Schulausfall! Diese Regeln gelten bei Schnee und Glätte

Schulausfall! Diese Regeln gelten bei Schnee und Glätte

Kalte Temperaturen und Schneefall sind im Winter bei Schülern beliebt: Viele freuen sich, wenn sie endlich mal Gelegenheit haben, einen Schneemann zu bauen, Schlitten zu fahren oder wenigstens eine kleine Schneeball-Schlacht anzuzetteln. Ein Nachteil des schönen Winterwetters findet sich aber oft auf den Straßen: Glätte kann es nahezu unmöglich machen, sicher mit dem Auto, Bus oder mit dem Fahrrad zu Schule zu fahren. In diesem Jahr durften sich deshalb bereits Schüler in Unterfranken über einen ungeplanten Schulausfall freuen. Aber wer entscheidet, ob Jugendliche trotz Winterwetters zur Schule müssen? Wir fassen die wichtigsten Regelungen zusammen.

Eltern entscheiden

Die Straßenbedingungen können auch innerhalb einer Stadt sehr verschieden sein: Je nachdem, ob Familien in gut ausgebauten oder eher kleinen Nebenstraßen wohnen, ist der Winterdienst hier mehr oder weniger aktiv. Entsprechend haben Schüler unterschiedliche Möglichkeiten, auch bei Schnee und Glätte sicher zur Schule zu gelangen. Aus diesem Grund dürfen in der Regel zunächst die Erziehungsberechtigten minderjähriger Schüler entscheiden, ob ihr Nachwuchs sicher zur Schule gelangen kann oder ob die Straßenglätte gefährlich werden könnte. Volljährige Schüler übernehmen diese Entscheidung natürlich selbst. Wichtig ist allerdings, dass Schüler nicht einfach unangekündigt vom Unterricht fernbleiben dürfen – sie müssen sich morgens bei ihrer Schule melden und sich für den Unterrichtsausfall entschuldigen.

Schulausfall ist Landessache

Grundsätzlich ist Schule in Deutschland Landessache, das gilt auch für den Schulausfall. Daher ist nicht bundesweit einheitlich geregelt, wer über einen Schulausfall entscheidet. Je nach Bundesland können dafür die Schulleiter, das Kultusministerium oder die Landräte verantwortlich sein – geregelt ist die Verantwortlichkeit meist in einem Erlass des jeweiligen Kultusministeriums. In Niedersachsen beschließt zum Beispiel jeder Landkreis, dass die Jugendlichen an diesem Tag in ihrem Bett bleiben dürfen. Für diese Regelung hat sich das Land entschieden, weil die Wetterverhältnisse zwischen Nordsee und Harz sehr unterschiedlich sein könnten und daher keine einheitlichen Prognosen möglich seien. Besteht die Gefahr, dass Schnee und Glätte den Schulweg am Morgen gefährden könnten, fährt in Niedersachsen nachts ein Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei raus und prüft die Straßenverhältnisse. Bei Glätte wird natürlich zunächst Salz gestreut – falls das nicht hilft, informiert der Landkreis die örtliche Polizei, Verkehrsunternehmen, die für den Schulverkehr verantwortlich sind, und natürlich die Schulbehörde. Anschließend steht fest, ob Kinder und Jugendliche die Schule unfallfrei erreichen können – ist das nicht der Fall, dürfen sich die Schüler im Landkreis über verlängerte Winterferien freuen.

Aber nicht nur vom Bundesland und der jeweiligen Region hängt ab, ob sich Schüler über einen freien Tag freuen dürfen. Auch das Alter der Jugendlichen spielt eine Rolle – in Hamburg und Niedersachsen können zum Beispiel Oberstufen- und Berufsschüler vom Schulausfall ausgenommen werden. Sie müssen also auch dann die Schulbank drücken, wenn alle anderen frei haben – vorausgesetzt, der persönliche Schulweg stellt für sie keine ernsthafte Gefährdung dar.

