Bayerische Metropole – Sehenswürdigkeiten in München

Bayerische Metropole – Sehenswürdigkeiten in München

Weißwurst, Lederhosen und Fussball: Über kaum eine deutsche Großstadt kursieren so viele Klischees wie über die bayerische Metropole München. Doch die Stadt an der Isar hat weit mehr zu bieten als das Oktoberfest und bayerische Traditionen. München ist auch eine prächtige Residenzstadt der Wittelsbacher, die als eines der ältesten Adelshäuser Deutschlands die bayerischen Könige stellten. Auch Technikinteressierte kommen hier auf ihre Kosten: Das Deutsche Museum und ansässige Unternehmen wie BMW sind spannende Ausflugsziele. Wir stellen die Sehenswürdigkeiten Münchens vor!

Marienplatz

Der Marienplatz liegt im Herzen Münchens und ist die beste Anlaufstelle für alle, die zum ersten Mal in der bayerischen Hauptstadt zu Gast sind. Durch seine zentrale Lage ist der Platz ein idealer Ausgangspunkt für Stadttouren. Von hier aus sind Sehenswürdigkeiten wie die Frauenkirche, der Viktualienmarkt und der Odeonsplatz fußläufig zu erreichen.

Prachtvoll: Das Neue Rathaus von 1900 beeindruckt vor allem mit seinem berühmten Glockenspiel.

Auch auf dem Marienplatz selbst gibt es viel zu entdecken. Hier finden Touristen das Alte und das Neue Rathaus. Einfach sind die beiden Gebäude nicht zu unterscheiden, denn das Neue Rathaus sieht wegen seiner neugotischen Bauart älter aus. Tatsächlich wurde es erst um 1900 unter der Leitung vom Architekten Georg von Hauberisser erbaut und ist heute Sitz des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung. Das Alte Rathaus ist rund 400 Jahre älter und dient noch heute Repräsentationszwecken. Für Schulklassen ist besonders der Turm des Neuen Rathauses interessant: Von hier aus haben Besucher einen guten Blick auf die Münchner Altstadt.

Ein weiteres Highlight auf dem Marienplatz ist das berühmte Glockenspiel, das sich am Turm des Neuen Rathauses befindet. Mit 16 Figuren und 43 Glocken ist das Glockenspiel ein Anziehungspunkt auf dem Marienplatz. Es stellt die Hochzeit von Wilhelm V. mit Renate von Lothringen im Jahr 1568 dar.

Tipp
Das Glockenspiel ist jeweils um 11 und 12 Uhr zu hören, von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr. Um 21 Uhr gibt es zusätzlich ein Nachtspiel. Eine Übersicht über das Glockenspielprogramm gibt es hier.

Ein guter Anlaufpunkt ist der Marienplatz auch für alle, die eine kleine Shoppingtour unternehmen möchten: Hier gibt Kleidung, Schuhe, Accessoires, Schmuck und Souvenirs. Wer die Kaufingerstraße Richtung Stachus entlangschlendert, findet große Kaufhäuser und Ketten. Richtung Tal sind eher kleine und individuelle Läden ansässig.

Tipp
Eine Übersicht über die besten Shoppingmeilen in München gibt es hier.

Wer vom Bummeln eine Pause braucht und sich bei einem kleinen Schmankerl gemütlich machen möchte, wird am Marienplatz ebenfalls fündig. Hier gibt es traditionelle Wirtschaften, die klassische Gerichte wie Schweinebraten oder Weißwurst anbieten. Wer lieber Pizza, Sushi oder Burger essen möchte, kommt ebenfalls auf den Geschmack.

Tipp
Wer eine Reise nach München plant, kann sich mit den Webcam-Bildern der Stadt München einen aktuellen Eindruck vom Marienplatz verschaffen. Die Aufnahmen gibt es hier.

Residenz

Mitten in der Innenstadt am Max-Joseph-Platz bietet die Münchner Residenz einen imposanten Anblick. Sie ist das größte Innenstadtschloss Deutschlands und hat eine beeindruckende Vergangenheit zu bieten: Das Schloss wurde in seiner 600-jährigen Geschichte laufend erweitert und ist deshalb in verschiedenen Stilen erbaut. Heute ist kann man kaum noch erahnen, dass die Residenz im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde: Nur 50 des 23.000 Quadratmeter großen Daches blieben von den Bomben verschont. Die Münchner haben die Wittelsbacher Residenz aber wieder restauriert, so dass sie heute ein tolles Ausflugsziel für geschichtsinteressierte Schüler ist. Spannend sind neben den prachtvollen Bronzesälen das Residenzmuseum und die Schatzkammer. Auch der Schlossgarten lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang ein.

Tipp
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Volljährige Schüler erhalten ebenfalls freien Eintritt, wenn sie einen Schülerausweis vorzeigen.

