Auf einen Sprung an den Gardasee

Auf einen Sprung an den Gardasee

Dienstag, 02. September 2014

Nach zwei Tagen mit den Dortmunder Schülern im kroatischen Pula mache ich mich am frühen Dienstag Morgen auf einen abenteuerlichen Trip zur zweiten Teilnehmergruppe beim #klassenfahrtdiary nach Italien.

Die grauen Wolken hängen schwer und tief am Himmel, die Adria ist an diesem Morgen ein raues Gewässer. Entsprechend ist der Seegang bei meiner Fährüberfahrt von Pula nach Venedig gewaltig. Zum Glück finde ich – irgendwo in den Tiefen meines Rucksacks – noch ein paar Reisetabletten, die den Ritt über die Wellen nicht zur Magenkatastrophe werden lassen. Trotzdem: In diesem Moment ist nicht zu ahnen, dass der Tag mich noch mit einem sommerlichen Finale Grande überraschen wird.

VeronaSchon bald, nachdem ich in Venedig in den Zug Richtung Verona gestiegen bin, reißen die Wolken auf, und die Region Venetien zeigt sich in den prächtigsten Sommerfarben. Schließlich komme ich im T-Shirt und mit Sonnencreme auf der Haut bei traumhaften 26 Grad in der Stadt von Romeo und Julia an.

An der Reiterstatue Viktor Emanuels II. an der Piazza Bra bin ich mit dem 13. Jahrgang des Adalbert-Stifter-Gymnasiums aus Castrop-Rauxel verabredet – und noch bevor ich mir einen Überblick über die Lage verschaffen kann, sprechen mich zwei Mädels an: „Bist du Christoph?“ Ich bestätige den Verdacht. „Cool! Wir haben uns gerade den Herolé-Gewinnspiel-Flyer mit deinem Foto drauf angesehen und dich erkannt.“ Schon sacken Zarah und Lara mich ein und bringen mich zum Rest der Gruppe.

Die Schülerinnen und Schüler hatten den Vormittag in Verona verbracht, um sich den Balkon des wohl berühmtesten Liebespaares der Literaturgeschichte sowie weitere Sehenswürdigkeiten anzusehen und die Stadt anschließend auf ihre Shoppingqualitäten zu untersuchen. Auf der Busfahrt zurück ins Klassenquartier am Gardasee schmieden sie Pläne für den Nachmittag, die vor allem eines vorsehen:

Sprung in den Gardasee
Nach der Ankunft in Bardolino reißen sich die Jungs und Mädels sprichwörtlich die Klamotten vom Leib, um sich eine wohlverdiente Abkühlung zu gönnen. Die Mädels posieren vor der Kamera, die Jungs schubsen sie vom Steg, es wird gelacht und gekreischt, geflirtet und geplanscht – und sich zwischendurch auf den Handtüchern am Strand aufgewärmt. Zarah und Lara schnappen sich währenddessen meine Kamera und drehen für einen Moment ihr ganz persönliches #klassenfahrtdiary:

Liederabend am GardaseeDer Abend klingt im Straßencafé ihres Hotels aus: Der Lehrer Herr Kühn holt seine Gitarre raus, um mit den Schülerinnen und Schülern ein kurzes Musikquiz zu veranstalten. Gewinn: Eine Kaffeetasse aus Verona, die er heute beim Tagesausflug gekauft hatte. Doch es bleibt nicht bei dem Quiz, die Gruppe startet anschließend auf eigenen Wunsch einen ausgiebigen Liederabend und gibt im Chor Evergreens wie „Wonderwall“ und „Let It Be“, „Angels“ und „Mad World“ zum Besten. In diesem Moment füllt sich das Café mit einer unbeschreiblichen Atmosphäre, die vielleicht nur gemeinsames Musizieren zu kreieren vermag. Die Augen der Schüler strahlen, einige Mädchen kuscheln sich auf den Schoß ihrer Mitschülerinnen – und sogar ein paar Jungs lassen sich zum Mitsingen verleiten.

Dies ist der Abschluss eines perfekten Sommertages am Gardasee in Italien, dessen strapaziösen Beginn auf der Adria ich zu diesem Zeitpunkt längst vergessen habe.

Christoph Karrasch

Reiseblogger und Abenteurer.

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