Unterrichten in der Ferne – Lehrer im Auslandsdienst

Viele Lehrer haben Lust, die Koffer zu packen und einige Jahre lang eine neue Kultur kennenzulernen. Das deutsche Auslandsschulwesen macht es möglich: Ob in den europäischen Nachbarländern, im fernen Asien oder Amerika – auf allen Kontinenten gibt es Schulen, an denen deutsche Lehrer einige Jahre lang arbeiten können. Wir verraten, welche Möglichkeiten Lehrer im Auslandsdienst haben.
Viele Lehrer haben Lust, die Koffer zu packen und einige Jahre lang eine neue Kultur kennenzulernen. Das deutsche Auslandsschulwesen macht es möglich: Ob in den europäischen Nachbarländern, im fernen Asien oder Amerika – auf allen Kontinenten gibt es Schulen, an denen deutsche Lehrer einige Jahre lang arbeiten können. Wir verraten, welche Möglichkeiten Lehrer im Auslandsdienst haben.
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Das deutsche Auslandsschulwesen

Deutsche Lehrer haben vielfältige Möglichkeiten, wenn sie sich für einen Auslandsaufenthalt entscheiden: Weltweit gibt es 140 Deutsche Auslandsschulen, 25 Deutsch-Profil-Schulen und mehr als 1.100 Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (KMK) anbieten. Das Auslandsschulwesen ist das älteste Beispiel einer zukunftsweisenden öffentlich-privaten Partnerschaft und wurde durch die Gründung der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) im Jahr 2008 noch weiter ausgebaut.

Die deutschen Lehrkräfte sind nicht nur eine wesentliche Säule des deutschen Auslandsschulwesens, sondern sichern zugleich die Qualität des Unterrichts und sind Botschafter der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Diese ist neben der Pflege der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen eine der drei Säulen der deutschen Außenpolitik, für die das Auswärtige Amt verantwortlich ist.

Bin ich für den Schuldienst im Ausland geeignet? Wer eine Antwort auf diese Frage sucht, kann hier einen Online-Test des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen absolvieren.

Wege ins Ausland

Grundsätzlich gibt es für Lehrer zwei Wege ins Ausland: Zum einen vermittelt die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) Lehrer ins Ausland. Oder Pädagogen ergreifen Eigeninitiative und bewerben sich individuell als Ortslehrkraft (OLK) bei den Schulen im Ausland. In diesem Fall werden sie direkt vom örtlichen Schulträger eingestellt und haben keine rechtlichen Verbindungen zur ZfA. Sie können sich allerdings in eine Kartei der ZfA aufnehmen lassen, aus der Auslandsschulen geeignete Lehrer auswählen.

Da die Bewerbung als Ortslehrkraft ein individueller Prozess ist, konzentrieren wir uns in diesem Blogartikel auf die Auslandsvermittlung durch die ZfA. Informationen zur Arbeit als Ortslehrkraft bietet der Weltverband Deutscher Auslandsschulen jedoch hier.

Auslandsdienstlehrkraft (ADLK)

Auslandsdienstlehrkräfte sind Lehrer, die bereits im Landesschuldienst verbeamtet oder unbefristet angestellt sind. Sie bewerben sich bei ihrem Dienstherrn bzw. Arbeitgeber (in der Regel dem Bundesland), der den Bewerber für die Dauer des Auslandsaufenthalts freistellen muss. Die Bewerbung muss daher über den schriftlichen Dienstweg eingereicht werden.

Gesucht werden vor allem Pädagogen, die in der Sekundarstufe II unterrichten dürfen, für folgende Fächer:

Die ZfA, die die Vermittlung der Lehrer übernimmt, gibt keine Bewerbungsfristen vor. Allerdings kann es Terminvorgaben aufgrund der landesrechtlichen Regelungen geben.