Schloss Nymphenburg

Ein weiteres Prunkschloss finden Schulklassen im Westen Münchens: Schloss Nymphenburg ist jedes Jahr Anziehungspunkt für 300.000 Besucher. Hier flanieren Touristen zwischen Spiegelsaal und Wasserfontäne und genießen den Charme historischer Säle, die seinerzeit von den bekanntesten Bauherren des 17. Jahrhunderts gestaltet wurden. Wer wenig Zeit mitbringt, sollte sich zumindest für eine Tour durch die Räumlichkeiten des Schlosses nehmen. Spannend ist zum Beispiel das Geburtszimmer von König Ludwig II., das komplett in grüner Seide gestaltet ist. Ein Muss ist auch die Freitreppe, von der aus Besucher einen guten Blick auf den Brunnen und die Fontänen im Schlosspark haben. Wer mehr Zeit mitbringt, sollte unbedingt einen Spaziergang durch den Nymphenburger Schlosspark unternehmen. Der erste Bereich des Parks ist im strengen französischen Stil errichtet. Das restliche Areal ist im Stil eines englischen Landschaftsparks errichtet. Bei gutem Wetter können Besucher hier zwischen kleinen Bachläufen, Kanälen, Brücken und einem künstlichen See entspannen. Ein Highlight sind Gondelfahrten auf dem Schlosskanal, die seit dem Jubiläumsfest zu 350 Jahren Schloss Nymphenburg angeboten werden: Für 15 Euro pro Person können Besucher 30 Minuten lang in einer echten venezianischen Gondel fahren.

Tipp
Auch in Schloss Nymphenburg erhalten Minderjährige und Schüler freien Eintritt. Das Schloss ist von April bis Mitte Oktober täglich von 9-18 Uhr geöffnet. In den Wintermonaten von 10-16 Uhr.

Olympiapark

Vom Olympiaturm aus haben Besucher einen guten Blick bis hin zu den Alpen.

Wer Abwechslung vom Kulturprogramm braucht, macht sich am besten auf den Weg zum Münchner Olympiapark. Das Areal wurde für die Olympischen Spiele im Jahr 1972 angelegt und ist noch heute eine wichtige Anlaufstelle mit Freizeitangeboten fr die Münchner. In dem 850.000 Quadratmeter großen Park kommen auch Schulklassen auf ihre Kosten: Die Grünfläche lädt zu einem entspannten Picknick ein mit Blick auf den See ein. Wer mag, kann auch ein Ruderboot leihen und eine kleine Tour über den See unternehmen. Auch der 291,28 Meter hohe Olympiaturm ist einen Besuch wert. Von hier aus haben Besucher einen tollen Blick über die Stadt. Bei gutem Wetter kann man sogar einen Blick auf die Alpen werfen. Wer in luftiger Höhe einen kleinen Snack genießen möchte, ist im Restaurant 181 richtig, das tagsüber kleine Mittagsgerichte, Kaffee und Kuchen serviert. Die Besonderheit: Innerhalb von 49 Minuten dreht sich das Restaurant um die eigene Achse. Besucher müssen sich also nicht einmal bewegen, um in alle Himmelsrichtungen zu blicken.

Tipp
Der Olympiaturm hat täglich von 9-24 Uhr geöffnet. Für Gruppen ab 20 Personen kostet die Auffahrt 5 Euro pro Person.

Allianz Arena

Gerade für Klassen mit vielen Fußballfans lohnt sich in jedem Fall eine Tour durch die Allianz Arena, die abgesehen von Spiel- und Veranstaltungstagen immer besichtigt werden kann. Zum Programm gehören unter anderem der Mittelrang, der Unterrang und die Mixed Zone. In den Spielerkabinen, im Pressekonferenzraum und im Spielertunnel können die Schüler ihren Idolen außerdem ganz nah kommen!

Tipp
Klassen müssen sich vorher hier anmelden und zahlen 6,50 Euro pro Person. Zwei Begleiter pro Klasse haben freien Eintritt.

Bavaria Filmstadt

München ist eine Metropole des deutschen Films, die Schüler bei einer Klassenfahrt unbedingt kennenlernen sollten. Deshalb lohnt sich eine Führung durch die Bavaria Filmstadt, in der seit mehr als 80 Jahren Filme für Kino und TV gedreht werden. Besucher entdecken hier zum Beispiel die Kulissen der Telenovela „Sturm der Liebe“, der Serie „Rosenheim Cops“ und anderer TV-Movies. Ein besonderer Höhepunkt ist das Bullyversum mit echten Filmkulissen aus den Filmen von Michael Bully Herbig. Hier können Besucher selbst in Kostüme schlüpfen und eigene kleine Filmsequenzen drehen.

Für Klassen lohnt sich besonders der Workshop „Das filmende Klassenzimmer“. Dabei werden Schüler selbst zu Filmproduzenten und drehen gemeinsam mit Profis einen eigenen Film mit allem, was dazu gehört: Sie müssen zunächst Filmsequenzen schneiden, vertonen und nachbearbeiten, bevor der Höhepunkt des Filmtags wartet: Die Premiere des eigenen Films.

