Ferienjobs – Welche Regeln gelten für Schüler?

Ferienjobs – Welche Regeln gelten für Schüler?

Endlich Sommer! In ganz Deutschland freuen sich Schüler auf die lang ersehnten großen Ferien. Sechs Wochen lang können Schüler faulenzen, ausspannen und die Schulbücher liegen lassen. Doch manche Jugendliche möchten auch mit einem Ferienjob ihr Taschengeld aufbessern und spannende Einblicke ins Arbeitsleben gewinnen. Dabei müssen sie allerdings einige Regeln beachten. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie viel dürfen Schüler arbeiten?

Ferienjobs

Aushilfsjobs im Supermarkt gehören zu den beliebtesten Ferienjobs.

Schüler, die in den Sommerferien arbeiten gehen, sind durch das Jugendarbeitsschutzgesetz geschützt. Dort wird u.a. geregelt, wie viel Kinder und Jugendliche höchstens arbeiten dürfen – denn schließlich sind die Schulferien in erster Linie zur Erholung da.

Wie viele Stunden erlaubt sind, richtet sich nach dem Alter:

  • Für Kinder, die jünger als 13 Jahre alt sind, gilt ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahmen sind Theater- und Musikveranstaltungen, Filmaufnahmen, Fernseh- und Hörfunkproduktionen und die dafür notwendigen Proben. Der Arbeitgeber muss allerdings bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eine Genehmigung beantragen.
  • Kinder zwischen 13 und 15 Jahren dürfen nur mit Genehmigung ihrer Eltern und höchstens zwei Stunden pro Tag zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten. In der Landwirtschaft sind drei Stunden erlaubt. In § 2 der Kinderarbeitsschutzverordnung ist festgelegt, welche Jobs in diesem Alter erlaubt sind: Zu den Beschäftigungen gehören unter anderem das Austragen von Zeitungen und Werbeprospekten, Haushaltsarbeit, Kinderbetreuung und Feldbestellung.
  • Jugendliche ab 15 Jahren dürfen nicht mehr als acht Stunden pro Tag und nicht mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten.

Generell gilt: Schulpflichtige dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben. Denn es soll auch noch genug Freizeit übrig bleiben, in der sich die Jugendlichen vom Schulstress regenerieren können.

Welche Arbeiten sind Schülern nicht erlaubt?

Ferienjobs

Gegen leichte körperliche Arbeiten ist nichts einzuwenden, solange sie im Rahmen bleiben!

Ferienjobs gibt es in vielen Bereichen, aber Schüler dürfen laut Gesetz längst nicht überall arbeiten. Für Kinder und Jugendliche ist es zum Beispiel verboten, schwere körperliche Arbeiten zu verrichten. Natürlich sind auch gefährliche Aufgaben, wie z.B. unbeaufsichtigtes Hantieren mit Chemikalien, oder Akkordarbeit für Schüler unter 18 Jahren Tabu. Unter Akkordarbeit versteht man Arbeit, die besser bezahlt wird, je schneller man arbeitet.

Der Jugendarbeitsschutz möchte durch diese Regeln die körperliche und seelische Entwicklung von Jugendlichen schützen – denn ab und zu gibt es unter den Arbeitgebern auch schwarze Schafe, für die das Wohl ihrer Ferienjobber nicht gerade im Vordergrund steht.

Wie viel Geld steht mir zu?

Wie viel Schüler bei ihrem Ferienjob bezahlen, ist sehr unterschiedlich und hängt vom Arbeitgeber ab. Auf den gesetzlichen Mindestlohn können sie sich leider nicht verlassen: Minderjährige müssen nicht den Mindestlohn von 8,87 Euro pro Stunde erhalten. Anders ist es bei Schülern, die die Volljährigkeit bereits erreicht haben. Wie für alle anderen Arbeitnehmer auch gilt für sie der Mindestlohn.

Gewerkschaften raten Schülern in jedem Fall dazu, einen Arbeitsvertrag abzuschließen, damit sie bei eventuellen Problemen rechtlich abgesichert sind.

Muss ich Steuern bezahlen?