In der Regel schließen die Auslandsdienstlehrkräfte einen Vertrag mit dem Schulträger für die Dauer von drei Jahren ab. Auf Antrag können die Pädagogen ihren Aufenthalt um weitere drei Jahre verlängern. In Funktionspositionen ist auch eine Höchstdauer von acht Jahren möglich.

Weitere Informationen zum Status einer Auslandsdienstlehrkraft gibt es hier.

Bundesprogrammlehrkraft (BPLK)

Die Laufbahn als Bundesprogrammlehrkraft steht ebenfalls verbeamteten und unbefristet angestellten Lehrern offen, jedoch auch Lehrkräften, die nicht im Landesschuldienst tätig sind. Qualifiziert sind Bewerber, die das zweite Staatsexamen (oder vergleichbar) für das Lehramt in Deutschland abgelegt haben, aber auch Magister/ Master mit dem Hauptfach Deutsch als Fremdsprache (DaF) oder einem Abschluss in Linguistik mit dem Hauptfach DaF.

Wie auch die Auslandsdienstlehrkräfte werden sie von der ZaF vermittelt und zunächst für zwei Jahre eingestellt. Der Vertrag kann im Zwei- bzw. Einjahresrhythmus bis zu einer Gesamtdauer von sechs Jahren verlängert werden.

Weitere Informationen über die Einstellung als Bundesprogrammlehrkraft gibt es hier.

Landesprogrammlehrkraft (LPLK)

Wie auch Bundesprogrammlehrkräfte werden Landesprogrammlehrkräfte zur Zeit auf Basis einer Absprache zwischen Bund und Ländern in verschiedenen Staaten Mittel- und Osteuropas, dem Baltikum, in Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sowie (Zentral-)Asien eingesetzt. Die Bundesländer erarbeiten den jährlichen Einsatzplan und werden dabei von der ZfA begleitet, die den Einsatz der Landesprogrammlehrkräfte koordiniert.

Gesucht werden vor allem Gymnasiallehrkräfte, die im Landesschuldienst verbeamtet oder festangestellt sind, und die Fächer Deutsch, DaF und moderne Fremdsprachen unterrichten.

Eine Liste der Einsatzgebiete sowie weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der ZfA.

Erfahrungsberichte

Nicht immer läuft die Arbeit an einer Auslandsschule problemlos ab, wie ein Interview mit dem Deutschlandfunk zeigt, in dem der Grundschullehrer Jens Erner von seiner achtjährigen Tätigkeit als Leiter der Deutschen Schule in Lima berichtet. Er erzählt von positiven Erfahrungen, aber auch von Schwierigkeiten für seine Kinder und seine Frau, die in Peru nicht ihren eigenen Beruf ausüben konnte.

Nicht immer muss es gleich Südamerika oder Asien sein. Viele Lehrer gehen auch dort hin wo sie bereits im Urlaub oder auf Kassenfahrt waren und bereits einen Eindruck gewinnen konnten.

Auch der Weltverband Deutscher Auslandsschulen hat einige Stimmen von Lehrern im Ausland gesammlt. Ihr einstimmiges Fazit lautet: Trotz kleiner Schwierigkeiten ist die Arbeit an einer Auslandsschule eine einzigartige Erfahrung, die sich lohnt.

In diesem Video von der didacta 2016 berichtet zudem ein Grundschullehrer von seiner Arbeit im Ausland. Eine Gymnasiallehrerin erzählt von ihrer Bewerbung im Auslandsschuldienst:

Lesetipp

Mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, das Lieblingsfach unterrichten oder Wissen vermitteln – die Gründe, Lehrer zu werden, sind vielfältig. Viele Lehrerkräfte oder Lehramtsanwärter merken aber nach einiger Zeit, dass sie im Berufsalltag nicht glücklich sind. Hier erfahren Sie mehr zu Gründen der Unzufriedenheit und Alternativen.

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Bildnachweis

  • Titelbild: Tourism Ireland

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