Nina in Katalonien & Barcelona

Nina in Katalonien & Barcelona

Montag/ Dienstag, 01./02. September 2014

„Das geht ja schon gut los“, war mein erster Gedanke, als ich an diesem Montag Morgen am Flughafen Berlin-Schönefeld an Gate 61 stand und die nicht ganz so freundliche Mitarbeiterin vom Bodenpersonal mir und den anderen Passagieren des Fluges nach Barcelona mitteilte, dass unsere Maschine aufgrund von schlechten Wetterbedingungen am anderen Berliner Flughafen Tegel hatte landen müssen und unsere Abreise sich auf unbestimmte Zeit verzögerte. Am Mittag sollte ich eigentlich auf meine erste Schülergruppe im Projekt #klassenfahrtdiary treffen, die 13. Klasse der Gesamtschule Dortmund Scharnhorst.

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Fünf Stunden, etliche Telefonate, zwei überteuerte Kaffee und drei Security Checks später, saß ich endlich im Flugzeug in Richtung Katalonien und wurde schließlich in Barcelona von strahlendem Sonnenschein und knackigen 27 Grad begrüßt. Zu meinem absoluten Glück im Unglück konnte ich mich durch die Verspätung bei einer anderen Herolé Reisegruppe als blinder Passagier einschmuggeln und fand mich schließlich 2 Stunden später endlich in Calella an der Costa Brava wieder, wo mich Carlos, der hier die Gruppen im Empfang nimmt mit seinem alten silbernen VW Käfer abholte. „Geht doch“, dachte ich jetzt und war dank Abendsonne und Meerblick nicht mehr ganz so böse auf den Nebel in Berlin.

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Am Abend traf ich am Campingplatz El Far endlich auf die 35 Schüler und 3 Lehrer aus meiner alten Heimat Dortmund und war doch ganz schön aufgeregt, wie die Gruppe auf mich reagieren würde. Doch zu meinem Glück traf ich auf viele freundliche Gesichter und ich wurde erst einmal Zeuge der weiteren Abend- und Wochenplanung am campingplatzeigenen Pool. Zu meiner Überraschung, verschwanden die meisten Schüler kurz danach wieder in ihre Bungalows, um sich nach der langen Busfahrt auszuruhen, anstatt das berühmt berüchtigte Nachtleben von Calella auf Herz und Nieren zu testen. Manchmal ist Schlaf eben doch auch das Schönste.

2. September, Tagesausflug in die Umgebung

Fit und ausgeschlafen, etwas was ich von meinen eigenen Klassenfahrten überhaupt nicht kannte, stiegen die Schüler, die Lehrer und ich am nächsten Morgen in den Bus namens „Jaqueline“. Die Busse aus der Herolé Flotte haben nämlich alle Namen, erklärte mir Fahrer Robert, bevor auch er erstmal eine Runde Helene Fischer aufdrehte und die Straße gen katalanische Hauptstadt einbog. Kurz hinter Barcelona liegt das kleine Örtchen Sant Sadurni d’Anoia mit unserem ersten Tagesziel: Der Kellerei Freixenet. In einer etwa eineinhalb-stündigen Führung, lernten wir durch einen Film, einen Rundgang in der Kellerei und eine kurze Eisenbahnfahrt alles über die Geschichte und die Herstellung des sogenannten „Cava“.

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Anschließend ging es weiter Richtung Norden, unser nächstes Ziel, das Bergkloster Montserrat (zu deutsch: „geteilter Berg“) das in 700 Meter Höhe liegt, was für uns bedeutete: Serpentinenstraßen, Serpentinenstraßen, Serpentinenstraßen. Etwa 3 Kilometer führen scharfe Rechts- und Linkskurven den Berg hinauf und machen die Anfahrt zu einem echten Abenteuer, das mit einem Wahnsinnsausblick belohnt wird. Hier, auf einem Felsvorsprung unterhalb des Klosters sollte es sein, beschlossen einige Schüler: Das Gruppenfoto für das Herolé Gewinnspiel. Kurzerhand total profimäßig zu einem Herz aufgestellt ging es dann auch schon ein paar Selfies und Bocadillos später zurück auf die schlängelnde Straße bergab um endlich nach Barcelona zu fahren, der Programmpunkt auf den sich alle wohl am meisten gefreut haben. Shopping und Tapas war die Devise, weshalb die gigantische Baustelle der Sagrada Familia auch meiner Meinung nach zurecht mit ein wenig Desinteresse betrachtet wurde. Kaum am Kolumbusdenkmal geparkt, schwärmten die Schüler aus wie ein Bienenschwarm auf der Suche nach Blüten um die große Einkaufsstraße „La Rambla“ und die kleinen Seitengassen nach Klamotten und Köstlichkeiten abzugrasen. Für mich bedeutete das Feierabend, denn ich wurde im Gewusel der Touristenmeile ganz schnell abgehängt und so sah ich die Schüler erst zwei Stunden später am Bus wieder, aus dem sie mir herzlich zum Abschied winkten bevor ich ihnen ganz wehmütig in den kitschigen Sonnenuntergang hinterher sah.

Nina Hüpen-Bestendonk

Reisebloggerin & Grafikdesignerin

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