Klassenfahrt in die Provence: Ein Reisebericht

Klassenfahrt in die Provence: Ein Reisebericht

Duftende Lavendelfelder im Sommer, lange Strände, grüne Wälder, dazu eine Portion Antike und jede Menge Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung – das ist die Provence. Tauchen Sie auf Ihrer Klassenfahrt ein in die südfranzösische Lebensart!

Anreise

Provence Klassenfahrt

Die berühmten Lavendelfelder

Eine Klassenfahrt in die Provence verspricht ein beeindruckendes Farben- und Duftschauspiel der Natur. Zwischen Juni und August scheint die Region nur aus endlosen, duftenden Lavendelfeldern zu bestehen und im Frühjahr locken leuchtend gelbe Rapsfelder, von rotem Mohn gesprenkelt, Olivenhaine und frisch austreibende Weinreben. Dieses Schauspiel lässt sich am besten genießen, wenn man mit dem Bus anreist und bereits auf der Hinfahrt die beeindruckende Landschaft bestaunen kann. Zudem steht Ihnen dann der Reisebus während der ganzen Klassenfahrt für Ihre Ausflüge zur Verfügung.

Hinweis
Auf Grund der doch recht langen Fahrtzeit empfehlen wir für die Rückreise eine Fahrt über Nacht. So können Sie den letzten Tag ihrer Klassenfahrt in der Provence noch voll ausschöpfen und kommen dank unserer modernen Schlafsessel-Busse erholt und ausgeschlafen zu Hause an.

Unterkunft

Für ihre Klassenfahrt stehen Ihnen verschiedene Unterkünfte zur Verfügung, die sie nach Ihren Bedürfnissen auswählen können. Für Klassen, die ihren Tagesablauf so unabhängig wie möglich planen wollen, empfehlen sich die Ferienanlagen Belambra oder La Marine in Le Grau du Roi. Sie sind Selbstversorger-Anlagen, was Ihnen die Möglichkeit gibt, ganz nach ihren Bedürfnissen und Wünschen zu speisen. La Marine verfügt über 296 Mobilehomes, in denen je 4-7 Personen untergebracht werden können, und sind mit Kochnischen und Badezimmern ausgestattet. Belambra umfasst 5 Häuser mit insgesamt 104 voll ausgestatteten Appartements für 4-6 Personen.

Dem Stil einer Ferienlage sehr ähnlich ist das YMCA Avignon. Das Jugendzentrum befindet sich in einer ruhigen Lage nur 15 Gehminuten von Avignon entfernt. Drei typisch provenzalische Gebäude mit mehr als 40 2- bis 4-Bett-Zimmern bieten Platz für insgesamt 140 Personen. Frühstück und Abendessen sind inklusive, optional können Mittagessen bzw. Lunchpakete hinzugebucht werden.

Direkt im Zentrum von Avignon befindet sich das Ibis Hotel. Es verfügt über moderne 2- und 3-Bett-Zimmer, die mit Dusche und WV ausgestattet sind. Das Frühstück wird in einem separaten Frühstücksraum serviert, der außerhalb der Speisezeiten auch als Gruppenraum genutzt werden kann. Mittag- oder Abendessen sind auch Wunsch in einem Restaurant zubuchbar.

Sehenswürdigkeiten

Die Provence hält so einige Highlights bereit, die sie auf keinen Fall verpassen sollten und die sich perfekt für Tagesausflüge eignen.

Dazu zählt zum Beispiel Arles, das Tor zur Camargue. Wussten Sie, dass Arles die flächenmäßig größte Gemeinde Frankreichs ist? Aber nur, da das gesamte Naturschutzgebiet der Camargue dazu zählt. Arles ist auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten nach Rom die Stadt mit den meisten römischen Baudenkmälern! Diese gilt es zu entdecken, entweder mit einer unserer deutschsprachigen Reiseleiterinnen oder auf eigene Faust. Trotz der Fülle an historischen Monumenten ist die Stadt übersichtlich, verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht.

Tipp
Wenn Sie sich zwischen den Führungen in Arles oder Avignon entscheiden sollen, dann empfehle ich Ihnen, Arles aufgrund seiner Größe und Übersichtlichkeit selbständig zu besuchen und die Führung in Avignon zu wählen.
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Stierzucht Arnaud

Die Camargue, das Mündungsgebiet der Rhône, wird bestimmt von vielen kleineren und größeren Seen und Flüssen sowie von Reisfeldern und flachen Ebenen. Besonders bekannt ist die Region für ihre weißen Pferde, schwarzen Stiere und rosafarbenen Flamingos. Gleich bei Les Saintes Maries de la Mer befindet sich die Stierzucht Manade Arnaud. Die Familie Arnaud, welche sich seit Generationen den schwarzen Stieren verschrieben hat, empfängt hier unsere Gruppen. Seit einer Generation gibt es hier auch eine Deutsche, die in diese Familie „eingeheiratet“ hat – natürlich perfekt, um die Arbeit mit den Tieren zu erklären. Auf der Manade fahren sie in Planwagen zu den Stieren, während Ihnen Ihr Guide hoch zu Ross die Stierzucht näher bringt. Anschließend können Sie ihm beim Antreiben der Herde und Herausholen einzelner Tiere zuschauen.

