Jahresrückblick 2018: Diese Bildungsthemen waren wichtig

Jahresrückblick 2018: Diese Bildungsthemen waren wichtig

Die letzten Silvester-Raketen sind verschossen und die Sektflaschen sind leer. Die meisten Menschen haben das vergangene Jahr erfolgreich hinter sich gelassen und starten jetzt mit neuen guten Vorsätzen in 2019 durch. Dabei lohnt sich ein Blick zurück. Denn 2018 hat sich viel getan – besonders im Bildungsbereich gab es viele Neuigkeiten und Entwicklungen. Wir werfen einen Blick zurück auf Bildungsthemen, die im letzten Jahr wichtig waren.

Januar

Dass in Deutschland Lehrer fehlen, ist seit Langem bekannt. Eine im Januar veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung legte jedoch die gesamte Misere offen: Demnach sollen 35.000 Grundschullehrer bis zum Jahr 2025 fehlen. Dirk Zorn von der Bertelsmann Stiftung sagte zu den Ergebnissen aus seinem Haus, dass mehr Studienplätze für Lehramtsstudenten keine Lösung seien. Stattdessen würden kurzfristig wirkende Maßnahmen wie bessere Rahmenbedingungen für Lehrkräfte in Teilzeit helfen.

Februar

Leiden Lehrer häufiger als andere Arbeitnehmer unter Burn-out-Symptomen? Zahlen der Landesschulbehörde Niedersachsen legten das im Februar nahe. Demnach sind Grundschullehrer ab 50 Jahren häufig betroffen. Sie leiden vor allem an depressiven Episoden, Angstzuständen oder Erschöpfung. Andere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass aber auch Berufsanfänger mit falschen Erwartungen an ihren Beruf betroffen sind. Weitere Informationen zum Thema Burn-out hat Herolé hier zusammengefasst.

März

Die Digitalisierung an Deutschlands Schulen müssen vorangetrieben werden, meint die neue Bildungsministerin Anja Karliczek.

Nach langen Koalitionsverhandlungen wurde am 14. März die Bundesregierung vereidigt. Mit dabei die neue Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) aus Nordrhein-Westfalen. Bei ihrem Amtsantritt kündigte die Ministerin an, dass sie Bürgern die Bedeutung von Forschung und Innovationen für den Alltag verdeutlichen möchte.  Einen weiteren Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht Karliczek beim Thema Digitalisierung an Deutschlands Schulen, das sich bereits ihre Vorgängerin Johanna Wanka auf die Fahnen geschrieben hatte.

April

In Folge des Lehrermangels müssen Landesregierungen derzeit kreativ werden, um Menschen für diesen Beruf zu begeistern. Das Ministerium der nordrhein-westfälischen Kultusministerin Yvonne Gebauer veröffentlichte deshalb im April eine auffällige Kampagne mit plakativen Botschaften: „Job mit Pultstatus – Gönn dir“ lautete einer der Sprüche, die kaum zu übersehen sind. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) glaubt nur an einen begrenzten Nutzen der Kampagne: „Die beste Werbekampagne für Lehrkräfte wird nicht viel bewirken, wenn nicht endlich mehr für die Attraktivität des Berufs getan wird“, wird sie im Lehrerportal News4Teachers zitiert.

Mai

Der Mai war dominiert von einem Schlagwort: Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Nach einer zweijährigen Übergangszeit müssen die Mitgliedstaaten die EU-weit geltende Verordnung umsetzen. Die DSGVO richtet sich zwar in erster Linie an Großkonzerne und soll dafür sorgen, dass diese ihre Kundendaten besser schützen. Sie hat jedoch auch Auswirkungen auf Schulen und Lehrer. Denn da Dienstrechner an deutschen Schulen eine Seltenheit sind, müssen Lehrer die Daten ihrer Schüler in der Regel auf ihrem privaten Laptop speichern. Weitere Informationen zur DSGVO an Schulen hat Herolé hier zusammengefasst.

Juni

Kleinere Klassen führen zu besseren Leistungen der Schüler – zu diesem Ergebnis kam die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Damit lieferten die Autoren zum ersten Mal einen wissenschaftlichen Beweis für eine Vermutung, die Lehrer schon seit Langem haben. Die Autoren zeigten, dass kleine Grundschulklassen im Vergleich zu Klassenstärken von 20 Schülern oder mehr positive Effekte mit sich bringen: Ein verbessertes Lehrer-Schüler-Verhältnis sorgt demnach für bessere Noten in Deutsch und Mathe und vermindert die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind sitzen bleibt.

