Schmerzhaftes Souvenir aus Bella Italia – #klassenfahrtdiary Kampanien

Schmerzhaftes Souvenir aus Bella Italia – #klassenfahrtdiary Kampanien

Kampanien, 28. September bis 2. Oktober 2015

Regentropfen fallen auf meinen Frühstückstisch am Pool. In einer halben Stunde mache ich mich auf den Heimweg und schließe damit das #klassenfahrtdiary 2015. Zwei Gedanken umkreisen meinen Kopf: 1. Regen – was für ein guter Tag um abzureisen, nachdem wir vier Tage strahlenden Sonnenschein hatten. Und 2. Ich bin froh, dass ich noch meine Finger zum Tippen dieses Tagebucheintrags benutzen kann – der gesamte Rest meines Körpers tut mir nämlich unsagbar weh, ich kann mich kaum bewegen. Die unausweichliche Frage lautet deshalb: Was ist in den letzten Tagen auf Klassenfahrt in Kampanien passiert?

Herrliche Aussicht vom Gipfel des Vesuv in Kampanien - #klassenfahrtdiary

Die ganze gut gelaunte Gruppe aus Marbach auf dem Vesuv.

Nein, ich wurde weder verprügelt, noch hatte ich einen Autounfall oder Ähnliches – ich habe einfach nur vier Tage mit dem Sportprofil des Friedrich-Schiller-Gymnasiums aus Marbach verbracht. Was für eine Herausforderung…

Wie es auf einer Studienfahrt sein sollte, spiegelt das Programm die Bedürfnisse des Hauptfachs wider – in diesem Fall eben Sport. So wechsele ich am laufenden Band mein Outfit: Neoprenanzug zum Schnorcheln, Badeshorts zum Schwimmen, Fußballschuhe zum Kicken, Neoprenanzug zum Windsurfen und Katamaransegeln, barfuß mit T-Shirt zum Beachvolleyball, wieder Neoprenanzug zum Nachtschnorcheln (Wahnsinn!!) und so weiter und so fort.

Ich muss sagen: Bisher habe ich mich für einen sportlichen und fitten Kerl gehalten, für den die magische „30er-Zone“, die er letztes Jahr erreicht hat, nicht mehr als eine unbedeutende Zahl war. Leider muss ich mich nun korrigieren. Die Schülerinnen und Schüler sind zwischen 16 und 18 Jahren und somit auf dem Höhepunkt ihrer körperlichen Leistungsfähigkeiten. Das bekomme ich am laufenden Band zu spüren.

Amüsierte Gesichter beim Kajak fahren in Kampanien - #klassenfahrtdiary

Wickie und die starken Männer beim Kajak fahren!

Ein Beispiel: Beim Kajakfahren teile ich mir das Boot mit Cara, sie ist 18 und 1,57 Meter klein. Da setzt bei mir natürlich sofort der Beschützerinstinkt ein. „Mach dir keine Sorgen, ich werde dich sicher und souverän durch das Gewässer führen“, prahle ich. Sie lächelt. Cara sitzt vorne, ich hinten. Wir haben einen guten Flow, paddeln synchron und grooven uns schnell ein, was das Manövrieren angeht. Als wir ungefähr zehn Minuten unterwegs sind, zwickt es das erste Mal in meinem Nacken. Puh, das ist ja ganz schön anstrengend, denke ich – sage aber natürlich nichts.

„Ey, nicht schummeln!“ ruft Cara nach hinten, als sie merkt, dass ich den einen oder anderen Paddelschlag aussetze, weil ich inzwischen mit Rückenschmerzen zu kämpfen habe. Um es kurz zu machen: Nach zwei Stunden sind wir zurück am Ufer. Cara tänzelt aus dem Kayak und kraxelt die Uferböschung hoch. „Das hat total Spaß gemacht“, ruft sie. Dann dreht sie sich zu mir um: „Aber du warst zwischendurch schon ein bisschen faul, finde ich.“ Ich hebe entschuldigend die Hand, während ich aus dem letzten Loch pfeife.

Es sind wunderbare Tage in Casal Velino, einem kleinen Hafenörtchen zwei Stunden südlich von Neapel, wo wir in der „L’Oasi del Fauno“ untergebracht sind.

Unterkunft Oasi del Fauno in Kampanien - #klassenfahrtdiary

Unsere Unterkunft L’Oasi del Fauno – einfach herrlich

Hier kicken wir in jeder freien Minute, spielen Volleyballturniere gegen andere Schülergruppen und springen zur Abkühlung in den Pool. Von hier aus starten wir auch unsere Tagesausflüge, die uns unter anderem nach Pompeji und zum Vesuv führen.

Jetzt ist der letzte Morgen gekommen, und ich sitze beim Frühstück draußen am Pool. Die ersten Regentropfen auf meinen Tisch. Ein paar Getränkeflaschen von der gestrigen Abschiedsparty stehen noch in der Ecke, ansonsten herrscht hier die Ruhe nach dem Sturm. Ich bin allein, weil die Gruppe aus Marbach schon heute Nacht abgereist ist. Es ist fast totenstill. Aber eben nur fast. Denn ganz tief in mir drinnen höre ich etwas jämmerlich jaulen. Es kriecht durch meinen Körper und wird jetzt als Souvenir mit nach Hause kommen. Ich nenne es liebevoll meinen „Marbacher Muskelkater“.

Jungs und Mädels, ihr habt mich fertig gemacht… Vielen Dank dafür, es war toll!

Übrigens: Stimmt jetzt noch für das #klassenfahrtdiary Challenge Bild der 12. Klasse des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach ab und gewinnt tolle Preise. Hier geht’s lang!

Christoph Karrasch

Reiseblogger und Abenteurer.

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