Bundestagswahl 2017 – Das müssen Schüler wissen

Viele Familien sind aktuell noch in Urlaubsstimmung. Doch ein Blick auf die Straßen verrät, dass die Parteien aus ihren Sommerferien zurückgekehrt sind und sich mit Hochdruck auf die Bundestagswahl am 24. September vorbereiten: Überall hängen Wahlplakate der großen und kleineren Parteien. Wir klären alle wichtigen Fragen für Schüler und Erstwähler

Bundestagswahl 2017 – Das müssen Schüler wissen

Viele Familien sind aktuell noch in Urlaubsstimmung. Doch ein Blick auf die Straßen verrät, dass die Parteien aus ihren Sommerferien zurückgekehrt sind und sich mit Hochdruck auf die Bundestagswahl am 24. September vorbereiten: Überall hängen Wahlplakate der großen und kleineren Parteien. Wir klären alle wichtigen Fragen für Schüler und Erstwähler
Schüelerin schreibt mit Kreide auf eine Tafel "Bundestagswahl 2017"
Letzter Nächster Lesezeit 5 Min.

Wer darf wählen?

An der Bundestagswahl dürfen alle volljährigen Bürger mit deutscher Staatsbürgerschaft teilnehmen. Das sind laut Schätzungen des Statistischen Bundesamts rund 61,5 Millionen Deutsche, darunter 31,7 Millionen Frauen und 29,8 Millionen Männer. Zu den Wahlberechtigten gehören etwa drei Millionen Erstwähler. Dazu zählen alle jungen Menschen, die seit der letzten Bundestagswahl volljährig geworden sind. Wer am 25. September 18 Jahre alt wird, hat leider Pech gehabt und darf nicht wählen gehen.

Worum geht es bei der Wahl?

Zur Zeit sind vor allem die Kanzlerkandidaten Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) in den Medien. Sie werden allerdings nicht direkt gewählt. Anders als zum Beispiel bei der französischen Präsidentschaftswahl stimmen deutsche Wahlberechtigte nicht direkt für den Kanzler ab, sondern bestimmen die Abgeordneten des Bundestags. Der Bundestag ist gemeinsam mit dem Bundesrat für die Gesetzgebung zuständig und ist zum Beispiel für die geplanten Staatsausgaben verantwortlich. Nach der Bundestagswahl wählen die Abgeordneten den Bundeskanzler, der die Minister seines Kabinetts bestimmt.

Was ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme?

Bei der Wahl müssen die Deutschen nicht nur ein Kreuzchen machen, sondern haben gleich zwei Mal die Wahl: Mit der Erststimme wählt man einen Abgeordneten, der den eigenen Wahlkreis im Bundestag vertritt. Der Kandidat mit den meisten Stimmen zieht direkt in den Bundestag ein.

Die Zweitstimme vergibt man an die Landesliste einer Partei. Vor der Wahl haben die Parteien mit dieser Liste bereits bestimmt, in welcher Reihenfolge die Abgeordneten in den Bundestag einziehen sollen. Abhängig vom Stimmenanteil einer Partei bei der Bundestagswahl ziehen mehr oder weniger Kandidaten von der Landesliste in den Bundestag ein.

Wie werden aus den Stimmen Mandate?

Mit der Zweitstimme bestimmen Wähler die Mehrheitsverhältnisse des Bundestags. Zunächst ziehen alle  299 gewählten Direktkandidaten aus den Wahlkreisen direkt in den Bundestag ein. Das hat früher zu einem Problem geführt: Vor allem die großen Parteien SPD und CDU/CSU haben oft mehr Direktmandate gewonnen, als ihnen laut dem Zweitstimmen-Anteil zustanden. Das führte zu einer Benachteiligung der kleinen Parteien, die nur wenige Erststimmen bekommen. Das Problem dieser sogenannten „Überhangmandate“ ist seit der Wahlreform 2013 gelöst: In Zukunft bleibt der Stimmenanteil der Parteien in jedem Fall gleich. Wenn eine Partei Überhangmandate gewinnt, erhalten die anderen Parteien so lange weitere Sitze, bis die Sitzverteilung wieder dem Ergebnis der Zweitstimme entspricht. Im Bundestag sitzen am Ende also unter Umständen mehr als die geplanten 598 Abgeordneten.

Die Vergabe von Erst- und Zweitstimme ist eine Besonderheit des deutschen Föderalismus. Dabei können gerade Erstwähler schnell den Überblick verlieren. Eine übersichtliche Erklärung liefert der Youtube-Kanal Explainity mit seinem Video:

Wie läuft die Wahl ab?

Die Städte schicken aktuell an alle wahlberechtigten Bürger Wahlbenachrichtungen herum. Diese musst du unbedingt aufbewahren! Am Wahltag musst du die Benachrichtung und deinen Personalausweis bzw. Reisepass vorzeigen, um einen Stimmzettel zu erhalten. Auf der Wahlbenachrichtung ist auch notiert, in welchem Wahllokal du deine Stimme abgeben kannst. Wenn du dort deinen Wahlzettel erhalten hast, gehst du in die Kabine und kannst dir in Ruhe alle Kandidaten und Landeslisten durchlesen und anschließend deine zwei Kreuze setzen.

Du hast am 24. September keine Zeit? Dann kannst du bei der Stadt Briefwahl beantragen. Ein Antragsformular findest du in der Wahlbenachrichtigung. Der Stimmzettel wird dann an deine Heimatadresse geschickt oder du holst ihn persönlich ab .

Wer vertritt meine Interessen?