Juli

Der Rücktritt des Fußballspielers Mesut Özils aus der deutschen Nationalmannschaft löste im Juli eine Debatte zum Thema Rassismus in Deutschland aus. Auf Twitter berichteten viele Nutzer auch von Diskriminierung durch Lehrer und Mitschüler an deutschen Schulen. Unter dem Hashtag #metwo schrieben sie beispielsweise, dass Lehrer ihnen wegen ihres Migrationshintergrunds kein Abitur oder Studium zugetraut hätten.

August

Wer morgens mit dem Auto zur Schule fahren möchte, steht oftmals im Stau zwischen vielen Eltern.

Viele Lehrer müssen sich an jedem Morgen regelrecht bis zur Einfahrt ihrer Schule durchkämpfen. Der Grund: Die Straßen sind versperrt, weil viele Eltern ihre Schüler gleichzeitig mit dem Auto zumUnterricht bringen. Laut einer im August veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Versicherung CosmosDirekt chauffieren 20 Prozent der Eltern ihre Kinder morgens zur Grundschule. Dabei fordern Experten seit Langem, dass Kinder häufiger zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren.

September

Mit dem Meldeportal „Neutrale Schulen Hamburg“ löste die AfD-Bürgerschaftsfraktion im September eine bundesweite Debatte über Meinungsfreiheit aus. Auf der Plattform sollen Schüler ihre Lehrer melden, wenn diese die AfD kritisieren und damit vermeintlich gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Weitere AfD-Landesverbände richteten in den Folgemonaten Ableger des Portals ein, auf das Lehrer in zum Teil humorvoller Weise reagierten: Laut dem Portal News4Teachers schrieben viele Lehrer satirische Beiträge und zeigten sich selbst an.

Oktober

Bildungschancen seien in Deutschland ungleich verteilt, kritisierte die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) im Oktober und forderte die Zusammenführung der allgemeinen und Förderschulen zu einem inklusiven Schulsystem. Zur Umsetzung dieser Forderung veröffentlichten die Bildungsexperten sechs Empfehlungen – darunter eine verlässliche pädagogische Grundausstattung und Ganztagsunterricht als Form inklusiven Lernens.

November

Seit Langem fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Besoldungsstufe A13 für alle Lehrer – also auch für Grundschullehrer und Lehrer der Sekundarstufe I. In Berlin, Brandenburg und Sachsen erhalten Grundschullehrer bereits A13 bzw. EG 13. In 13 weiteren Bundesländern erhalten Lehrer der Sekundarstufe I die Besoldungsstufe. Damit die restlichen Landesregierungen folgen, organisierte die GEW im November zwei Wochen lang bundesweite Aktionen im Rahmen der Kampagne „JA13“. Weitere Informationen veröffentlicht die GEW hier.

Dezember

Die Bundesregierung plant, die Digitalisierung an Deutschlands Schulen mit fünf Milliarden Euro voranzutreiben. Für den sogenannten Digitalpakt strebt Bildungsministerin Anja Karliczek jedoch eine Grundgesetzänderung an, die der Bundestag und der Bundesrat jeweils mit einer 2/3-Mehrheit verabschieden müssen. Im Dezember fuhr Karliczek eine Niederlage ein: Die Länder verweigerten ihr wie erwartet die Zustimmung. Dieser Schritt sei „ebenso bedauerlich wie notwendig“, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Die Länder sehen den Föderalismus bedroht, stören sich aber auch an einem Passus, nach dem die Programme des Bundes für die Länder ab dem Jahr 2020 zur Hälfte durch die Länder mitfinanziert werden sollen. Für jeden Euro aus Bundesmitteln müssten die Länder einen Euro drauflegen. Beim Digitalpakt soll die Kostenaufteilung 90 (Bund) zu 10 (Länder) sein.

Quellen und weiterführende Links

Herolé: Für ein frohes neues Jahr – Vorsätze für 2019

News4Teachers: Das war 2018 in der Bildung

Fotos: Shutterstock, Pixabay 


 

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Carsten Herold

Geschäftsführer HEROLÉ Reisen

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