Für eine sorgenfreie Reise: Was Sie über Bettwanzen wissen müssen

Für eine sorgenfreie Reise: Was Sie über Bettwanzen wissen müssen

Allen Vorkehrungen zum Trotz finden sich Gäste beim Zubettgehen hin und wieder auf Tuchfühlung mit unerwünschten Winzlingen: Bettwanzen. Doch das muss kein Grund zur Sorge sein. In diesem Artikel haben wir alle wesentlichen Informationen und Maßnahmen rund um das Thema Bettwanzen zusammengestellt.

Wie gelangen Bettwanzen ins Bett?

Tatsächlich sind Bettwanzen äußerst geschickt darin, sich dem menschlichen Zugriff zu entziehen. Als sogenannte Zivilisationsfolger haben sie sich insbesondere auf schlafende Menschen und damit auch das Überleben in deren Lebensräumen spezialisiert.

Bettwanzen sind gewissermaßen reiselustig: In die Unterkünfte gelangen sie meistens durch die Gepäckstücke von Reisenden. Sie verbergen sich u. a. in Falten und Kofferschlössern. Der gestiegene Fernreiseverkehr begünstigt die Verbreitung – besonders durch aus asiatischen Ländern angereiste Gäste, da in Asien derzeit kaum aktive Maßnahmen gegen den Befall ergriffen werden.

Bettwanzen verstecken sich außerdem in den Sitzen von Reisebussen und anderen Verkehrsmitteln, von wo aus sie als blinde Passagiere in Koffern und Taschen weiterreisen. Da die Gepäckstücke gerade in Fernbussen oft nah beieinander liegen, wird die Ausbreitung begünstigt, weshalb besonders Busunternehmen sich zunehmend mit dem Thema auseinandersetzen und entsprechend sensibilisieren müssen.

Doch auch vor Schulen, Ferienlagern, Möbelhäusern, gebrauchten Gegenständen wie Mobiliar und Büchern, sozialen Einrichtungen und Wäschereien machen Bettwanzen nicht Halt. Die Tierchen verbreiten sich stets passiv, lassen sich in der Regel also unbemerkt von Ort zu Ort tragen. Ein weiterer Faktor, der die Verbreitung von Bettwanzen begünstigt, ist ihre wachsende Resistenz gegen gängige Bekämpfungsmittel.

Sind Bettwanzen ein Zeichen mangelnder Hygiene?

Bettwanzen wollen nur eines: in die Nähe potentieller Nahrungsquellen, und das sind meistens Menschen. Der Sauberkeit ihrer Umgebung schenken sie dabei keine Beachtung. Selbst bei perfekter Raumhygiene gelingt es den kleinen Insekten, all jene Möbel und Stellen zu meiden, die täglich gereinigt werden, und sich beispielsweise hinter Steckdosen, in Bilderrahmen, Bettrahmen oder Fußbodenleisten einer Unterkunft zu verbergen – oftmals also Orten, die zu überprüfen nicht nur das Putzen, sondern das aufwendige Auseinandernehmen des Raums oder seiner Einrichtungsgegenstände erfordern würde.

Bettwanzen sind nachtaktiv, bleiben folglich tagsüber in ihren Verstecken und kommen erst bei Dunkelheit heraus, angelockt von der Wärme und dem CO2-Ausstoß des menschlichen Körpers.

Dabei sind sie nicht wählerisch, was den Standard eines Etablissements angeht: Bettwanzen befallen 5-Sterne-Hotels ebenso häufig wie Hostels. Trotz höherer Personendichte und -Fluktuation in den Mehrbettzimmern von Hostels gibt es bislang keine Daten, die Anlass zur Vermutung geben, dass Bettwanzen Hostels stärker frequentieren.

Wie erkennt man Bettwanzen?

Bettwanzen sind sechsbeinige, flugunfähige Insekten, die eine Körperlänge von etwa 3,8 bis 9 Millimetern erreichen. Abhängig davon, wie weit ihre letzte Mahlzeit zurückliegt, sind sie entweder sehr flach oder rundlich und von rotbräunlicher bis schwarzer Farbe. Ihr birnenförmiger Körper weist eine leichte Behaarung auf.

Wie gefährlich sind Bettwanzen?

Zum Glück gar nicht. Auch, wenn sie nicht gerade sympathisch wirken und ihre Bisse ähnlich wie Mückenstiche jucken können, sind Bettwanzen absolut harmlos: Bislang ist kein Fall bekannt, in dem durch Bettwanzenbisse Krankheiten übertragen wurden.

Wie behandelt man Bettwanzenbisse?

Am besten reinigt man die betroffenen Hautstellen mit Wasser und Seife und trägt dann ein kühlendes Gel auf, um den Juckreiz zu lindern. Hierfür eignet sich besonders Aloe Vera-Gel, je höher konzentriert, desto besser. Besonders effektiv sind Cremes, die Cortison oder Hydrocortison enthalten. Für Präparate mit einer hohen Konzentration des Wirkstoffs benötigt man allerdings ein Rezept.