Natur genießen

Besonders bei einer Klassenfahrt im Sommer sollten Schulklassen gutes Wetter nutzen, um die grünen Seiten Münchens kennenzulernen. Besonders am Ufer der Isar lässt es sich herrlich entspannen. Direkt am Flussufer gibt es zwar keine Cafés und Restaurants, allerdings können sich Besucher am Ufer sonnen, Ball spielen oder mitgebrachte Snacks genießen. Auch ein Ausflug zum Englischen Garten lohnt sich. Der Park zieht sich fünf Kilometer lang durch die Stadt und eignet sich ebenfalls für ein Picknick. Biergärten wie der Chinesische Turm laden ebenfalls zum Verweilen ein. Hier gibt es Live-Blasmusik, kühle Getränke und zünftige Schmankerl. Wer selten im Süden Deutschlands ist, sollte auch über einen Ausflug in die Alpen nachdenken. Lohnenswert ist zum Beispiel Garmisch-Partenkirchen, das etwa 90 Kilometer von München entfernt ist und ein tolles Bergpanorama und gut ausgebaute Wanderwege bietet.

Frauenkirche

Zu den Wahrzeichen Münchens gehört ohne Frage auch die gotische Dom- und Stadtpfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ aus dem 15. Jahrhundert. Das Gotteshaus ist allgemein als Frauenkirche bekannt und ist sogar die Ruhestätte von Kaisern. Die beiden 100 Meter hohen Türme thronen über München und sind mit ihren sogenannten „Welschen Hauben“ an den Felsendom in Jerusalem angelehnt. Im Vergleich zu anderen gotischen Kirchen ist die Frauenkirche zwar eher schlicht gehalten, doch mit ihren weißen Pfeilern, den hellen Gewölberippen und den bunten Glasfenstern wirkt sie hell und offen. Wer möchte, kann die prunkvolle Gedenkstädte der Wittelsbacher besuchen. Eine Krone an der Spitze des Prunkgehäuses erinnert an die Kaiserwürde Ludwigs von Bayern. Auch die Erzbischöfe von München und Freising haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.

Der Südturm der Frauenkirche kann normalerweise besichtigt werden. Aktuell ist er allerdings wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Zu den besonderen Highlights der Kirchenbesichtigung gehört der Südturm, den Besucher normalerweise besichtigen können. Aktuell ist ein Aufstieg wegen Sanierungsarbeiten leider nicht möglich.

Gedenkstätte Dachau

Bei einer Klassenfahrt möchten die Jugendlichen natürlich vor allem die schönen Seiten einer Stadt genießen. Wer mit Schülern nach München reist, sollte aber auch unbedingt zum ehemaligen Konzentrationslager Dachau fahren. In dem 1933 eröffnete Konzentrationslager wurden zunächst politische Flüchtlinge inhaftiert. Später diente das Lager den Nazis als Modell für alle späteren Konzentrationslager und „Schule der Gewalt“ für die Männer der SS. Ingesamt wurden in Dachau 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. 41.500 von ihnen wurden später ermordet. Mit diesen Schrecken der NS-Herrschaft werden Schüler im Rahmen einer 2,5-stündigen Führung sensibilisiert. Lehrer sollten ihre Schüler in jedem Fall auf den Besuch vorbereiten und sich später Zeit für eine Besprechung des Besuchs nehmen.

Jüdisches Museum

Nach einem Besuch des Konzentrationslagers Dachau haben viele Schüler das Bedürfnis, mehr über die Geschichte der Juden in München zu erfahren. Einen Ort dafür finden sie im Jüdischen Museum München, das sich mit verschiedenen Inhalten auseinandersetzt. Interessant ist zum Beispiel die permanente Ausstellung „Stimmen_Orte_Zeiten“. Sie vermittelt Grundlagen der jüdischen Identität und thematisiert vor allem die jüdische Kultur und Geschichte Münchens. Im Museum werden verschiedene Medien wie Zeitzeugen-Berichte und Bilder eingesetzt, die Schüler einen authentischen Blick auf die jüdische Geschichte bieten. Für Schulklassen gibt es außerdem spezielle Führungen zu Themen wie jüdischen Festen.

Deutsches Museum

Bei einer gelungenen Klassenfahrt nach München darf eines nicht fehlen – das Deutsche Museum! Das größte Technik- und Naturwissenschaften-Museum der Welt ist ein Muss für Schüler.  Die Ausstellung ist so verständlich und anschaulich gestaltet, dass jeder einen guten Überblick über die technischen Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte erhält. Rund 28.000 Objekte aus 50 Bereichen der Naturwissenschaften und Technik stehen für Besucher zur Verfügung. Für Schulklassen gibt es tolle Workshops und Führungen. Wer das Museum lieber auf eigene Faust erkunden möchte, erhält Begleitmaterial wie Forscherbögen und Fragekarten.

Quellen und weiterführende Literatur

Herolé-Blog: 5 Top-Klassenfahrtziele in Deutschland – Wo es am schönsten ist!

Herolé-Blog: Lecker und günstig! – Essen gehen in deutschen Städten

München – Das offizielle Stadtportal: Top Sehenswürdigkeiten 

Süddeutsche Zeitung: München für Beginner

Julia Möller

Ihre Reiseexpertin für Sport- und Erlebnisreisen

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