HEROLÉ-Busfahrer im Interview – Steffen Enger

HEROLÉ-Busfahrer im Interview – Steffen Enger

Mal ein paar Stunden eine Klasse ans Ziel fahren und dann eine Woche am Strand in Italien, Griechenland oder Spanien entspannen. Busfahrer für Reisebusse zu sein, klingt nach Urlaub. Aber ist das wirklich so? Im Interview gibt unser Busfahrer Steffen Enger einen Einblick in seinen Berufsalltag.

Wie lange bist du schon Busfahrer?

Seit Oktober 2001 bin ich bereits Busfahrer. Bei Herolé habe ich 2005 fest angefangen, bin aber vorher schon einige Male für sie gefahren.

Wie wird man eigentlich Busfahrer?

Seit einigen Jahren gibt es dafür eine richtige Ausbildung. Die dauert drei Jahre und danach darf man sich offiziell Berufskraftfahrer nennen. Ich bin allerdings „Quereinsteiger“. Bei der Bundeswehr habe ich meinen LKW-Führerschein gemacht. Nach meinem Wehrdienst wollte ich aber nicht unbedingt als LKW-Fahrer arbeiten. Der Job ist sehr einsam und ich habe lieber ein paar Leute um mich. Also habe ich eine sechsmonatige Fortbildung gemacht und meinen Personenbeförderungsschein erhalten.

Was ist das Beste an diesem Job?

Steffen Enger

Herolé-Reisebusfahrer Steffen Enger

Das Fahren! Das Unterwegssein! In keinem anderen Job hat man die Möglichkeit, an so viele verschiedene Orte zu gelangen. Außerdem mag ich diese Mischung aus Verantwortung während der Fahrt und der Freizeit am Zielort. Dieser Job ist echt abwechslungsreich. Man lernt die unterschiedlichsten Leute kennen. Und mittlerweile habe ich so ziemlich jeden deutschen Dialekt zu hören bekommen. Wenn ich dann bei meinen Durchsagen mit Sächsisch loslege, ist die Begeisterung groß. Das kommt richtig gut an. Sächsisch ist gar nicht so unbeliebt, wie man immer glaubt.

Wo fährst du am liebsten hin?

Ein Lieblingsziel habe ich gar nicht. Ob London, Spanien oder Frankreich – ich fahre überall gerne hin. Nur Paris ist ein bisschen stressig.

Ist es eigentlich schwer, so eine Schülerschar während der Fahrt zu bändigen?

Am Anfang sind sie wie ein Sack Flöhe (lacht). Die Stimmung ist meistens wie eine Fieberkurve. Auf der Hinfahrt sind noch alle ganz aufgekratzt und aufgeregt. Aber auf der Rückfahrt – gerade wenn die eine oder andere Nacht durchgemacht wurde – schlafen meistens alle. Die Lehrer haben ihre Klassen aber immer gut unter Kontrolle, sodass ich als Busfahrer wirklich nur für die Sicherheitshinweise, wie z.B. die Anschnallpflicht, zuständig bin. Das ist fast wie im Flugzeug, nur dass ich keine Stewardess habe 😀

Und welche Altersgruppe ist am anstrengendsten?

Meistens die 13- bis 15-Jährigen. Die testen gerne mal die Grenzen aus. Aber ich war ja auch mal jung und habe Verständnis, wenn es da mal etwas chaotischer zugeht. Dafür sind meistens die Berufsschüler sehr entspannt.

Was ist für dich die beste Fahrtmusik?

Am liebsten höre ich entspannte Musik, wie Bob Marley oder elektronische Chillmusik. Das ist besonders auf Nachtfahrten gut. Wenn ich in Italien unterwegs bin, schalte ich auch gerne RM2 (Radio Monte Carlo) ein. Die spielen immer gute Songs. Einmal hatte ich eine Gruppe aus Augsburg an Bord, bei der sich dann ein paar Jungs extra nach vorne gesetzt haben, damit sie mitrappen können. Das hat sehr viel Spaß gemacht!

Und was macht man als Busfahrer eigentlich in seiner Freizeit am Zielort?
Natürlich Sightseeing! Wenn man schon die Gelegenheit hat, so viele Orte zu sehen, sollte man das auch nutzen. Ich lerne gerne Land und Leute kennen. Ich sage immer: ich arbeite viel mit den Augen. Es ist sehr spannend, sich einfach mal in Riga, Rom oder anderswo in ein Café zu setzen und die Menschen zu beobachten. Ansonsten versuche ich mich viel zu bewegen, etwas Sport zu treiben. Das ist ein guter Ausgleich zur Arbeit. Natürlich nutze ich die Zeit auch gerne, um meine Reisegruppen besser kennenzulernen und den ein oder anderen Programmpunkt zu begleiten.

Vielen Dank für das Interview und allzeit gute Fahrt!

Romy Herold

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Dänemark

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