Welche Maßnahmen ergreift die Unterkunft?

Hostels und Hotels investieren beachtliche Summen in die Schädlingsbekämpfung: Ausgaben bei größeren Hotelketten erreichen Millionenhöhe.

Zur Prävention finden regelmäßige Sichtkontrollen potentieller Bettwanzenverstecke durch die Unterkünfte statt, wobei sogar Spürhunde zum Einsatz kommen, die Bettwanzen riechen können. Wenn es dennoch zu einem Befall kommt, sind die Mitarbeiter der Unterkünfte in der Regel mit dem weiteren Procedere vertraut und werden möglicherweise befallene Zimmer umgehend mit den Gästen prüfen.

Weitere Maßnahmen umfassen die Bereitstellung von Kühlgel für eventuelle Bisse sowie spezieller Wäschesäcke aus Maisstärke für die sichere Reinigung der Wäsche. Die Säcke lösen sich bei einer Temperatur von 60 Grad während eines mindestens 30-minütigen Waschgangs auf.

Wäsche, die für diese Temperaturen zu empfindlich ist, kann bis zur Ankunft zuhause fest in ebenfalls durch die Unterkunft bereitgestellte Müllsäcke verpackt und dann für mindesten 10 Stunden bei -17 Grad ins Gefrierfach gelegt werden, um eventuell darin befindlichen Bettwanzen ein Ende zu bereiten.

Sobald sich keine Gäste mehr im betroffenen Zimmer aufhalten, wird zudem eine Behandlung mit einem Heißdampfgerät durchgeführt, die alle vorhandenen Bettwanzen und deren Eier eliminiert. Nach Abreise der betroffenen Gäste folgt eine professionelle Schädlingsbekämpfung.

Wie sollten betroffene Gäste handeln?

Bei Verdacht auf einen Befall ist es wichtig, erst einmal tief durchzuatmen, Ruhe zu bewahren, und den Fall der Unterkunft wie auch uns umgehend zu melden.

Sobald wir einen Hinweis auf das mögliche Vorhandensein von Bettwanzen in einer Unterkunft erhalten, gehen wir diesem sofort nach und holen eine schriftliche Rückmeldung der Unterkunft ein.

Achtung: In jedem Fall notwendig ist die Dokumentation des Befalls seitens der Reisenden durch Fotos sowie ein schriftliches Protokoll, um eine möglichst reibungslose Abwicklung des Vorfalls zu gewährleisten.

Für das weitere Vorgehen gibt es eine Vielzahl von erprobten Möglichkeiten.

  • Um die weitere Ausbreitung der Bettwanzen zu verhindern, sollte man möglichst unmittelbar nach Feststellen des Befalls noch vor Ort die Gepäckstücke aller betroffenen Teilnehmer sorgfältig ausklopfen. Es empfiehlt sich, dies zunächst über einem hellen Tuch zu tun, um bei der Begehung des Zimmers mit Unterkunftsangestellten die Tiere zeigen zu können. Gegebenenfalls ist im Rahmen der Begehung auch das Auseinandernehmen von Betten nötig, um die genaue Überprüfung zu ermöglichen.
  • Alle Gepäckstücke sollten im weiteren Verlauf der Reise möglichst weit vom Bett entfernt aufbewahrt werden.
  • Wenn ein Staubsauger zu Verfügung gestellt werden kann, sollte man ihn einsetzen, um jedes Gepäckstück bis auf die letzte Falte abzusaugen.
  • Alternativ oder zusätzlich kann man mit Müllsäcken arbeiten, am besten schwarzen Müllsäcken, in die man Schuhe, Gepäck- und Kleidungsstücke locker, aber sicher verschlossen verpackt.
  • Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein kann man die Müllsäcke mindestens einen Tag in direktes Sonnenlicht legen; die die Teile sollten hierbei möglichst einzeln verpackt sein.
  • Wenn der Sonnenschein ausbleibt, kann Kälte helfen: Die Müllsäcke können auch bei -18 Grad für drei Tage in die Gefriertruhe gelegt werden.
  • Auch mindestens 30 Minuten bei mindestens 60 Grad im Wäschetrockner beseitigen die kleinen Krabbler.
  • Ist zufällig eine Sauna vorhanden, kann sie ebenfalls zur Bettwanzenbeseitigung zweckentfremdet werden – bei mindestens 55 Grad.
  • Die Verweildauer der so behandelten Gegenstände sollte je nach Volumen mindestens eine Stunde betragen.
  • Wenn die ökonomischen Umstände es erlauben, können der Kauf und das Tragen neuer Kleidung die Ausbreitung der Bettwanzen verhindern. Denn so lassen sich restlos alle möglicherweise befallenen Kleidungsstücke reinigen bzw. bis zur Rückkehr fest verschlossen aufbewahren.
  • Dies kann vor allem am Ende einer Reise sinnvoll sein, wenn für längerfristige Maßnahmen keine Zeit mehr bleibt.
  • Generell können Bettwanzen über das WC oder die Bade- bzw. Duschwanne entsorgt werden.

