst du natürlich auch noch das Unternehmenslogo oder ein Foto einfügen. Fertig ist der Praktikumsbericht!

Quellen und weiterführende Informationen

Abi Unicum: Praktikumsbericht

Azubiyo: Praktikumsbericht

Sicheres Betriebspraktikum Hessen: Praktikumsbericht

Fotos: Shutterstock, Pixabay


 

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Romy Herold

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Dänemark

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