Die Lerntheke effektiv für den Unterricht nutzen

Abwechslungsreiche Lehrmethoden sorgen nicht nur dafür, dass der Unterricht spannend bleibt, sie gewährleisten auch, dass die Schüler und Schülerinnen ein Thema vollumfänglich verstehen. Eine Lehrmethode, die darüber hinaus für die individuellen Lerntypen einer Klasse geeignet ist und leistungsstarke wie auch leistungsschwächere Schüler gleichermaßen miteinbezieht, ist die Lerntheke.

Die Lerntheke effektiv für den Unterricht nutzen

Abwechslungsreiche Lehrmethoden sorgen nicht nur dafür, dass der Unterricht spannend bleibt, sie gewährleisten auch, dass die Schüler und Schülerinnen ein Thema vollumfänglich verstehen. Eine Lehrmethode, die darüber hinaus für die individuellen Lerntypen einer Klasse geeignet ist und leistungsstarke wie auch leistungsschwächere Schüler gleichermaßen miteinbezieht, ist die Lerntheke.
Die Lerntheke effektiv für den Unterricht nutzen
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Was ist eine Lerntheke?

Bei einer Lerntheke handelt es sich um eine offene Unterrichtsform, die es Lehrern ermöglicht, individuell auf ihre Schüler einzugehen. Im Unterschied zum Stationenlernen oder zum Lernzirkel werden die Materialien auf einer „Theke“ – zum Beispiel auf der Fensterbank oder einem separaten Tisch – ausgelegt und bauen nicht aufeinander auf. Schüler wählen unter den zur Verfügung stehenden Materialien diejenigen Aufgaben aus, die sie bearbeiten möchten und bestimmen selbst die Reihenfolge der Bearbeitung. Daher kann mit einer Lerntheke ein hoher Grad der Differenzierung erreicht werden. Eine Lerntheke kann für kleinere Einheiten von einer bis zu wenigen Stunden genutzt werden oder auch für größere Einheiten, die auf eine ganze Woche ausgelegt sind.

Wie lassen sich Lerntheken am besten für den Unterricht nutzen?

Vorbereitung

  • Bevor die Arbeit mit der Lerntheke losgehen kann, sollte der Lehrer die Klasse allgemein in das zu behandelnde Thema einführen. Die Schüler sollten grundsätzlich verstehen, um was es geht, bevor sie sich den einzelnen Aufgaben praktisch widmen.
  • Die Aufgaben, die von den Schülern bearbeitet werden sollen, können auf Karteikarten oder Blätter gedruckt werden. Hilfreich ist es, den Schwierigkeitsgrad der Stationen zu kennzeichnen. Dies kann beispielsweise durch Sterne (★ – leicht, ★★ – mittel, ★★★ – schwer) oder auch durch Farben geschehen. Wenn gewünscht, können auch die Lösungen auf der Rückseite vermerkt werden, damit die Schüler sich selbst kontrollieren können. Ebenso kann vermerkt werden, ob sich eine Aufgabe besonders gut als Einzel- oder als Gruppenarbeit eignet.
  • Die Schüler und Schülerinnen sollten vorab ein Blatt erhalten, auf dem eine Übersicht mit allen Aufgaben verzeichnet ist. Haben sie eine Aufgabe bearbeitet, können sie diese abhaken, das Datum eintragen und in einem zusätzlichen Feld vermerken, ob ihnen etwas besonders schwer oder leicht gefallen ist.
  • Die gleiche Übersicht sollte auch noch einmal als Poster ausgedruckt und gut sichtbar im Klassenzimmer angebracht werden.
  • Hilfreich ist es auch,  während der Arbeit mit der Lerntheke die Tische und Stühle umzustellen, sodass den Schülern problemlos Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten möglich sind.