Ein Gutes hat die Unannehmlichkeit, denn wenn man bei Verdacht auf Befall umgehend Bescheid gibt und nachweisbar ist, dass man es im Bett tatsächlich mit Bettwanzen zu tun bekam, lassen sich Rückerstattung und/oder Umquartierung meist schnell in die Wege leiten.

Gäste können das Vorhandensein von Bettwanzen zudem durch die charakteristischen, oft in einer Reihe angeordneten Bisse nachweisen, oder durch ein ärztliches Attest.

Falls der Verdacht auf Bettwanzenbisse sich erst nach der Reise einstellen sollte, heißt es auch hier: Schnell Bescheid geben und ein ärztliches Attest einholen.

Welche Präventionsmöglichkeiten gibt es?

Vor der Reise sollte man bei Bewertungen der Unterkünfte am Reiseziel auf Erwähnungen von Bettwanzen achten. Wer optimal auf den Ernstfall vorbereitet sein will, kann einen kleinen Vorrat an Müllsäcken mit auf die Reise nehmen.

Um einen Befall zu erkennen, bevor es zur Begegnung mit den Insekten kommt, kann man beim Betreten des Zimmers den Raum nach Hinweisen auf das Vorhandensein von Bettwanzen prüfen. Dies sind z. B. Eier (etwa 1 mm groß, hell, leicht transparent) oder kleine dunkle Punkte vor allem auf der Unterseite der Matratze oder am Bettrahmen, die sich nicht mit Wasser entfernen lassen.

Ein leicht süßlicher Geruch kann ebenfalls ein Indiz sein. Auf diesen lässt sich besonders gut prüfen, indem man in die Zwischenräume von Möbelstücken pustet. Gebraucht erworbene Gegenstände wie Mobiliar, Spiegel, Bilder, Teppiche und Bücher sollte man ebenfalls auf diese Weise prüfen, um einem Befall im eigenen Heim vorzubeugen.

Auch nach einer Reise gilt es, den Bettwanzen keine Chance zu geben, sich in den eigenen vier Wänden einzunisten.

  • Vor der Rückkehr nach Hause sollte man alle Koffer, Taschen oder Rucksäcke in große Mülltüten verpacken, um eine weitere Ausbreitung der Bettwanzen im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verhindern. Wird man am Flughafen oder Bahnhof abgeholt, kann man sich die entsprechenden Beutel gleich mitbringen lassen.
  • Zuhause angekommen sollte man  sämtliche Gepäckstücke gründlich über der Dusch- oder Badewanne ausklopfen oder absaugen und alle Kleidungsstücke waschen, soweit möglich wie beschrieben bei 60 Grad.
  • Alternativ kann man die Teile bei 60 Grad in den Trockner stecken.
  • Oder, weiterhin in die Reise-Müllsäcke verpackt, bei -18 Grad für mindestens drei Tage ins Tiefkühlfach.
  • Herrschen sommerliche Temperaturen, kann man alle betroffenen Gegenstände, ebenfalls weiterhin in Müllsäcke verpackt, ein ganztägiges Sonnenbad nehmen lassen.
  • Selbst der Backofen kann, auf eine Temperatur von mindestens 55 Grad vorgeheizt, zur Behandlung möglicherweise befallener und entsprechend hitzebeständiger Gegenstände zum Einsatz kommen.
  • Wenn man dem Reisegepäck mit dem eigenen Staubsauger zu Leibe rückt, sollte man den Staubsaugerbeutel gleich darauf entnehmen und mit Klebeband verschließen, um das Entkommen der Insekten zu verhindern. Zusätzliches Einfrieren sorgt dafür, dass den Bettwanzen definitiv das letzte Stündlein schlägt.

Es gibt also Vieles, was sich unternehmen lässt, um die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit Bettwanzen zu minimieren. Und sollte es doch einmal dazu kommen, helfen wir sofort.

Quellen und weiterführende Literatur

Ausführlicher Ratgeber des Umweltbundesamtes: Bettwanzen – Erkennen, Vorbeugen, Bekämpfen

Beitrag des SWR: Bettwanzen auf dem Vormarsch

Artikel des jetzt-Magazins, primär zu Bettwanzen zuhause: Was tun, wenn man Bettwanzen hat

Checklisten von MIB-Schädlingsbekämpfung: Die MIB-Bettwanzencheckliste

Englischsprachiger Artikel von tripsavvy: Everything you need to know about bedbugs and travel

Erfahrungsbericht von comfortzoneless.de: Bettwanzeninvasion auf Reisen

Foto: Jenna Christina on Unsplash

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Jana Krusch

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