Ausbildungsstart 2017 – so finden Bewerber jetzt noch eine Stelle!

Ausbildungsstart 2017 – so finden Bewerber jetzt noch eine Stelle!

In den kommenden Wochen starten bundesweit Tausende von jungen Menschen in die Ausbildung. Ob Bürokauffrau, Fliesenleger oder Landschaftsgärtnerin – eine Ausbildung ist für viele eine gute Chance, nach der Schule einen praktischen Beruf zu erlernen. Da sich immer mehr Schüler nach dem Abitur für ein Studium entscheiden, suchen viele Betriebe mittlerweile händeringend Nachwuchs. Viele Ausbildungsplätze für dieses Jahr seien noch offen, meldet die Bundesregierung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Ausbildungsstart 2017 und geben Tipps, wie Bewerber jetzt noch eine geeignete Ausbildung finden!

Ausbildung oder Studium?

Seit Jahren steigt die Zahl der Studienanfänger – im vergangenen Jahr haben rund 507.000 junge Menschen ein Studium begonnen. Zum Vergleich: Im Wintersemester 1995/96 war die Zahl mit ca. 262.000 „Erstis“ nur etwa halb so hoch! Gleichzeitig brechen mittlerweile 29 Prozent der Studierenden im Bachelor ihr Studium ab. Viele von ihnen entscheiden sich im Anschluss für eine Ausbildung: 43 Prozent der Abbrecher haben laut einer Studie ein halbes Jahr nach Studienabbruch eine Ausbildung begonnen.

Aber welche Option ist für Schulabgänger besser – Ausbildung oder Studium? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Wer schon immer davon geträumt hat, Richter, Lehrer oder Arzt zu werden, kommt um ein Studium nicht herum. Alle, die noch unsicher sind, sollten aber auch eine Ausbildung in Betracht ziehen. In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel, so dass qualifizierte Bewerber gute Chancen haben. Oftmals ist eine Ausbildung auch eine gute Vorbereitung für ein späteres Studium. Wer zum Beispiel wegen des hohen Numerus clausus (NC) erst einmal keine Chancen auf einen Medizin-Studienplatz hat, kann in einer Ausbildung zum Krankenpfleger wertvolle Erfahrungen und Vorwissen sammeln. Unentschlossene können sich immer noch  kurzfristig um eine Ausbildung bewerben. Viele Betriebe stellen auch kurz vor oder nach Ausbildungsstart noch ein. Die Deadline für Bewerbungen um ein Hochschulstudium ist dagegen für zulassungsbeschränkte Studiengänge bereits seit dem 15. Juli verstrichen.

Tipp
Welche Möglichkeiten kurzentschlossene Abiturienten jetzt noch haben, haben die HEROLÉ-Experten in diesem Blogartikel zusammengefasst

Welcher Ausbildungsberuf passt zu mir?

Im Einzelhandel sind oft noch Ausbildungsplätze frei.

Eine geeignete Ausbildung ist für viele Bewerber keine leichte Aufgabe. Niemand möchte leichtfertig eine Bewerbung beginnen, die ihm oder ihr anschließend nicht gefällt. Daher ist es sinnvoll, sich vor Ausbildungsstart einen Überblick zu verschaffen. Viele Ausbildungsberufe sind nämlich eher unbekannt und kommen daher für viele Bewerber nicht in Betracht, obwohl sie möglicherweise sehr glücklich damit wären.

Die Agenturen für Arbeit bieten in der Regel persönliche Berufsberatungen an, bei denen sich ein Berater Zeit nimmt und mit dem Bewerber dessen Optionen thematisiert. Termine dafür sind allerdings oft begehrt und müssen meist im Voraus verabredet werden. Wer kurzfristig Informationen braucht, findet diese aber auch im Internet: Auf der Internetseite der Arbeitsagentur gibt es viele Informationen rund um das Thema Studium und Ausbildung. Doch auch die Handwerks- und Industriekammern haben das Thema Beratung inzwischen für sich entdeckt. Auf ihren Internetseiten gibt es Informationen rund um die Ausbildungssuche. Die Lehrstellen-Börse aller Industrie- und Handelskammern in Deutschland gibt zum Beispiel einen guten Überblick über bundesweit freie Ausbildungsplätze. Noch einfallsreicher ist der Berufe-Checker des Deutschen Handwerkskammertags: Hier können Bewerber in einem Online-Tool mit wenigen Klicks ihre Vorlieben angeben und bekommen interessante Berufe vorgeschlagen. Ähnlich funktioniert auch der Berufe-Entdecker der Arbeitsagentur, bei dem Unentschlossene innerhalb weniger Sekunden anhand von Bildern entscheiden müssen, ob sie einen Beruf spannend finden.