Eine weitere Einschränkung kann auch die Länge des Schulausfalls sein: Sollte der Schulweg am Morgen zu risikoreich sein, fällt nämlich nicht zwangsläufig der Unterricht am gesamten Tag aus. In einigen Städten müssen Jugendliche zum Beispiel wieder ab der dritten Stunde die Schulbank drücken, wenn bis dahin ein sicherer Schulweg gewährleistet werden kann. Sollte sich die Wetterlage mitten am Tag stark verschlechtern, ist zur Freude der Schüler aber auch ein früherer Schulschluss möglich.

Tipp
Hier gibt es eine Übersicht mit den Regelungen einzelner Bundesländer.

Informationen über Schulausfälle

Um unnötigen Unterrichtsausfall zu vermeiden, entscheiden Schulen bzw. Behörden erst am Morgen, ob die Schüler kommen müssen. Deshalb sollten sich Jugendliche und ihre Eltern unbedingt vor Schulstart darüber informieren, ob sie den Weg auf sich nehmen müssen. Dafür können sie zum Beispiel das Radio einschalten: Landesweite und regionale Sender werden über Unterrichtsausfälle informiert und geben diese an ihre Hörer weiter. Auch im Internet werden die Ausfälle in lokalen Medien oder auf den offiziellen Seiten der Verkehrszentralen der Bundesländer und auf den Seiten der Kultusministerien bekannt gegeben. Einige Länder wie Schleswig-Holstein und Landeskreise in Bundesländern wie Niedersachsen haben auch eigene Hotlines eingerichtet, bei denen Schüler und Eltern per Bandansage informiert können. Besonders benutzerfreundlich ist auch das System KATWARN, das Bürger in einigen Städten wie Oldenburg per E-Mail, SMS oder App über Katastrophenlagen und Schulausfälle informiert.

Sollten Jugendliche und Eltern diese Information verpassen, stehen sie im Zweifelsfall aber nicht vor verschlossener Tür: Schulen müssen ihre Aufsichtspflicht gegenüber Minderjährigen in jedem Fall erfüllen und eine Betreuung zu den normalen Unterrichtszeiten einrichten. Damit verbunden sind allerdings keine gute Nachrichten für Lehrer. Sie müssen in der Regel dennoch in der Schule erscheinen und haben entsprechend keinen spontanen Urlaubstag.

Regeln bei Hitzefrei

Spaß garantiert: Bei Hitzefrei können Schüler am Badesee oder im Freibad das Wetter genießen.

Noch beliebter als Schulausfall im Winter ist Hitzefrei: Was gibt es für Schüler Schöneres, als im Freibad zu planschen statt Unterrichtsstoff zu büffeln? Auch hier gibt es keine einheitlichen Regelungen, die für ganz Deutschland gelten. Die Kultusministerien bestimmen,unter welchen Bedingungen die Schüler wieder nach Hause gehen dürfen. Als Anhaltspunkt gelten in einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zum Beispiel Temperaturen zu bestimmten Uhrzeiten: Beträgt die Außentemperatur in Schleswig-Holstein um 11 Uhr bereits 25 Grad im Schatten und ist der Klassenraum in NRW wärmer als 27 Grad, dürfen sich Schüler wahrscheinlich auf Hitzefrei freuen. Grundsätzlich sind aber die Schulleitungen für die Entscheidung über Unterrichtsausfall verantwortlich: Da sich die Klassenräume je nach Schulgebäude unterschiedlich stark aufheizen, müssen nicht zwangsläufig alle Schüler in einer Stadt frei bekommen. Auch Oberstufen-Schüler haben in vielen Fällen Pech gehabt: Während die Jüngeren schon ins Freibad stürmen dürfen, müssen sie oft weiterhin die Schulbank drücken.

Tipp
Eine Übersicht über die Regelungen zu Hitzefrei gibt es hier.

Quellen und weiterführende Literatur

Spiegel Online: So funktioniert Schneefrei 

Spiegel online: Schnee fällt, Schule fällt aus 

Antenne Niedersachsen: Wer bestimmt, wann die Schule ausfällt?

DAS: Heiße Schule: Wann gibt es Hitzefrei?


 

Keine Neuigkeiten mehr verpassen. Jetzt HEROLÉ Newsletter abonnieren!

Alle Informationen rund um Klassenfahrten, Angebote und Aktionen. Gleich anmelden!

Romy Herold

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Dänemark

Verwandte Artikel