Im aktuellen Bundestag vertreten sind die Schwesterparteien CDU und CSU, die  SPD, die Partei Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen. Es gibt zwar noch deutlich mehr Parteien, doch beim Bundestag gilt die sogenannte Fünf-Prozent-Hürde: Nur Parteien, die mehr als fünf Prozent der Wählerstimmen erhalten haben, ziehen in den Bundestag ein.

Du wirst wahrscheinlich keine Partei finden, die exakt deine Interessen vertritt. Welche Partei am ehesten deine Meinung vertritt, kannst du einfach und schnell mit dem Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung herausfinden. Dieser geht am 30. August online und vergleicht deine politischen Forderungen mit denen verschiedener Parteien.

Wer in deinem Wahlkreis als Direktkandidat antritt, erfährst du entweder aus den lokalen und regionalen Medien deiner Heimatstadt oder beim Kandidatencheck der Organisation Abgeordnetenwatch. Da die Kandidaten aktuell im Wahlkampf sind und möglichst viele Wähler von sich überzeugen möchten, hast du aber gute Chancen, die Politiker persönlich zu treffen und deine Fragen zu stellen. Dazu informierst du dich am besten auf den Internetseiten der Partei-Kreisverbände.

Wer wird Kanzler?

Wer Kanzler wird, hängt von der Mehrheitsverteilung im Bundestag ab. Der Kanzlerkandidat braucht eine Mehrheit unter den Abgeordneten. Da in der Regel keine Partei die absolute Mehrheit gewinnt, schließen sich meist mindestens zwei Parteien zu einer Koalition zusammen, die die Regierung bildet. Aktuell möglich ist laut dem ZDF Politbarometer eine große Koalition aus SPD und CDU/ CSU, die sogenannte Große Koalition. Eine Mehrheit hätte  außerdem das Dreier-Bündnis aus CDU/ CSU, FDP und den Grünen. Demnach ist es also relativ wahrscheinlich, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Da sich aber bislang ein Drittel der Wähler noch nicht entschieden hat, kann sich bei dem Ergebnis noch viel ändern.

Martin Schulz oder Angela Merkel – wer sollte die Wahl gewinnen? Hier geht es zum Kandidatencheck von Spiegel Online.

Wo gibt es alle Infos zur Wahl auf einen Blick?

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet demnächst nicht nur den beliebten Wahl-O-Mat an, sondern hat auf ihrer Internetseite viele Artikel und Videos rund um die Parteien in Deutschland, das neue Wahlrecht  und den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme veröffentlicht. Für Schüler ist besonders der Spicker Politik empfehlenswert, der alle wichtigen Infos zur Bundestagswahl auf einen Blick zusammenfasst.

Für Lehrer gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung viele kostenlose Unterrichtsmaterialien rund um die Bundestagswahl wie das Heft „Wahlen für Einsteiger„.

Warum soll ich wählen gehen?

Drei Millionen junge Menschen dürfen zum ersten Mal wählen – viele nehmen ihr Wahlrecht aber nicht wahr. Die Wahlbeteiligung unter jungen Menschen ist deutlich geringer als in der Gruppe über 60 Jahren. Das ist ein Problem! Wenn Politik auch im Sinne der jungen Menschen gestaltet werden soll, müssen sich gerade die jungen Wähler beteiligen. Wer nicht zur Wahl hat, kann sich hinterher nicht beschweren, dass seine Interessen nicht vertreten werden.

Von Nicht-Wählern profitieren außerdem Parteien wie die rechtsextreme NPD. Ihre Anhänger gehen immer zur Wahl, weil sie sich eine rechtsextreme Politik auf Bundesebene wünschen. Wenn eine kleine Gruppe NPD-Wähler vielen Nicht-Wählern gegenüber steht, zählen die NPD-Stimmen prozentual gesehen stärker.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wirbt mit der Aktion „80 Prozent für Deutschland“ für eine höhere Wahlbeteiligung der jungen Wähler. Warum Erstwähler ihre Stimme abgeben sollten, erklären Prominente wie der ZDF-Nachrichtensprecher Claus Kleber und die Schauspielerin Palina Rojinski.

Zählt die Stimme minderjähriger Schüler gar nicht?

Bei der Bundestagswahl dürfen leider nur Volljährige ihre Stimme abgeben. Doch auch die Meinung minderjähriger Schüler zählt! Neun Tage vor der Bundestagswahl findet daher die Jugendwahl U18 statt. Alle wichtigen Infos gibt es hier.

Linksammlung

Verwandte Beiträge

Unsere kostenlosen Angebote

Über HEROLÉ

HEROLÉ mit Sitz in Dresden wurde 2002 gegründet und ist heute einer der drei größten Veranstalter von und Spezialist für Klassenfahrten in Deutschland. Dafür sprechen auch über 140.000 Teilnehmer, die jedes Jahr mit HEROLÉ auf Klassenfahrt gegangen sind. Mit der unternehmenseigenen Flotte von 18 modernen Reisebussen werden über 140 weltweite Reiseziele angesteuert.

HEROLÉ Newsletter

Egal ob tolle Angebote oder wertvolle Tipps und Tricks rund um die Organisation Ihrer nächsten Klassenfahrt. Verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr und seien Sie ein Mal im Monat gut informiert. Für Sie natürlich komplett kostenfrei.

Nutzen Sie einfach das Newsletter-Anmeldeformular und geben Sie Anrede, Vorname, Name und E-Mail Adresse an, damit wir Ihnen die Neuigkeiten zusenden können.

Wenn Sie auf „Jetzt kosten anmelden“ klicken, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und bestätigen, diese gelesen zu haben.

Verwandte Kategorien