DSGVO in der Schule – das müssen Lehrer wissen

Seit der vergangenen Woche müssen die EU-Mitgliedstaaten die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen. Die DSGVO richtet sch zwar vor allem an Großkonzerne, die Kundendaten massenhaft speichern, betrifft aber auch Schulen, Kindertagesstätten und Vereine. Wir verraten, was sich durch die DSGVO ändert und worauf Lehrer im Umgang mit Schülerdaten achten sollten.
Seit der vergangenen Woche müssen die EU-Mitgliedstaaten die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen. Die DSGVO richtet sch zwar vor allem an Großkonzerne, die Kundendaten massenhaft speichern, betrifft aber auch Schulen, Kindertagesstätten und Vereine. Wir verraten, was sich durch die DSGVO ändert und worauf Lehrer im Umgang mit Schülerdaten achten sollten.
Im Mai 2019 wurde die neue Datenschutzgrundverordnung verabschiedet
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Was ist die DSGVO?

Wer zur Zeit im Internet surft, wird immer wieder auf neue Datenschutzerklärungen der Seitenbetreiber hingewiesen. Grund dafür ist die Datenschutz-Grundverordnung, die bereits seit dem 25. Mai 2016 in Kraft ist und in allen EU-Mitgliedstaaten gilt. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist sind die EU-Mitglieder jetzt verpflichtet, die DSGVO konsequent umzusetzen.

Die Verordnung soll Verbraucherrechte stärken und nimmt zugleich Betreiber von Internetseiten in die Pflicht. Betroffen sind nicht nur international agierende Großkonzerne, sondern alle, die personenbezogene Daten wie Namen und Adressen sammeln. Auch für Universitäten, Kindertagesstätten und Schulen gelten die neuen Regeln.

Ziel der DSGVO ist es, persönliche Informationen von Nutzern bestmöglich zu schützen. Daher sollen grundsätzlich nur so wenige Daten wie möglich gesammelt werden. Bürger haben zudem jederzeit das Recht, ihre Daten einzusehen und löschen zu lassen. Da bei Nicht-Einhaltung der DSGVO empfindliche Geldbußen drohen, sollten sich Schulen und Lehrer jetzt unbedingt damit beschäftigen.

Was müssen Schulen jetzt tun?

Um mit der DSGVO konform zu sein, müssen Schulen möglichst zeitnah einen Datenschutzbeauftragten bestellen, der sich mit dem neuen Recht auskennt. Für die Schul-Homepage muss zudem die Datenschutzerklärung auf den aktuellen Stand gebracht werden.  Entsprechende Vorlagen gibt es zum Beispiel auf der Internetseite des Kultursministeriums Baden-Württemberg. Wichtig ist außerdem, dass Schulen ab sofort in einem Verzeichnis festhalten, welche personenbezogenen Daten (zum Beispiel von Schülern) sie zu welchem Zweck sammeln.

Weitere Änderungen ergeben sich zum Beispiel bei der Aufnahme neuer Schüler: Wenn personenbezogene Daten wie die Adresse und das Geburtsdatum gespeichert werden, müssen die Schüler künftig darüber informiert werden. Gleiches gilt, wenn die Schule von einer anderen Stelle personenbezogene Daten erhält. Schüler haben jederzeit das Recht zu erfahren, welche Daten konkret über sie gespeichert werden und welchem Zweck sie dienen. Wenn die Daten nicht mehr benötigt werden, zum Beispiel weil die Jugendlichen die Schule verlassen, können sie zudem das Löschen der Daten verlangen.

Werden weitere Informationen verarbeitet, für die keine Rechtsgrundlage existiert (zum Beispiel bei der Veröffentlichung von Fotos der Schüler), müssen die Schüler um ihr Einverständnis gebeten werden.

Als Datenschutzbeauftragter springt oftmals eine Technik-begeisterte Lehrkraft der Schule ein. In der Regel reicht es aus, wenn sich der ausgewählte Pädagoge im Rahmen einer Fortbildung auf den neuesten Stand bringt. Er ist lediglich dazu verpflichtet, die Schulleitung in Datenschutzfragen zu beraten und haftet nicht selbst für die Einhaltung der Datenschutzstandards. Jedoch müssen seine Kontaktdaten auf der Homepage aufgeführt werden – es reichen aber eine Telefonnummer und die E-Mail-Adresse aus.

Lesetipp

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Welche Regeln gelten für Lehrer?

Da es an den meisten Schulen keine oder nur wenige Dienst-Computer gibt, müssen Lehrer in der Regel ihren privaten Computer zur Verarbeitung von Schülerdaten nutzen. Die gute Nachricht ist, dass nicht jede technische Datenschutzmaßnahme, die für Schulen verbindlich gilt, auch von Lehrern umgesetzt werden muss. So müssen beispielsweise allein lebende Pädagogen ihren Rechner nicht extra wegschließen. Jedoch müssen die personenbezogenen Daten ihrer Schüler verschlüsselt sein. Eine Verarbeitung darf zudem nicht erfolgen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft empfiehlt daher, dass Lehrer sämtliche personenbezogene Daten auf einem USB-Stick speichern. Auch analog gespeicherte Informationen wie Noten-, Klassen und Kurstagebücher müssen für Unbefugte unzugänglich sein.

Daten in der Cloud speichern und von jedem Gerät aus rasch abrufen – diesen Service nutzen auch Lehrer gerne. Das Problem ist allerdings, dass nicht alle Cloud-Computing-Anbieter die DSGVO einhalten. Lehrer müssen sich daher unbedingt informieren oder ihre Schüler-Daten direkt auf einem USB-Stick oder einer externen Speicherplatte ablegen.

Was müssen Lehrer bei ihrem privaten Laptop beachten?

Bereits vor der dem Inkrafttreten der DSGVO sorgten sich Lehrer in Nordrhein-Westfalen um den Datenschutz. Grund dafür war, dass sie nach dem Willen der Landesregierung schriftlich versichern sollten, dass sie die „erforderlichen rechtlichen und technischen Bedingungen“ für die dienstliche Verwendung ihres Laptops beachten. Darunter fällt zum Beispiel, dass Unbefugte keinen Zugriff auf die Schülerdaten haben und nach Möglichkeit ein eigenes Nutzerkonto für dienstliche Zwecke erstellt wird. Die GEW hat jedoch darauf hingewiesen, dass Lehrer diese Erklärung nicht unterzeichnen müssten. Auch der Philologen-Verband riet Lehrern davon ab, die Datenschutzerklärung zu unterschreiben.

Da das Thema Datenschutz für viele Verunsicherungen bei Lehrern sorgt, sollten Schulleitungen die Gelegenheit nutzen und das Kollegium auf den neuesten Stand bringen. Auch wenn die Umstellung auf die neuesten Datenschutz-Standards einige Zeit erfordert, profitieren am Ende alle vom sensiblen und transparenten Umgang mit Daten.

Dieser Artikel dient lediglich der Information und stellt keine rechtliche Beratung dar. Eine Haftung für den Inhalt des Texts übernimmt HEROLÉ daher nicht.

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