Durchführung

  • Jeder Schüler sollte während der Arbeit mit der Lerntheke einen Selbsteinschätzungsbogen ausfüllen, der darüberAufschluss gibt, welche Aufgaben innerhalb der vorgegebenen Zeit erledigt wurden und wie der Schüler mit den Übungen zurechtgekommen ist. So können Schüler – und später auch Lehrer – besser einschätzen, bei welchen Themen noch Hilfe nötig ist.
  • Zusätzlich dazu können Schüler, die eine Aufgabe erfolgreich gelöst und besonders gut verstanden haben, sich mit ihrem Namen in dem vom Lehrer ausgedruckten Übersichtsposter eintragen. Sie sind dann Experten für dieses Thema und können bei Problemen von ihren Mitschülern angesprochen werden. Das hilft nicht nur, das Gelernte zu festigen, sondern fördert auch das Miteinander in der Klasse.
  • Abgesehen von diesen beiden Methoden sollte allerdings nicht permanent überprüft werden, wie viele Aufgaben die Schüler bereits geschafft haben – dies tragen sie für sich in ihrem Heft ein. So kann gewährleistet werden, dass kein Druck entsteht und jeder Schüler wirklich in seinem eigenen Tempo arbeiten und die Themen verstehen kann.

Nachbereitung

  • Durch die Selbsteinschätzung, die die Schüler während der Lerntheke ausfüllen, kann der Lehrer abschätzen, welche Aufgaben und Themenbereiche seiner Klasse noch Probleme bereiten. Auf diese kann er im Unterricht im Anschluss an die Lerntheke verstärkt eingehen.
  • Der Lehrer kann pro Tag eine Station festlegen, die die Schüler an diesem Tag unbedingt bearbeiten sollen. Diese kann er dann am Ende der Stunde gemeinsam mit den Schülern besprechen. So behält er den Überblick, ob auch alles verstanden wurde und kreiert zusätzlich mit der Einführung einen Rahmen, in den die Lerntheke eingebettet werden kann.
  • Wenn gewollt, kann auch ein Belohnungssystem eingeführt werden. Hier sollten nicht bloß die schnellen Schüler belohnt werden, da das Besondere an der Lerntheke gerade die Förderung aller Lerntypen ist. Viel eher kann hervorgehoben werden, wenn ein Schüler seinen Klassenkameraden besonders gut geholfen hat oder sich – ungeachtet dessen, ob die richtige Lösung direkt gefunden wurde – auch an den schwierigen Aufgaben versucht hat.

Was sind die Vorteile einer Lerntheke?

  • Eigenverantwortung: Die Schüler und Schülerinnen entscheiden selbst, welche Aufgaben sie wann bearbeiten und reflektieren in ihrem Selbsteinschätzungsbogen, ob sie das Thema auch wirklich verstanden haben.
  • Individuelles Lernen auch in großen Klassen: Lehrer und Lehrerinnen haben es oft schwer, in großen, heterogenen Gruppen den Bedürfnissen und der Lerngeschwindigkeit jedes Schülers gerecht zu werden. Eine Lerntheke hilft, individuell auf Probleme reagieren zu können und zu erkennen, bei welchen Schülern welche thematischen Schwierigkeiten bestehen.
  • Besseres Verständnis der Inhalte: Schüler befassen sich nicht nur kognitiv, sondern auch optisch mit den Themen, was beim Lernen helfen kann. Dadurch, dass die Schüler und Schülerinnen sich gegenseitig helfen und es Experten für einzelne Themen gibt, müssen sie sich außerdem tiefgründiger mit den Aufgaben beschäftigen und merken durch das gegenseitige Helfen, ob sie die Übungen und deren Lösung auch wirklich verstanden haben.
  • Förderung des Zusammenhalts: Wie beim „Lernen durch Lehren“ profitieren alle Schüler von diesemSystem der gegenseitigen Unterstützung. Stärkere Schüler können Schüler mit Lernschwächen helfen und sie dabei unterstützen, ein größeres Pensum zu schaffen, als sie das ausschließlich in Einzelarbeit könnten. Der Lehrer kann beratend zur Seite stehen und helfen, wenn die Klasse Fragen hat. Zusätzlich haben die Schüler jedoch das Erfolgserlebnis, etwas auch alleine oder in der Gruppe verstehen zu können.

Über HEROLÉ

HEROLÉ mit Sitz in Dresden wurde 2002 gegründet und ist heute einer der drei größten Veranstalter von und Spezialist für Klassenfahrten in Deutschland. Dafür sprechen auch über 140.000 Teilnehmer, die jedes Jahr mit HEROLÉ auf Klassenfahrt gegangen sind. Mit der unternehmenseigenen Flotte von 18 modernen Reisebussen werden über 140 weltweite Reiseziele angesteuert.

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