Die gute Nachricht vorweg: In der Regel müssen Schüler bei ihrem Ferienjob keine Steuern und Sozialabgaben leisten, wenn sie bestimmte Verdienstgrenzen nicht überschreiten. 2017 besteht ein Grundfreibetrag von 8820 Euro pro Jahr, 2018 werden es sogar 9000 Euro sein. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und den Werbungskosten (zum Beispiel Fahrtkosten oder Fachbücher) erst ab dem 8821.Euro steuerpflichtig sind.

Für Schüler ist die Unterscheidung zwischen regelmäßiger stundenweiser Tätigkeit und einer kurzfristigen Beschäftigung wichtig:

  • Regelmäßige stundenweise Tätigkeit: Gemeint sind die sogenannten „Minijobber“, deren Einkommen monatlich 450 Euro nicht übersteigen darf. Arbeitgeber zahlen für die Schüler eine Abgabenpauschale von 31,29% an die Minijobzentrale. Die Dauer der Beschäftigung spielt keine Rolle, allerdings darf die Einkommensgrenze nicht überschritten werden.
  • Kurzfristige Beschäftigung: Hiermit ist der klassische Ferienjob gemeint. Im Arbeitsvertrag wird festgehalten, dass der Schüler nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs betragen darf. Der Arbeitgeber muss die Schüler bei der Minijobzentrale melden und versteuert die Einkünfte des Schülers entweder mit der Lohnsteuerkarte oder pauschal mit 25% Lohnsteuer. Die pauschale Versteuerung ist dann möglich, wenn Schüler nicht mehr als 18 Arbeitstage zusammenhängend beschäftigt sind und der Arbeitslohn 12 Euro pro Stunde bzw. 68 Euro pro Tag nicht übersteigt. Wenn das Einkommen zunächst besteuert wird, können sich Schüler die bezahlten Abgaben in der Regel bei der nächsten Steuererklärung zurückholen.
 Für Schüler lohnt sich meist eher eine Versteuerung nach der Lohnsteuerkarte, da bei den Steuerklassen I, II, III und IV keine Lohnsteuer abgezogen wird. Die Beschäftigung wird lediglich in die Lohnsteuerkarte eingetragen.

Wo findet man einen Ferienjob?

Ferienjobs

Gut für die Berufswahl: Viele Schüler entdecken beim Jobben echte Talente in sich!

Aber wie kommt man als Schüler überhaupt an eine Arbeit oder einen Ferienjob? Am einfachsten ist es, einmal bei Bekannten oder direkt bei einer Firma nachzufragen, für die man sich schon immer interessiert. Außerdem hilft es meistens, die lokale Zeitung nach Anzeigen durchzuschauen. Auf der Seite „Stellenangebote“ gibt es manchmal sogar eine eigene Rubrik für Neben- oder Ferienjobs. Auch im Internet finden sich Stellenbörsen, die man per Filter auf seinen Wohnort einschränken kann. In jedem Fall sollten Schüler jedoch ihre Eltern um Erlaubnis fragen, bevor sie ein Jobangebot annehmen.

Auch das Berufsinformationszentrum (BiZ) hat in den Sommerferien geöffnet und kann bei der Jobsuche mit Rat und Tat beiseite stehen. Denn schließlich sind Ferienjobs nicht nur kurzfristig gut fürs Taschengeld, sondern können auch bei der späteren Berufswahl nützlich sein. Oft haben Schüler durch Ferienjobs schon unerwartete Stärken in sich entdeckt oder wurden nach der Schule sogar von den Firmen als Azubis übernommen.

Ferienjobs können also auch eine echte Chance sein!

Weitere Informationen

Jugendarbeitsschutzgesetz

DGB Jugend: Dein Job

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW: „take!care.nrw. sicher leben, lernen, arbeiten: Schülermagazin zum Thema Arbeitsschutz

HEROLÉ-Blog: „Sommerferien zu Hause – 50 Ideen gegen Langeweile

Bilder: Shutterstock


 

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Carsten Herold

Geschäftsführer HEROLÉ Reisen

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