Klassenfahrten nach Griechenland in Zeiten der Krise

Klassenfahrten nach Griechenland in Zeiten der Krise

Viel wurde in letzter Zeit aus Griechenland berichtet. Von zerstörtem Vertrauen war die Rede, von einem Schuldenberg, der nicht beglichen werden kann und vom Ausstieg aus der Eurozone, dem sogenannten Grexit. Zumindest dieser ist vorerst vom Tisch. Die griechische Regierung hat einem Reformpaket zugestimmt, das das schlingernde Schiff wieder auf Kurs bringen soll.

Politisch ist nun also Einigkeit erzielt, bleibt die Frage, wie sich die Situation für Besucher und Urlauber gestaltet. Im Zuge der Berichterstattung wurden viele Szenarien skizziert, die oftmals überzeichnet, teilweise gar am Rande der Panikmache waren.

Höchste Zeit, den brennendsten Fragen, im Hinblick auf die nächste Klassenfahrt, auf den Grund zu gehen.

„Kann ich an Bankautomaten noch Geld abheben?“

Akropolis - maku

Dem Besuch der Akropolis steht weiterhin nichts im Wege.

Griechische Staatsbürger können derzeit täglich maximal 60 € an den Geldautomaten abheben.
Touristen sind von dieser Regelung ausdrücklich nicht betroffen! Sie können unbegrenzt Geld abheben. Vorausgesetzt, der Automat ist nicht leer. Daher rät das Auswärtige Amt dazu, ausreichend Bargeld mitzubringen. Das Zahlen mit Kredit- und EC-Karte ist weiterhin grundsätzlich möglich, es kann allerdings vereinzelt dazu kommen, dass Geschäfte auf Bargeld bestehen.

„Drohen Versorgungsengpässe?“

Reiseunternehmen wie auch Urlauber vor Ort berichten nichts dergleichen. Die Hotels und Restaurants können eine Versorgung ihrer Gäste weiterhin problemlos gewährleisten, und auch die Regale in den Supermärkten sind weiterhin gefüllt.  Durchaus nachvollziehbar, wird doch der Großteil der Lebensmittel in Griechenland selbst produziert und vieles davon auch weltweit exportiert. Medikamente sollten allerdings, so der Rat des Auswärtigen Amtes, ausreichend mitgeführt werden, da es bei importierter Medizin vereinzelt zu Lieferengpässen kommen kann.

„Sind deutsche Klassenfahrten nach Griechenland sicher?“

Absolut! Die viel gerühmte griechische Gastfreundschaft hat in keinster Weise unter der Krise gelitten. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Touristen werden mehr denn je mit offenen Armen empfangen. Die Griechen sind sich der Verunsicherung sehr bewusst und wissen es umso mehr zu schätzen, wenn sich Urlauber sozusagen solidarisch zeigen und, ungeachtet der negativen Presse, ihre Klassenfahrt in Griechenland verbringen.

„Ändert sich etwas an der Preissituation?“

Da der Grexit nun kein Thema mehr ist, kann man diesbezüglich festhalten: Wenn sich an den Preisen im Land etwas tut, dann zugunsten von Urlaubern. Durch die Rezession sind die Preise stark im Fallen und die angebotenen Waren werden somit effektiv billiger.

„Ist mit Ausschreitungen und Protesten zu rechnen?“

Athen - maku

Seit in Athen eine neue Regierung tagt, gibt es deutlich weniger Streiks.

Nach Informationen des Auswärtigen Amtes haben unter der neuen Regierung Protestkundgebungen und Einschränkungen durch Streiks stark abgenommen. Durch die neuen politischen Entwicklungen könnten es allerdings vermehrt zu Kundgebungen und Protesten kommen. Es ist daher ratsam, den Hinweis des Auswärtigen Amtes zu befolgen, und sich möglichst von Demonstrationen und Menschenansammlungen fern zu halten.

Das Wetter ist genauso fantastisch wie jedes Jahr, das Essen weiterhin gesund und schmackhaft und die Strände sowieso traumhaft schön. Der größte Unterschied: Die Preise sind wesentlich günstiger. Der britische Guardian spricht deswegen sogar von einer „everybody-wins situation“ und lässt Urlauber zu Wort kommen, die zwar von Schlangen an den Bankautomaten berichten, aber sonst keine negativen Auswirkungen bemerkt haben.

Ohnehin hatte die Krise offenbar nur wenig Einfluss auf die Reiselust der Deutschen. So konnte beispielsweise der Reisekonzern TUI 2014 auf ein neues Rekordjahr zurück blicken, und in diesem Jahr sieht es sogar noch besser aus. Ein gewichtiger Grund für die positiven Zahlen sind einer Firmensprecherin zufolge auch die Buchungen für einen Aufenthalt in Griechenland. Neben Spanien und der Türkei zählt Griechenland, ungeachtet der negativen Presse, weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen von deutschen Urlaubern. Mehr noch: Bei den Last-Minute-Buchungen weiß das TUI-Tochterunternehmen L’Tur sogar von zweistelligen Zuwachsraten im Vorjahresvergleich zu berichten.

Wie reagiert Herolé als Veranstalter auf die Entwicklungen?

Wir als Veranstalter beobachten die aktuelle Situation in Griechenland täglich und stehen dazu auch im stetigen Kontakt mit unseren griechischen Kollegen. Erst heute haben wir wieder mit unserem Ansprechpartner in Athen telefoniert. Die Situation vor Ort zeigt sich aktuell ruhig und es besteht kein Grund zur Sorge.

Sollten sich die Gegebenheiten verändern, werden wir umgehend reagieren, mit Ihnen in Kontakt treten und kurzfristig agieren. Dies gilt auch, wenn Sie sich bereits vor Ort befinden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine Umbuchung nicht notwendig.

Kommentar unser Busfahrerin Susan vor Ort in Athen:
„Bisher ist alles ruhig verlaufen und wir hatten keine Probleme.“

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde nicht ausgesprochen. Das Auswärtige Amt rät zu „ausreichend Bargeld“ und weist auf Wartezeiten an den Automaten und auf Engpässe bei der Bargeldversorgung hin. Bitte geben Sie diesen Hinweis an Ihre Reiseteilnehmer weiter. Weitere Informationen können Sie gern hier nachlesen.

Rückmeldung eines Lehrers, der gerade aus Athen zurückgekehrt ist:

„In knappster Form kann man sagen, dass man als Tourist von der Krise eigentlich nicht betroffen ist. Wir wurden von keiner Seite negativ behandelt, es gab keine Vorwürfe und Beschimpfungen, unsere Kontaktpersonen waren unverändert freundlich.

Eine positiver Nebeneffekt: Als Tourist profitiert man von den gesunkenen Preisen in vielen Bereichen. Trinkgelder waren hochwillkommen, man merkte, dass sich viele Griechen angesichts der ungewissen Situation über jede Form von Bargeld gefreut haben.“

 

Isabelle Kempt

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Österreich.

Verwandte Artikel