Sie können in der Camargue auch die Salinen von Aigues Mortes besuchen. Dabei fahren Sie in einem kleinen Zug durch das Gebiet der Saline und lernen viel Interessantes zur Salzgewinnung.

Neben der  Camargue kann ich Ihnen natürlich auch den nördlicheren Teil der Provence ans Herz legen. So zum Beispiel die Städte Nîmes und Avignon. Nîmes besticht vor allem durch seine riesige Arena, wo noch heute viele Veranstaltungen stattfinden. Die Maison Carrée und das Amphitheater gehören zu den besterhaltenen Bauten aus der Römerzeit, weswegen Nîmes auch das „französische Rom“ genannt wird.

Tipp
Gleich bei der Ausfahrt des Parkplatzes „Les Arènes“ gibt es eine kleine Patisserie. Hier bekommen Sie ein großes und dick belegtes Sandwich für nur 3,50 EUR. Die Brote werden frisch in der Küche hinter der Theke belegt – je nach Geschmack. Für diese Größe würden Sie ein paar Meter weiter glatt das Doppelte bezahlen.

In Avignon muss man auf jeden Fall den Papstpalast und die Pont St. Bénézet (die berühmte Pont d’Avignon) anschauen. Der Papstpalast diente im 14. Jahrhundert den Päpsten als Residenz und ist heute ein Weltkulturerbe. So beeindruckend die Bauten sind, so wenig ansprechend sind leider die dort buchbaren deutschsprachigen Audioguides, die leider nur langatmige Erklärungen bieten.

Tipp
Wenn Sie die berühmten Fotomotive nicht wie die meisten Touristen von den Brücken der Stadt aufnehmen wollen, empfehle ich Ihnen eine Schifffahrt auf der Rhône, welche es als Kombiticket mit der Pont St. Bénézet oder dem Papstpalast gibt. Man fährt direkt an der Pont St. Bénézet vorbei und hat einen tollen Blick auf die Altstadt!

Avignon ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere Umgebung. Nach Westen zum berühmten Pont du Gard, den man nicht nur besuchen, sondern auch bei einer Paddeltour „von unten“ erkunden kann – eine wirkliche schöne Aktivität, um die Natur und das beeindruckende Bauwerk zu genießen! Nach Süden kann man u.a. nach Les Baux fahren und sich das Städtchen, was als ein der schönsten Dörfer Frankreichs klassifiziert ist, sowie das Château ansehen. Hier finden zu bestimmten Zeiten auch Vorführungen mit dem Katapult statt, was sehr beeindruckend ist. Gleich am Eingang bekommt man einen deutschsprachigen Audioguide, der sehr informativ ist. Wenn Sie die Zeit haben und das Wetter mitspielt, empfehle ich Ihnen, diese beiden Ausflüge zu machen – es lohnt sich wirklich!

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Gordes

Bei einem Ausflug nach Osten können Sie die Schönheit der Provence entdecken. Im empfehle Ihnen die Orte Isle-sur-la-Sorgue, Gordes und Roussillon. Isle-sur-la-Sorgue ist ein malerisches kleines Dörfchen mit viel Charme, hier drehen sich viele moosbewachsene Wasserräder unter dem Flüsschen Sorgue. Gordes ist vor allem ein begehrtes Fotomotiv und ebenfalls als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet. Bei Roussillon finden Sie die berühmten Ockerfelsen – man kann dort sogar in der roten Steinwüste wandern- ein wirklich tolles Erlebnis.

Fazit

Die Provence ist eine Region der Vielfalt: die Mittelmeerküste im Süden, die sanften Hügel und schroffen Berghänge, die flachen Ebenen und dichten Wälder im Landesinneren sowie die ockerfarbenen Felsen bei Roussillon. Neben malerischen Landschaften gibt es hier historische Bauwerke zu entdecken und das Gebiet eignet sich perfekt für sportliche Aktivitäten wie Paddeln, Klettern, Radfahren oder Surfen. Egal, worauf Sie bei Ihrer Klassenfahrt Wert legen – die Provence bietet für jeden Anspruch etwas.

 

Ivonne Friedrich

Ihre Reiseexpertin für Frankreich und Großbritannien

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