Auch eine Recherche über planet-beruf.de, dem Portal der Arbeitsagentur lohnt sich. Hier gibt es einen ersten Überblick über Traumberufe:

  • Einen guten Überblick gibt es in der Rubrik Berufe A-Z. Hier können Bewerber auf ihren Wunschberuf klicken und erhält spannende Informationen, zum Beispiel Videos, Reportagen, Tagesabläufe und vieles mehr.
  • Für jeden Beruf gibt es einen Steckbrief. Damit lassen sich Berufe einfach vergleichen
  • In der Rubrik Berufe live berichten Profis davon, wie ihr Tag in ihrem Beruf abläuft.

Mit einem ersten Überblick können Bewerber weitere Informationen bei Berufenet einholen. Hier gibt es Insider-Wissen zu den Fragen, wie die Ausbildung abläuft, welche Voraussetzungen „Azubis“ erfüllen müssen und wie hoch das Gehalt während und nach der Ausbildung durchschnittlich ist.

Wo finde ich jetzt noch einen Platz für 2017?

Im Internet finden Bewerber alle Informationen über freie Ausbildungsplätze.

214.300 unbesetzte Lehrstellen gab es Ende Juni noch. Das Problem: Gleichzeitig suchten noch 192.100 Bewerber einen Ausbildungsplatz. Diese Lücke entsteht dadurch, dass sich die Mehrheit der Bewerber auf die gleichen Stellen bewirbt: Besonders beliebt sind Ausbildungsplätze für Büro- und Industriekaufleute, Kraftfahrzeugmechatroniker oder in Medienberufen. Im Gegensatz suchen besonders Hotels und Gaststätten, Baubetriebe und das Lebensmittelhandwerk Auszubildende – Bewerber mit einem guten oder durchschnittlichen Schulabschluss haben hier gute Karten. In Sachsen sind zum Beispiel in diesen drei Berufen noch viele Ausbildungsplätze offen:

  • Verfahrensmechaniker in der Beschichtungstechnik: Ein unbekannter Beruf, der aber viel zu bieten hat. Angestellte sind dafür verantwortlich, Materialien mit Beschichtungen zu veredeln und sie zum Beispiel vor Rost, Ausbleichen oder Stößen zu schützen. Bewerber müssen Interesse für Materialien und handwerkliches Geschick mitbringen.
  • Dachdecker: Sie müssen ebenfalls handwerklich geschickt sein und gut Mathe können. Dachdecker müssen nämlich Dachstühle ordentlich berechnen können, damit das Haus keinen Schaden nimmt.
  • Fleischereifachverkäuferin: Verkaufen, Salate zubereiten, Platten zurechtmachen – diese Aufgaben haben Fleischereifachverkäufer. Hier haben Bewerber die Qual der Wahl: 15 offene Ausbildungsstellen kommen auf einen Bewerber.

Informationen zu freien Ausbildungsplätzen finden Bewerber jetzt noch bei ihrer zuständigen Arbeitsagentur oder bei den Berufskammern.

Wie bewerbe ich mich erfolgreich?

Wer einen geeigneten freien Ausbildungsplatz für sich gefunden hat, muss nur noch eine Hürde überwinden: Eine erfolgreiche Bewerbung! Gerade bei kurzfristigen Bewerbungen lohnt es sich, vorher mit dem Ausbildungsbetrieb zu sprechen und sich telefonisch vorzustellen. Gerade kleine Handwerksbetriebe verzichten zum Teil auf aufwendige schriftliche Bewerbungen und lernen den Bewerber lieber direkt kennen. Wer eine Bewerbung schreiben muss, informiert sich am besten vorher über die Anforderungen und fragt nach, welche Dokumente benötigt werden. Tipps und Infos zu erfolgreichen Bewerbungen gibt es beim Bewerbungstraining von planet-beruf.de.

Herolé wünscht allen Bewerbern viel Erfolg bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz!

Quellen und weiterführende Links

HEROLÉ-Blog: Abitur und noch keinen Plan? Tipps für Kurzentschlossene

Bundesregierung: Jetzt noch bewerben – viele freie Stellen

Leipziger Volkszeitung: Azubi-Mangel: Die unbeliebtesten Ausbildungsberufe Sachsens

Statista: Zahl der Studienanfänger/-innen im ersten Hochschulsemester

Planet Beruf: Bewerbungstraining

Zeit Online: „Uns geht der Nachwuchs aus“

Fotos: Shutterstock 


 

Keine Neuigkeiten mehr verpassen. Jetzt HEROLÉ Newsletter abonnieren!

Alle Informationen rund um Klassenfahrten, Angebote und Aktionen. Gleich anmelden!

Romy Herold

Ihre Reiseexpertin für Deutschland und Dänemark

Verwandte Artikel