Tinnitus, Burn-out und Co.: Häufige Krankheiten bei Lehrern

Tinnitus, Burn-out und Co.: Häufige Krankheiten bei Lehrern

Laute Klassenzimmer und ein hoher Stresspegel gehören zum Arbeitsalltag vieler Lehrer. Diese Belastung macht sich in vielen Fällen durch körperliche Symptome bemerkbar: Stimmprobleme, ein Tinnitus oder sogar Burn-out können die Folge sein. Wir erklären, unter welchen Krankheiten Lehrer besonders häufig leiden.

Der Krankenstand bei Lehrern

Stress führt bei Lehrern zu berufsbedingten Krankheiten.

Im bundesweiten Durchschnitt aller Berufsgruppen stehen Lehrkräfte insgesamt gut da. Eine Studie im Deutschen Ärzteblatt zeigt, dass sich Lehrer mehrheitlich gesundheitsfördernd Verhalten und seltener unter Herzerkrankungen leiden. Die Studie zeigt jedoch auch: Häufiger als andere Angestellte leiden sie unter psychosomatischen und psychischen Erkrankungen, die womöglich das Resultat verschiedener Belastungen im Arbeitsalltag sind: Viele befragte Pädagogen geben an, dass sie unter Zeitdruck, Schullärm, zu großen Klassen und geringem gesellschaftlichen Ansehen leiden.

Obwohl die Studie Rückschlüsse über die Situation bei Lehrern im Vergleich zu anderen Berufsgruppen zulässt, kritisieren Lehrergewerkschaften immer wieder, dass die gesundheitliche Situation von Lehrern nur unzureichend erfasst werde. So sagte Eva Gert von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt gegenüber dem MDR:

„Aus meiner Sicht gibt es zu wenig Interesse von Seiten des Bildungsministeriums, welche Krankheiten Lehrkräfte eigentlich haben. Das ist eine Statistik, die wir als GEW immer wieder einfordern und wofür sich das Ministerium eigentlich überhaupt nicht interessiert.“

Stimmerkrankungen: Resultat einer fehlenden Ausbildung

Arbeitsanweisungen geben, Schüler ermahnen oder Diskussionen leiten: Das wichtigste Arbeitsinstrument für einen Lehrer ist und bleibt in der Regel seine Stimme. Die Dauerbelastung ist ohnehin anstrengend genug, wird aber durch externe Faktoren wie einen hohen Geräuschpegel weiter erhöht. Dazu sagt Prof. Michael Fuchs vom Universitätsklinikum Leipzig:

„Ob die Stimme dieser Belastung auf Dauer gewachsen ist und damit Erkrankungen oder Berufsunfähigkeiten verhindert werden können, hängt ab von der Qualität der Stimmausbildung während des Studiums.“

Dieses Problem belegt auch eine Studie unter 200 Lehrern mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung, die an drei Kliniken durchgeführt wurde. Jeder dritte untersuchte Lehrer litt demnach unter einer Erkrankung der Stimme. Besonders Lehrer, die keine Stimmausbildung erhalten hatten, waren für diese Probleme anfällig. Dementsprechend sind oftmals Quereinsteiger betroffen, die in ihrer Ausbildung nicht auf die Belastungen des Lehrer-Alltags vorbereitet werden.

Bei betroffenen Lehrern tauchen die Symptome oftmals nach einigen Jahren an der Schule auf: Sie leiden zunächst unter ersten funktionellen Stimmstörungen wie Heiserkeit, denen Stimmbandknötchen folgen. Diese schränken die Funktion der Stimmbänder weiter ein. Dieser Teufelskreis kann oftmals nur durch eine Berufspause durchbrochen werden. Hilfreich ist es auch, rechtzeitig mit Stimmübungsbehandlungen und Stimmheilkuren zu beginnen. Zur Prävention sind spezielle Workshops empfehlenswert, die beispielsweise auf Vokal-Improvisationen, Atemtrainings oder Übungen zur Stimmkontrolle in Konfliktsituationen zurückgreifen.

Tinnitus, Hyperakusis & Co.

An vielen Schulen sind Lehrern einer Lärmbelastung von 60 bis 80 Dezibeln (dB) ausgesetzt. Diese Lautstärke entspricht dem Geräusch eines fahrenden PKWs, der vom Straßenrand aus gehört wird. Neben großen Klassengruppen ist auch der fehlende Schallschutz der Klassenräume ursächlich: Viele Klassenzimmer sind mit glatten Wänden und Decken ausgestattet, die Schall nicht dämmen, sondern im Gegenteil sogar reflektieren. Dabei empfehlen Akustikexperten, dass der Schallpegel in Klassenzimmern maximal 45 Dezibel betragen sollte.

Tipp
In diesem Herolé-Blogartikel geben wir Tipps für einen besseren Schallschutz im Klassenzimmer.

Auf Dauer kann der hohe Geräuschpegel zu Gehörproblemen wie Tinnitus oder Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) führen. Weitere Informationen zu den Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Deutschen Tinnitus-Liga.

Weißer Hautkrebs

In Sachsen-Anhalt gab es im vergangenen Jahr insgesamt mehr Meldungen von Berufskrankheiten. Ein Anstieg bei den Erkrankungen war zum Beispiel beim weißen Hautkrebs zu verzeichnen, der durch eine hohe Strahlenbelastung mit ultraviolettem Licht verursacht werden kann. Diese tritt besonders in den Sommermonaten zwischen 10 und 15 Uhr auf. Besonders Lehrer und Erzieher meldeten den Verdacht, dass ihre Erkrankung mit ihrem Beruf zusammenhängen könnte. Schließlich müssen sie unter Umständen bei jedem Wetter draußen arbeiten und beispielsweise die Pausenaufsicht übernehmen.

Lehrer leiden oft unter Erschöpfungszuständen oder sogar einem Burn-out.

Stefan Boltz von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung schloss gegenüber dem MDR einen solchen Zusammenhang nicht aus, betonte aber: „Hauptsächlich betroffen durch die Berufskrankheit ‚heller Hautkrebs‘ sind Gruppen wie Bauarbeiter, Dachdecker, Beschäftigte in der Landwirtschaft oder in der Seefahrt.“

Innerlich ausgebrannt: Psychische Erkrankungen

Im Fall eines Burn-outs fühlen sich Betroffene überfordert, innerlich leer und antriebslos. Dieses Symptomatik ist bei Lehrern besonders oft verbreitet: Sie leiden unter einer hohen Arbeitsbelastung, psychischem Druck und der mangelnden Anerkennung für ihren Beruf. Schätzungsweise drei bis fünf Prozent der Lehrer erhalten eine solche Diagnose. Noch höher ist die Zahl derjenigen, die beginnende Erschöpfungssyndrome und Müdigkeitserscheinungen zeigen.

Tipp
In diesem Herolé-Blogartikel haben wir weitere Informationen über Burn-out-Symptome und Therapie-Ansätze zusammengefasst.

Fotos: Pixabay, Unsplash


 

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Jana Krusch

Ihre Reiseexpertin für Ski-Klassenfahrten sowie Sport- & Erlebnisreisen.

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